Berlin Blog

Ein Blog für Berliner und Brandenburger

Starkregen unterspült Avus – Reparaturarbeiten in der Nacht zum Mittwoch

Endlich zeigt sie sich wieder einmal über Berlin: Die Sonne wurde im Juli schmerzlich vermisst. Die anhaltend starken Regenfälle haben in der Stadt zu einigen Schäden geführt. Am Montagabend wurde sogar der Ausnahmezustand ausgerufen. Vor allem der Südwesten Berlins stand unter Wasser. Die Feuerwehr musste innerhalb von drei Stunden 190 Mal ausrücken, um Keller auszupumpen, Straßen wieder passierbar zu machen und Tiefgaragen freizulegen. Auch die Avus wurde zum Opfer der heftigen Regenfälle. Das Wasser unterspülte die Autobahn zum Teil – bis Donnerstagnachmittag können Autofahrer in Richtung Berlin daher nur einen Fahrtstreifen nutzen.

Vom heutigen Dienstagabend an wird ein Teilstück der Avus außerdem gesperrt: Vom Grunewald bis zur Spanischen Allee ist die Autobahn dann zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens nicht mehr passierbar. Die Zeit wollen die Arbeiter nutzen, um den rechten Fahrtstreifen wieder auf Vordermann zu bringen. Die Schäden an der Avus, die sich auf rund zwei Kilometer Länge erstrecken, waren schon am Freitag bekannt geworden. Die Schäden führten am Wochenende zu kilometerlangen Staus, die bis auf die A 100 zurückreichten, die von der Avus abzweigt.

Die Senatsverwaltung will sich nicht darauf verlassen, dass dies die letzten Renovierungsarbeiten an der beschädigten Autobahn sind. Bei ähnlichen Witterungsverhältnissen könnte es wieder zu Einschränkungen im Verkehr kommen, so heißt es.

Neue Flugrouten für Berlin Schönefeld: Stärkere Lärmbelastung für den Südosten

Monatelang gab es Diskussionen: Wo sollen die Routen der am neuen Flughafen in Schönefeld startenden und landenden Flugzeuge entlang führen? Oder anders gefragt: Welcher Stadtteil, welcher Bezirk muss am meisten unter dem Start- und Landelärm leiden? Die Deutsche Flugsicherung hat die ursprünglichen Routen nun zum Teil korrigiert und legte gestern, am Montag, den 4 Juli, ein neues Konzept für die Flugrouten vor.

Zu den Gewinnern gehört vor allem der Südwesten der Stadt inklusive Potsdam. Diese Region soll vom Fluglärm so weit wie möglich verschont bleiben. Potsdam soll sogar ganz umflogen werden. Zu den Verlierern zählt dagegen der Südosten. Vor allem am Müggelsee wird es in Zukunft laut, wenn es nach den Plänen der Deutschen Flugsicherung geht. Auch über Bohnsdorf und Blankenfelde-Mahlow sollen die Routen der Flugzeuge führen.

Täglich werden etwa 122 Flüge vom neuen BBI in Schönefeld aus bei Ostwind gen Osten starten und dann nach Westen abdrehen. Wenn sie Müggelsee überfliegen, haben die Flugzeuge gerade eine Höhe von rund 1150 Metern oder 3500 Fuß erreicht, sind am Boden also noch gut zu hören. Mit der Erholung im Naherholungsgebiet Müggelsee könnte es damit vorbei sein.

Vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und auch aus den Reihen der Grünen gab es Lob für die neuen Flugrouten. Die Anwohner im Südosten Berlins wollen ihre Proteste nach der Bekanntgabe der neuen Flugrouten jedoch nicht einstellen. Eine Friedrichshagener Bürgerinitiative wird weiter gegen die Routenplanung vorgehen, kündigte sie an. Auch aus Blankenfelde-Mahlow gibt es Kritik – die Region wird nicht nur von startenden, sondern auch von landenden Flugzeugen überflogen.

Seit September 2010 geht der Streit um die Routenführung nun – und noch ist er nicht entschieden. Die Rechtsverordnung über die Routen soll am 31. März 2012 in Kraft treten, einige Wochen bevor der BBI im Juni 2012 eröffnet.

Warnstreik bei der BVG

Mal wieder wird gestreikt in Berlin – und mal wieder stehen leicht verärgerte Fahrgäste auf den Bahnsteigen. Diesmal ist nicht die Berliner S-Bahn betroffen; am heutigen Donnerstagmorgen bis zehn Uhr streikte die BVG, U-Bahnen ließen zum Teil auf sich warten. Der Dachverband DBB Tarifunion, darunter auch die Lokführergewerkschaft GDL, hatte dazu aufgerufen, vom Schichtbeginn um drei Uhr früh bis zum Vormittag die Arbeit niederzulegen.

Die Gewerkschaften möchten mit dem Streik unter anderem erreichen, dass die Nachtarbeit auf die Zeit von 20 bis sechs Uhr ausgeweitet wird. Ansprüche auf Zusatzurlaub dürften zudem nicht entfallen. Um konkrete Gehaltsforderungen geht es dabei nicht. Die BVG-Chefin Evelyn Nikutta und der BVG-Vorstand zeigen wenig Verständnis für den Streik: Die Verhandlungen für den neuen Rahmentarifvertrag liefen planmäßig, die Arbeitsniederlegung habe daher wenig Berechtigung. Die Gewerkschaft Ver.di, bei der die meisten BVGler Mitglied sind, beteiligte sich nicht an dem Streik.

Zum kompletten Stilstand kam es nicht. Am stärksten betroffen war noch die U-Bahnlinie 3, bei der es zu mehreren Ausfällen kam.  Länger als 10 Minuten warteten die Fahrgäste allerdings nicht auf ihren Zug. Gar nicht fahren sollte die Linie U4 – die kam dann aber schließlich doch. Die Linien U6 und U9 sollen alle zehn Minuten verkehren, auf der Linie U5 und U8 gilt der 20-Minuten-Takt. Nicht vom Streik betroffen sind die U-Bahnlinien U1 und U2 – laut den BVG-Sprechern haben die Fahrgäste auf diesen Linien schon genug Ärger mit den Streckensperrungen zwischen Gleisdreieck–Wittenbergplatz und Olympiastadion–Ruhleben. Auch der Tegel Express TXL und die Straßenbahnen sollen normal verkehren.

Der Streik am heutigen Donnerstag lief für die Fahrgäste also noch relativ glimpflich ab. Als Berliner Kundes des ÖPNV ist man ja immerhin einiges gewöhnt und lässt sich von zehn Minuten Verspätung nicht mehr beeindrucken. Die heutige Arbeitsniederlegung könnte aber nur der Auftakt zu größeren Streiks gewesen sein, wie ein Gewerkschaftssprecher-Sprecher im Interview mit Rado motorfm verkündete.

Kabelbrand am Ostkreuz: Auch am Dienstag noch Beeinträchtigungen im Nahverkehr

Es war höchstwahrscheinlich eine linksextremistische Gruppe, die am Montagmorgen einen Kabelbrand am Ostkreuz verantwortete. Kurz nachdem die Polizei Brandbeschleuniger am Tatort gefunden hatte, bekannte sich die Gruppierung von militanten Atomkraftgegnern in einem Schreiben zu dem Anschlag. Die Bahn habe es getroffen, da auf deren Schienennetz Atommüll und Atomtechnik transportiert werden, heißt es in dem Bekennerbrief. Die Polizei prüft zurzeit, ob das Schreiben echt ist.

In erster Linie betroffen sind allerdings die Fahrgäste, die Stunden auf ihren Regionalzug oder ihre S-Bahn warten mussten. Durch den Brand kam es gestern zu massiven Beeinträchtigungen im S-Bahn- und im Regionalverkehr. Tausende von Fahrgästen standen teil 2,5 Stunden auf den Bahnsteigen und warteten auf Züge oder Schienenersatzverkehr. Die Busse wurden allerdings erst spät bereitgestellt; viele Pendler kamen viel zu spät zur Arbeit. Planmäßig fuhren nur noch die Bahnen S1, S2, und S25.

Gegen 3.00 Uhr in der Früh wurde der Kabelbrand bemerkt. Die Feuerwehr hatte ihn zwar bald unter Kontrolle, konnte aber nicht verhindern, dass die S-Bahn-Starkstromleitung zerstört wurde. Auch andere wichtige Kabel wurden beschädigt. Der Anschlag und das Bekennerschreiben erinnern an einen ähnlichen Fall aus dem letzten November: Damals brannte ein Kabelschacht in Neukölln, was das Signal- und Sicherungssystem der S-Bahn lahmlegte. Auch damals erhielten die Ermittler einen Bekennerbrief militanter Atomkraftgegner. Und wie vor einem halben Jahr traf es diesmal wieder einen verkehrstechnischen Knotenpunkt.

Auch heute ist noch mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen. Auf den S-Bahn-Strecken 3, 5, 7,75 wird zeitweise Pendelverkehr eingesetzt, die Ringbahn verkehrt im 10-Minuten-Takt. Die S9 fährt nur zwischen Treptower Park und Flughafen Schönefeld.

Grüne wollen S-Bahn durch Regionalzüge unterstützen

Der letzte Winter ist vielen Berliner Pendlern wahrscheinlich noch in bester Erinnerung: Oft stand man frierend am Bahnsteig und wartete auf die S-Bahn, die nicht kam. Der nächste Winter kommt bestimmt – und darüber, dass bei der Berliner S-Bahn immer noch nicht alles rund läuft und auch bis zum Winter nicht rundlaufen wird, täuschen auch die momentanen Entschädigungen nicht hinweg. Mit Grausem sieht manch einer auch einem voraussichtlich heißen Sommer entgegen; das Vertrauen in pünktlich verkehrende S-Bahnen ist gründlich erschöpft. Besonders, wer in den Außenbezirken wohnt, kann und will sich nicht mehr auf die S-Bahn verlassen.

Die Berliner Grünen haben nun – pünktlich zum Wahlkampf – ein Konzept vorgestellt, dass die Leiden der S-Bahn-Fahrer lindern soll: Regionalzüge sollen das S-Bahn-Netz ergänzen. Standardmäßig soll die Regionalbahn 13 von Spandau über den Hauptbahnhof nach Lichterfelde und Teltow fahren. Weitere Regionalzüge sollen auf den Strecken zwischen BBI, Höhenschönhausen und dem Hauptbahnhof eingesetzt werden. Wenn gar nichts mehr geht, soll ein Shuttle zwischen Spandau und Gesundbrunnen verkehren – die S-Bahn könnte ihre Wagen dann konzentriert dort einsetzen, wo keine Regionalzüge verkehren können, zum Beispiel auf dem Ring.

Woher sollen die zusätzlichen Regionalzüge nun kommen? Auch darauf haben die Grünen eine Antwort: Die Bahn soll sie zur Verfügung stellen; immerhin rangiert sie im nächsten Jahr rund 60 Züge aus.

Das Konzept scheint wie eine recht charmante Idee. Fachleute halten eine Umsetzung aber für wenig realistisch, da die Weichen auf den S-Bahn-Strecken nicht immer für Regionalzüge passen und Strecken durch den Nord-Süd-Tunnel für Dieselloks ohnehin gesperrt sind.

Streik der Lokführer: Auch die S-Bahn stand still

erwischt. Von 6.00 bis 8.00 Uhr, also pünktlich zum Arbeitsbeginn vieler Pendler, standen Regional- und S-Bahnen still.

Wer in Berlin lebt, wich auf die BVG aus. Härter traf es die Pendler aus den Berliner Randbezirken, die auf ihre Regionalbahnen angewiesen sind. Wer konnte, nahm einen Zug vor 6.00 oder nach 8.00 Uhr. Aber das konnte eben nicht jeder – und so hieß es für einige Fahrgäste: Warten und frieren. Die Temperaturen am frühen Morgen bewegten sich nämlich bei gut 12 Grad unter dem Gefrierpunkt, was die Laune der Fahrgäste nicht unbedingt besserte.

Verständnis für den Streik zeigten die Fahrgäste nicht. Vor allem die mangelnde Information sorgte für Wut:  Zwar waren die Warnstreiks angekündigt, ab wann genau gestreikt wird und ob die Berliner S-Bahn betroffen ist, teilte die GDL aber erst recht kurzfristig mit. An den Service-Points stauten sich die Pendler, um die Auskunft zu bekommen, wie lange der Streik denn dauert.

80 Prozent der Lokführer sind in der GDL organisiert. Mit ihrem Streik wollen sie für einen einheitlichen Tarifvertrag kämpfen. Ein verständliches Ziel, zu dem der Streik ein legitimes Mittel ist. Nur leider scheint der Zeitraum äußerst unglücklich gewählt: Nach den Winterpannen bei der Bahn und dem sich lange hinziehenden Chaos bei der S-Bahn sind die wenigsten Fahrgäste milde und verständnisvoll genug, um weitere Verzögerungen hinzunehmen.

BGH entscheidet: „S-Bahn-Leistungen müssen ausgeschrieben werden“

Monatelang schon gibt es Ärger mit der Berliner S-Bahn – nun hat der Bundesgerichtshof entschieden:  Verkehrsaufträge müssen ab sofort öffentlich und europaweit ausgeschrieben werden. Damit am Urteil kein Zweifel offen bleibt, gab der BGH seiner Pressemeldung die Überschrift: „S-Bahn-Leistungen müssen ausgeschrieben werden“.

2017 läuft der Vertrag zwischen dem Senat und der Bahn AG, der Betreiberfirma der S-Bahn, aus. Ab dann könnte eigentlich der öffentliche Wettbewerb zwischen den Verkehrsunternehmen starten – wenn, ja wenn es da nicht ein kleines Problem gäbe: Auf den S-Bahn-Strecken können nämlich nur speziell konstruierte Fahrzeuge fahren. Seitliche Stromschienen und eine Gewichtsbeschränkung für die Wagons verhindern, dass andere Verkehrsbetriebe zeitnah passende Wagen zur Verfügung stellen können. Die Bahn AG hält also weiterhin das Wagenmonopol – und verkaufen will sie keine ihrer Fahrzeuge.

Bis 2017 können nicht genügend Fahrzeuge produziert werden, die auf die Schienen passen. 700 Doppelwagen bräuchte man, um das komplette Streckennetz abzudecken. Nach Berechnungen des Senats können in den nächsten sechs Jahren aber nur etwa 200 Wagen gebaut und erprobt werden.

Die Folge: Ab 2017 bleiben zwei Drittel des Streckennetzes in der Hand der Bahn AG, ausgeschrieben wird  erstmal nur ein Drittel der S-Bahn-Strecken. Sofern sich der Senat nicht dazu entscheidet, diese Teilstrecke direkt an die landeseigene BVG zu vergeben. Diesen Spielraum lässt das Urteil des BGH durchaus zu. Die Bahn AG darf den Auftrag allerdings nicht mehr direkt erhalten – sie kann sich aber wie jedes andere Unternehmen bei der öffentlichen Ausschreibung bewerben.

Wie es weitergeht für die leidgeprüften S-Bahn-Fahrer in der Hauptstadt, will der Senat im März entscheiden: Wird es den internationalen Wettbewerb geben? Oder erhält die BVG den Direktauftrag? Egal, wie es ausgeht: Die meisten S-Bahn-Kunden werden erleichtert sein, dass sich bald ein anderes Unternehmen um diesen Teil des ÖPNV kümmert.

Berliner S-Bahn entschädigt für lange Wartezeiten und Ausfälle

S-Bahn-Fahrer in Berlin sind ja in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnt worden. Für Verspätungen und Ausfälle wurde nun abermals ein Entschädigungspaket geschnürt, mit dem sich S-Bahn-Betreiber Deutsche Bahn bei den Kunden entschuldigen will.

Abo- und Jahreskartenbesitzer können einen gesamten Monat frei fahren, müssen bis dahin aber noch bis zum November warten. Für feste Monatskarten und das Sozialticket zahlt an im Mai 15 Euro weniger, gleitende Monatskarten gelten eine Woche länger. Und Einzelfahrausweise können schon an den Februarwochenenden sowie am 5. Juni als Tagestickets genutzt werden.

Mit 38,5 Millionen Euro schlägt dieses Entschädigungspaket zu Gute. Es ist bereits das dritte Mal, dass die S-Bahn sich auf diese Weise für verkürzte Züge, längere Wartezeiten und Komplettausfälle auf einigen Strecken entschuldigt. Das aktuelle Paket kommt die S-Bahn immerhin günstiger als das Paket von 2010, wofür etwa 70 Millionen Euro ausgegeben wurden. Die S-Bahn-Betreiber sollten sich allerdings mal fragen, ob sie nicht mit regelmäßigen und zuverlässigen Wartungen günstiger wegkämen… Die Kunden würde das sicherlich mehr freuen als ein kostenfreier Monat.

Immerhin gilt auch bei der S-Bahn mit einigen Wochen Verspätung mittlerweile die Winterzeit, besser gesagt, der Winterfahrplan.

2011 – was kommt, was bleibt?

Ein neues Jahr ist angebrochen in der Hauptstadt. Tausende von Touristen begrüßten das Jahr 2011 wieder einmal bei der Silvesterparty am Brandenburger Tor, die Berliner schossen ihre Raketen auf den Straßen und Brücken ab. Auf den Gehwegen liegt derweil noch der alte Schnee, gestern kam etwas neuer dazu.

Was ändert sich 2011 in Berlin, was bleibt?

Am Montag erschien es den zur Arbeit hastenden Berlinern zunächst wie ein übles Deja Vu: Die S-Bahn setzte einen Notfallfahrplan ein. Das kennen wir ja aus dem letzten Winter – nun ja, eigentlich aus den letzten zwei Jahren. Eine wirkliche Verbesserung der Situation ist auch 2011 nicht in Sicht.

Die BVG-Fahrpreise sind derweil gestiegen. Eine Tatsache, die Verkehrssenatorin Ingeborg Jung-Reiher für die U-Bahnen, Trams und Busse als gerechtfertigt ansieht, für die problemgeplagte S-Bahn aber nicht. Sie fordert Entschädigungen für die Passagiere, zum Beispiel zwei Monate freie Fahrt.

Nicht viel Neues gibt es auch für Kinder aus Hartz-IV-Familien. Das geplante Bildungspaket, mit denen sie Gutscheine für Nachhilfe, Musik- oder Sportunterricht erhalten sollten, verzögert sich. Berliner Job-Center und Schulen haben sich zwar schon auf das Paket vorbereitet, müssen sich nun aber genau wie die betroffenen Familien in Geduld üben. Die Reform wurde im Dezember im Bundesrat gestoppt, seitdem laufen neue Verhandlungen, die sich noch bis Februar hinziehen können.

Auch die geplante Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes um 5 Euro wird es erstmal nicht geben.   Auf das Elterngeld müssen Hartz-IV-Empfänger in Zukunft ebenfalls verzichten; genauso allerdings Spitzenverdiener, die ebenfalls kein Elterngeld mehr erhalten.

2011 könnte den Verbrauchern vor allem als das Jahr der großen Ebbe im Portemonnaie in Erinnerung bleiben. Die Lebenshaltungskosten für Berliner Bürger steigen: Die großen Strom- und Gasversorger erhöhen ihre Preise; der Beitrag für gesetzliche Krankenkassen steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. Die Luftverkehrsabgabe sorgt dafür, dass auch Flugreisen teurer werden.

Bleibt das Warten auf positive Meldungen. Vielleicht könnte 2011 das Jahr der Einsicht und großen Entschädigungen bei der S-Bahn werden. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.
( Bild: ©  AKhodi)

Tickets für S- und U-Bahn werden teurer

Man mag sich ja gar nicht mehr so recht aufregen über den Öffentlichen Nahverkehr in Berlin. Als Zugezogener, gerade aus einer Kleinstadt, freut man sich zunächst ja auch über den regelmäßigen Takt und die relativ guten Nachtverbindungen. Doch kaum fällt Schnee, bricht ein Teil des Netzes zusammen. Erschwerend hinzu kommt noch, dass die S-Bahn seit dem letzten Jahr ohnehin nur mit eingeschränktem Wagenaufkommen fährt.

Lange Wartezeiten und überfüllte Wagons sind mittlerweile die Regel. Dafür dürfen die Fahrgäste ab dem 1. Januar auch noch tiefer in die Tasche greifen. Anfang 2010 verzichteten Senat und die Verkehrsbetriebe im Verbund Berlin-Brandenburg auf eine Anhebung der Fahrtpreise – zu sehr litten die Passagiere unter den ständigen Verspätungen und Ausfällen. Auch 2009 stiegen die Preise nicht. Doch 2011 wird es keinen weiteren Aufschub geben. Mit den höheren Ticketpreisen sollen die gestiegenen Kosten für Personal und Technik ausgeglichen werden.

Einzeltickets kosten ab dem nächsten Jahr dann 2,30 statt wie bisher 2,10. Für Monatskarten müssen Fahrgäste zwei Euro mehr bezahlen, also 74 Euro.

Freuen kann man sich als Fahrgast der Öffentlichen nur über eventuelle Entschädigungen, die der Senat nach dem erneuten Ausfall der S-Bahn angeregt hat. Die S-Bahn-Betreiber möchten darüber aber noch nachdenken.