Berlin Blog

Ein Blog für Berliner und Brandenburger

Schlechter Start für Berliner S-Bahn

Warum sollte das neue Jahr auch anders starten, als das Alte aufgehört hat?

So wird es S-Bahn-Fahrer kaum überraschen, wenn sie heute auf einigen Strecken mal wieder etwas länger in der Kälte stehen dürfen. Eigentlich sollte der Ferienfahrplan heute ändern, aber  es ist immer noch Winter – anscheinend zur Überraschung der S-Bahn. Wegen der Kälte müssten die Wagen häufiger gewartet werden, erklärte ein Sprecher. Daher sind weniger als die Hälfte der Wagen im Einsatz; zu Einschränkungen kommt es unter anderem bei der S1, der S46, der S7 und der S9, die streckenweise nur im 20-Minuten-Takt fahren. Die Ringbahn fährt auch zu den Hauptverkehrszeiten nur alle zehn Minuten statt wie üblich im 5-Minuten-Takt. Andere Linien fahren statt mit acht nur mit sechs Wagen. Regionalzüge sollen die ausfallenden S-Bahnen ersetzen.

Einige Einschränkungen galten schon gestern, ohne vorherige Ankündigung für die Passagiere. Aber Berliner S-Bahn-Fahrer sind ja Kummer gewohnt – kaum vorstellbar die Überraschung, wenn die Bahn tatsächlich mal auf allen Strecken pünktlich, mit allen vorgesehenen Wagen fahren würde. Darauf kann man wohl auch noch einige Zeit warten: Presseberichten zufolge soll es einen „Normalbetrieb“ erst wieder in drei bis vier Jahren geben. Da hat man ja immerhin noch etwas, auf das man sich freuen kann.

[ Nachtrag vom Admin:  Viele Berliner  haben es satt auf Busse und Bahnen zu warten.  Wie man in einigen Blogs lesen kann! ]

Zu kurze Züge: Senat will Berliner S-Bahn weniger Zuschuss zahlen

Am frühen Sonntagmorgen entgleiste eine S-Bahn in Berlin. Gott sei Dank ohne Fahrgäste, denn die hatte der Fahrer bereits aussteigen lassen, als ihm merkwürdige Geräusche an der Bahn auffielen. Nun wollte er die S-Bahn zur Werkstatt fahren, als das Unglück passierte. Ob der Zug defekt war, ist noch nicht abschließend geklärt. Rechtzeitig gewartet worden sei er: 18.000 Kilometer war er nach der letzten Wartung unterwegs, insgesamt 20.000 dürfe er fahren, so ein Sprecher der Bahn.

Jedenfalls sorgte der Unfall dafür, dass am Montag nicht wie geplant 429 Viertelzüge eingesetzt wurden, sondern nur 413.

Doch noch immer lehnt der Senat ab, den Vertrag mit der S-Bahn zu kündigen. Immerhin will er nun den Zuschuss an die Deutsche Bahn AG, Betreiberin der Berliner S-Bahn, kürzen, wenn diese zu kurze Züge mit nur vier oder sechs Wagons einsetzt. Bisher zahlte das Land Berlin nur weniger, wenn S-Bahnen ganz ausfielen und die vereinbarten Fahrten nicht stattfinden konnten. Das soll sich nun ändern, wie Verkehrs-Staatssekretärin Maria Krautzberger von der SPD verkündete – auch, wenn der Vertrag zwischen Bahn und Land Kürzungen wegen zu kurzer Züge nicht vorsieht. Ob die Deutsche Bahn sich davon beeindrucken lässt oder ob sie es auf eine Klage gegen das Land ankommen lässt, bleibt abzuwarten.

Immer wieder Ärger mit Berliner S-Bahn

Erst ging so gut wie nichts mehr bei der Berliner S-Bahn, da die Bahn sparen wollte – ausgerechnet an den notwendigen Sicherheitsüberprüfungen. Und das Thema S-Bahn ist noch lange nicht beendet: Zwar sind ab dem heutigen Montag wieder mehr Wagen im Einsatz, doch die geplante Aufnahme des Regelfahrbetriebs im Dezember schafft die S-Bahn wahrscheinlich nicht. Dazu fehlen die so genannten Viertelzüge; Fahrgäste müssen mit verkürzten und daher volleren Wagen Vorlieb nehmen.

Und noch sind längst nicht wieder alle Wagen im Einsatz, da schafft die Bahn den Ersatzverkehr mit Regionalbahnen zwischen Berlin Ostbahnhof und Potsdam ab. Dort fahren jetzt wieder S-Bahnen – die fehlen dafür an anderer Stelle im Streckennetz. Also wartet man als Fahrgast wieder länger, ganz nach dem Motto: Die Bahn kommt – nicht.

Aufgrund der zahlreichen Zugausfälle hätte der Senat den Verkehrsvertrag mit der Deutschen Bahn AG aufkündigen können. Dieser wird momentan nachverhandelt. Mit einer Kündigung hätte der Senat ein Mittel, um Druck auf die Bahn auszuüben, endlich wieder genügend Wagen einzusetzen und die bestehenden Sicherheitsvorschriften einzuhalten. Doch er verzichtet auf die Kündigung. Warum, ist unklar. Der Tagesspiegel vermutet in einem Artikel, dass der Senat das Verhältnis mit dem neuen Bahnchef Rüdiger Grube nicht trüben wollte.

Den Fahrgästen ist damit wenig geholfen. Der ÖPNV in Berlin funktioniert nicht reibungslos – und die Bahn-Kunden machen ihrem Ärger Luft. Das Berliner Institut für Gesundheits- und Gesellschaftsforschung (Iges) führte in Berlin und Brandenburg eine Umfrage unter den ÖPNV-Nutzern durch. Demnach wollen fast 250.000 Pendler in Zukunft auf das Auto umsteigen. Etwa jeder zehnte S-Bahn-Kunde möchte sich aus Ärger über das Chaos keine Zeitfahrkarte mehr kaufen. So verspielen Bahn AG und Senat nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern auch bares Geld.

Entgleisungen am laufenden Band … Ärger bei der S-Bahn

Kaum hat sich das Chaos etwas gelegt, kündigt sich die nächste Krise an: Seit dem 3. August fahren zwischen Ostbahnhof und Zoo wieder S-Bahnen, doch schon droht die Belegschaft mit Streik. Und zwar während der Leichtathletik-WM vom 15. bis 23 August 2009, um maximalen Leidensdruck auszuüben, der den Mutterkonzern aber wohl weniger hart treffen wird als die Fahrgäste.
S-Bahn

Und die sind inzwischen einiges gewohnt. Schließlich war die Vollsperrung der vielbefahrenen und -genutzten Ost-West-Verbindung nur vorläufiger Höhepunkt des wachsenden Chaos bei der S-Bahn. Nach einem Radscheibenbruch Anfang Mai hatte das Unheil seinen Lauf genommen.

Zunächst manifestierte es sich nur in kürzeren – und damit deutlich volleren – Zügen, da 100 Wagen aus dem Verkehr gezogen und mit neuen Rädern ausgestattet werden sowie zusätzliche Sicherheitsprüfungen durchgeführt werden mussten. Da letztere nicht im geforderten Umfang erfolgten, ordnete Ende Juni das Eisenbahn-Bundesamt an, alle Wagen der neuesten Baureihe aus dem Betrieb zu nehmen.

Praktisch über Nacht kam es zu starken Einschränkungen im Fahrplan: Die meisten Linien verkehrten nur noch im 20-Minuten-Takt, einige fielen ganz aus. Fahrgäste mussten zusehen, wie sie pünktlich zur Arbeit kommen. Derweil nahm die Geschäftsführung der S-Bahn geschlossen ihren Hut.

Doch das Chaos wuchs weiter. Mitte Juli wurden die Sicherheitsauflagen verschärft. Das Bundesamt ordnete an, alle Vorderachsräder der betroffenen Baureihe nach 650.000 Kilometern Laufleistung auszutauschen. Davon waren so gut wie alle Züge dieser Reihe betroffen. Nur noch ein Drittel aller Züge konnte eingesetzt werden.

Die folgende Einstellung des Verkehrs auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Zoo versuchten BVG und Deutsche Bahn notdürftig zu kompensieren – erstere, indem auf den Ferienfahrplan weitgehend verzichtet wurde, letztere durch zusätzlichen Einsatz von Regionalzügen, die allerdings nicht an jeder S-Bahn-Station halten. Überfüllte Bahnhöfe und Züge, desolate Informationslage und endlose Wartereien waren die Folge.

Auch wenn nun wieder mehr Züge fahren, ist die Krise noch lange nicht vorbei. Nach wie vor klaffen Lücken im Fahrplan, Wannsee und Potsdam werden gar nicht angefahren. Und nun droht auch noch Streik. Weiterlesen

Chaos bei der Berliner S-Bahn geht weiter …

Dazu eine Pressemitteilung der Berliner S-Bahn:

Fahrgäste der Berliner S-Bahn müssen ab nächster Woche mit weiteren Einschränkungen im Fahrplanangebot rechnen. Ab August wird die Fahrzeugverfügbarkeit jedoch wieder kontinuierlich im Wochenrhythmus zunehmen. Bis Anfang Dezember soll den S-Bahn-Kunden wieder der komplette Fahrplan geboten werden. „Dafür setzen wir alle verfügbaren Kräfte ein und prüfen jede Option zur schnellstmöglichen Verbesserung der betrieblichen Lage“, sagte Ulrich Homburg, DB-Vorstand Personenverkehr.

Das Unternehmen hat am Donnerstag einen weiteren Bescheid des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) erhalten, der zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen an den Fahrzeugen der Baureihe 481 vorsieht. Damit steht ab kommendem Montag nur noch ein Drittel der Fahrzeugflotte des Unternehmens für den Betriebseinsatz zur Verfügung.

„Wir bedauern diese neuen Beeinträchtigungen für unsere Fahrgäste außerordentlich. Es ist nach allen uns vorliegenden Informationen jedoch davon auszugehen, dass mit dieser weiteren Verschlechterung des Angebots die Talsohle erreicht ist und keine weiteren Einschränkungen zu befürchten sind“, so Homburg weiter. „Gemäß unserer Maxime einer uneingeschränkten Betriebssicherheit tragen wir den EBA-Bescheid selbstverständlich voll mit und setzen ihn unverzüglich um.“

Zunächst können Fahrgäste der S-Bahn Berlin auf folgenden Fahrplan zurückgreifen: Die Ringbahnlinien S41/S42 fahren tagsüber grundsätzlich im 10-Minuten-Takt und bilden in der Innenstadt das Basisangebot der S-Bahn. Auf der Stadtbahn zwischen Zoologischer Garten und Ostbahnhof übernehmen sieben Regionalzüge pro Stunde und Richtung die Verkehrsaufgaben der S-Bahn. Im Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn fahren die Linien S1 und S2 jeweils alle 20 Minuten. Von Südkreuz über Potsdamer Platz und Hauptbahnhof nach Gesundbrunnen sind vier Mal pro Stunde und Richtung Ersatz-S-Bahnen durch den Nord-Süd-Tunnel der Fernbahn unterwegs.

Zur Entlastung fahren auf der Linie RE 1 zwischen Berlin Ostbahnhof und Potsdam Hauptbahnhof montags bis freitags bis 20 Uhr vier Regionalzüge pro Stunde und Richtung. Auf der RB 10 werden alle Züge der Verbindung Nauen – Berlin-Spandau bis Berlin-Charlottenburg verlängert– ab 20. Juli dann nicht nur werktäglich, sondern auch am Wochenende.

Die S-Bahn-Streckenabschnitte zwischen Olympiastadion und Spandau, Westkreuz und Nikolassee, Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg, Springpfuhl und Wartenberg, Adlershof und Flughafen Schönefeld sowie Strausberg und Strausberg Nord werden nicht befahren.

In Spandau stehen alternativ die Regionalverkehrslinien RE2, RE4, RB10, RB14 sowie die U-Bahn-Linie U7 und Buslinien der BVG zur Verfügung. Der Bereich Hohenschönhausen und Wartenberg wird durch zusätzliche Tramangebote der BVG abgedeckt. Zum Flughafen Schönefeld fahren alle 30 Minuten AirportExpress-Züge des Regionalverkehrs. Zwischen Südkreuz und dem Flughafen-Terminal fahren die Schnellbusse des SXF1 im 20-Minuten-Takt. Diese können zuschlagfrei benutzt werden. Zusätzlich fahren Ersatzbusse zwischen Grünau und dem Flughafen. Busse binden Mühlenbeck-Mönchmühle an die Züge der NE27 („Heidekrautbahn“) in Schönerlinde an. Die Strecken Westkreuz – Nikolassee und Strausberg – Strausberg Nord werden ebenfalls durch Busse ersetzt. Die Einrichtung weiterer Schienenersatzverkehre und die Verstärkung von BVG-Angeboten werden derzeit abgestimmt.

Die S-Bahn Berlin informiert ihre Fahrgäste umfassend über www. s-bahn-berlin.de, über eine am Montag auf den S-Bahnhöfen erhältliche Extra-Ausgabe der Kundenzeitung „punkt3“, am S-Bahn-Kundentelefon unter 030 / 29 74 33 33 sowie durch zusätzliche Servicekräfte auf allen wichtigen Umsteigebahnhöfen.

Mehr Infos über die Berliner S-Bahn

Neues Autobahn-Teilstück zum Flughafen Schönefeld freigegeben

Das fast 300 Millionen Euro teure und 10,5 Kilometer lange Teilstück der A113 ist am Freitag mit einer Festveranstaltung freigegeben worden. Nun ist es theoretisch möglich, von Wilmersdorf zum Flughafen Schönefeld in nur 25 Minuten zu gelangen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzek (SPD) bezeichnet in “WELT ONLINE” das Ganze als “hochleistungsfähige Verkehrsader”. Sie zeige, dass es mit dem dem Großflughafen BBI in Schönefeld vorangehe. Auch Flughafen-Chef Dr. Rainer Schwarz ist voll des Lobes: “Unsere Fluggäste biegen jetzt von der Autobahn direkt zum Terminal ab – komfortabler geht es nicht,” wird er in der Zeitung zitiert. Weiterlesen

Langsame Durchschnittsgeschwindigkeit bei Berlins Autofahrern?

Laut eines Städtevergleichs des privaten Unternehmens Itis Holdings und des US-Wirtschaftsmagazins “Forbes” liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Berlins Straßen bei moderaten 24,5 Stundenkilometern. Damit belegt Berlin im europaweiten Vergleich den vorletzten Platz. Nur Londons Autofahrer sind mit Tempo 19 noch langsamer unterwegs, schreibt die “Berliner Morgenpost”. Weiterlesen

Fahrpreiserhöhung bei der BVG unvermeidlich

Laut einem Bericht der “Berliner Morgenpost” läßt Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) verlauten, die Einigung im Tarifstreit “erhöhe den Druck in Bezug auf die künftige Preisentwicklung” bei den Fahrpreisen. Dies sei die einzige Möglichkeit, die 28,3 Millionen Euro aufzubringen, die der Tarifkompromiss koste. Weitere Finanzmittel, wie eine weitere Kreditaufnahme der mit 685 Millionen Euro verschuldeten BVG, sei auf Grund der angespannten Haushaltslage Berlins schwierig. Auch die Möglichkeit über eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen die Mehrbelastung abzufedern, wird nach Ansicht von BVG-Chef Andreas Sturmowski nicht einfach. Dieser “wirtschaftliche Unsicherheitsfaktor” komme durch einen Vertrauensschwund der Kunden gegenüber der BVG zustande. Man befürchte, durch die Streiks viele Fahrgäste verloren zu haben. “Wir werden erst einmal sehen, wie viele Fahrgäste noch da sind und wie viele in vier Wochen wieder da sind”, wird der BVG-Chef zitiert. Weiterlesen

BVG-Tarifstreit beigelegt

Wie der “Berliner Tagesspiegel” in einer Eilmeldung schreibt, ist der Tarifstreit bei der BVG beigelegt. Der Streik soll demnach am Wochenende ausgesetzt werden. Wie Vertreter beider Lager verlauten ließen, “habe man sich auf eine gemeinsam tragbare Lösung verständigt”. Über die Aussetzung des Streiks werde derzeit noch gesondert verhandelt. Die rund 11.500 Beschäftigten erhalten der Meldung zur Folge durchschnittlich 4,6 Prozent mehr Gehalt. Das sind 28,3 Millionen Euro Mehrbelastung pro Jahr, die zu tragen sind. Damit scheint sich der Streik-Kreis zu schließen, der am 17. Januar begann.

Notfahrplan der BVG in Kraft

Eine Buslinie, die noch regelmäßig fährt, ist laut “Berliner Morgenpost” der TXL vom Hauptbahnhof über S-Bahnhof Beusselstraße zum Flughafen Tegel während der Hauptverkehrszeiten im 10 Minuten Takt. Der Notfallplan der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) steht also und ist bereits im Einsatz. Als PDF herunterladbar.