SPD-Landesparteitag stimmt über A 100 ab
Der Landesparteitag der SPD könnte die Entscheidung bringen. Am Samstag stimmen die Delegierten über den geplanten Ausbau der Autobahn A 100 ab. Vor einem Jahr noch war die Mehrheit der Regierungspartei gegen den Weiterbau der Strecke. Wie die Abstimmung in diesem Jahr ausfallen wird, sei dagegen noch vollkommen offen, heißt es aus Parteikreisen.
Die geplante Verlängerung der Autobahn A 100 umstritten, soll sie doch mitten durch ein Wohngebiet in Treptow gehen. Die Anwohner sollen zwar eine Entschädigung erhalten sowie Umzugskosten bis zu einer Höhe von 1300 Euro und Maklergebühren erstattet bekommen – doch sie wehren sich gegen den Auszug. Verständlich, denn wer will schon nach Jahren in seiner Wohnung für eine Autobahn weichen?
17 zum Teil mehr als 100 Jahre alte Häuser sind vom Abriss bedroht, günstiger Wohnraum, den sich Studenten, Rentner, Ärzte, Arbeiter, „altes“ und „neues“ Berlint teilen. Auch die Kleingartenanlage unterhalb des S-Bahn-Rings soll der Autobahn zum Opfer fallen
Die Bürgerinitiative Stadtring Süd versucht den Bau noch in letzter Minute zu verhindern. Mit Plakaten drücken die Anwohner ihren Protest aus. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist nach wie vor überzeugt von ihrem 400 Millionen Euro teurem Projekt.
Pläne zur Verlängerung der A 100 über die Spree gibt es schon lange, bereits seit 1992 steht er im Bundesverkehrswegeplan. Die Strecke soll eine Barriere zwischen dem Osten und Süden Berlins abbauen und den Verkehr aus den Wohngebieten umleiten.
Die Anwohner lassen sich von solch hehren Zielen wenig trösten. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt nun dem SPD-Landesparteitag.