WM-Feiern in Berlin: Laut, aber friedlich
4:0 besiegte die Deutsche Mannschaft am Sonntag Australien. In Berlin wurde der erste WM-Sieg „unserer Jungs“ enthusiastisch gefeiert, die Zuschauer auf der Fanmeile am Olympiastadion jubelten, Kurfürstendamm und Schönhauser Allee wurden zu spontanen Fanmeilen für friedliche Feiern. Die Berliner Fans versuchten ihr Möglichstes, um an die Lautstärke in den südafrikanischen Stadien heranzukommen, mit Hubkonzerten und den traditionellen Fan-Tröten Vuvulezas.
Überhaupt ist es dieses Jahr eine sehr laute WM. Südafrika präsentiert seine Mentalität der ausgelassenen Fußballfreude – die Vuvuzela gehört dazu wie die Flagge am Auto oder das Mannschaftstrikot. In keinem Spiel hat das fröhliche Getröte bisher gefehlt.
Auf der Fanmeile haben Vuvuzelas allerdings keinen Zutritt, Fußball-Fans müssen mitgebrachte Tröten bei den Ordnern abgeben. Auch einige deutsche Zuschauer reagieren eher irritiert auf die monotonen Geräusche, die nun regelmäßig aus den Fernsehern dringen. Da prallen bei der diesjährigen WM nicht nur gegnerische Mannschaften aufeinander, sondern auch zwei unterschiedliche Mentalitäten und Fankulturen. Zu laut und zu nervtötend sei das Getöse, es würde die Stadionstimmung vermiesen, beklagen sich einige TV-Zuschauer. Schon werden Versuche unternommen, ob man den Vuvuzela-Ton für die Fernsehübertragung nicht herausfiltern kann.
Die deutschen Fans, die nach Südafrika gereist sind, um ihre Mannschaft anzufeuern, stört das Tröten-Feuerwerk dagegen überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, die meisten tröten fleißig mit. Und auch auf den Straßen Berlins scheint sich die Vuvuzela als Kultobjekt durchzusetzen.