Berlin Blog

Ein Blog für Berliner und Brandenburger

Kabelbrand am Ostkreuz: Auch am Dienstag noch Beeinträchtigungen im Nahverkehr

Es war höchstwahrscheinlich eine linksextremistische Gruppe, die am Montagmorgen einen Kabelbrand am Ostkreuz verantwortete. Kurz nachdem die Polizei Brandbeschleuniger am Tatort gefunden hatte, bekannte sich die Gruppierung von militanten Atomkraftgegnern in einem Schreiben zu dem Anschlag. Die Bahn habe es getroffen, da auf deren Schienennetz Atommüll und Atomtechnik transportiert werden, heißt es in dem Bekennerbrief. Die Polizei prüft zurzeit, ob das Schreiben echt ist.

In erster Linie betroffen sind allerdings die Fahrgäste, die Stunden auf ihren Regionalzug oder ihre S-Bahn warten mussten. Durch den Brand kam es gestern zu massiven Beeinträchtigungen im S-Bahn- und im Regionalverkehr. Tausende von Fahrgästen standen teil 2,5 Stunden auf den Bahnsteigen und warteten auf Züge oder Schienenersatzverkehr. Die Busse wurden allerdings erst spät bereitgestellt; viele Pendler kamen viel zu spät zur Arbeit. Planmäßig fuhren nur noch die Bahnen S1, S2, und S25.

Gegen 3.00 Uhr in der Früh wurde der Kabelbrand bemerkt. Die Feuerwehr hatte ihn zwar bald unter Kontrolle, konnte aber nicht verhindern, dass die S-Bahn-Starkstromleitung zerstört wurde. Auch andere wichtige Kabel wurden beschädigt. Der Anschlag und das Bekennerschreiben erinnern an einen ähnlichen Fall aus dem letzten November: Damals brannte ein Kabelschacht in Neukölln, was das Signal- und Sicherungssystem der S-Bahn lahmlegte. Auch damals erhielten die Ermittler einen Bekennerbrief militanter Atomkraftgegner. Und wie vor einem halben Jahr traf es diesmal wieder einen verkehrstechnischen Knotenpunkt.

Auch heute ist noch mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen. Auf den S-Bahn-Strecken 3, 5, 7,75 wird zeitweise Pendelverkehr eingesetzt, die Ringbahn verkehrt im 10-Minuten-Takt. Die S9 fährt nur zwischen Treptower Park und Flughafen Schönefeld.

Grüne wollen S-Bahn durch Regionalzüge unterstützen

Der letzte Winter ist vielen Berliner Pendlern wahrscheinlich noch in bester Erinnerung: Oft stand man frierend am Bahnsteig und wartete auf die S-Bahn, die nicht kam. Der nächste Winter kommt bestimmt – und darüber, dass bei der Berliner S-Bahn immer noch nicht alles rund läuft und auch bis zum Winter nicht rundlaufen wird, täuschen auch die momentanen Entschädigungen nicht hinweg. Mit Grausem sieht manch einer auch einem voraussichtlich heißen Sommer entgegen; das Vertrauen in pünktlich verkehrende S-Bahnen ist gründlich erschöpft. Besonders, wer in den Außenbezirken wohnt, kann und will sich nicht mehr auf die S-Bahn verlassen.

Die Berliner Grünen haben nun – pünktlich zum Wahlkampf – ein Konzept vorgestellt, dass die Leiden der S-Bahn-Fahrer lindern soll: Regionalzüge sollen das S-Bahn-Netz ergänzen. Standardmäßig soll die Regionalbahn 13 von Spandau über den Hauptbahnhof nach Lichterfelde und Teltow fahren. Weitere Regionalzüge sollen auf den Strecken zwischen BBI, Höhenschönhausen und dem Hauptbahnhof eingesetzt werden. Wenn gar nichts mehr geht, soll ein Shuttle zwischen Spandau und Gesundbrunnen verkehren – die S-Bahn könnte ihre Wagen dann konzentriert dort einsetzen, wo keine Regionalzüge verkehren können, zum Beispiel auf dem Ring.

Woher sollen die zusätzlichen Regionalzüge nun kommen? Auch darauf haben die Grünen eine Antwort: Die Bahn soll sie zur Verfügung stellen; immerhin rangiert sie im nächsten Jahr rund 60 Züge aus.

Das Konzept scheint wie eine recht charmante Idee. Fachleute halten eine Umsetzung aber für wenig realistisch, da die Weichen auf den S-Bahn-Strecken nicht immer für Regionalzüge passen und Strecken durch den Nord-Süd-Tunnel für Dieselloks ohnehin gesperrt sind.

Streik der Lokführer: Auch die S-Bahn stand still

erwischt. Von 6.00 bis 8.00 Uhr, also pünktlich zum Arbeitsbeginn vieler Pendler, standen Regional- und S-Bahnen still.

Wer in Berlin lebt, wich auf die BVG aus. Härter traf es die Pendler aus den Berliner Randbezirken, die auf ihre Regionalbahnen angewiesen sind. Wer konnte, nahm einen Zug vor 6.00 oder nach 8.00 Uhr. Aber das konnte eben nicht jeder – und so hieß es für einige Fahrgäste: Warten und frieren. Die Temperaturen am frühen Morgen bewegten sich nämlich bei gut 12 Grad unter dem Gefrierpunkt, was die Laune der Fahrgäste nicht unbedingt besserte.

Verständnis für den Streik zeigten die Fahrgäste nicht. Vor allem die mangelnde Information sorgte für Wut:  Zwar waren die Warnstreiks angekündigt, ab wann genau gestreikt wird und ob die Berliner S-Bahn betroffen ist, teilte die GDL aber erst recht kurzfristig mit. An den Service-Points stauten sich die Pendler, um die Auskunft zu bekommen, wie lange der Streik denn dauert.

80 Prozent der Lokführer sind in der GDL organisiert. Mit ihrem Streik wollen sie für einen einheitlichen Tarifvertrag kämpfen. Ein verständliches Ziel, zu dem der Streik ein legitimes Mittel ist. Nur leider scheint der Zeitraum äußerst unglücklich gewählt: Nach den Winterpannen bei der Bahn und dem sich lange hinziehenden Chaos bei der S-Bahn sind die wenigsten Fahrgäste milde und verständnisvoll genug, um weitere Verzögerungen hinzunehmen.

BGH entscheidet: „S-Bahn-Leistungen müssen ausgeschrieben werden“

Monatelang schon gibt es Ärger mit der Berliner S-Bahn – nun hat der Bundesgerichtshof entschieden:  Verkehrsaufträge müssen ab sofort öffentlich und europaweit ausgeschrieben werden. Damit am Urteil kein Zweifel offen bleibt, gab der BGH seiner Pressemeldung die Überschrift: „S-Bahn-Leistungen müssen ausgeschrieben werden“.

2017 läuft der Vertrag zwischen dem Senat und der Bahn AG, der Betreiberfirma der S-Bahn, aus. Ab dann könnte eigentlich der öffentliche Wettbewerb zwischen den Verkehrsunternehmen starten – wenn, ja wenn es da nicht ein kleines Problem gäbe: Auf den S-Bahn-Strecken können nämlich nur speziell konstruierte Fahrzeuge fahren. Seitliche Stromschienen und eine Gewichtsbeschränkung für die Wagons verhindern, dass andere Verkehrsbetriebe zeitnah passende Wagen zur Verfügung stellen können. Die Bahn AG hält also weiterhin das Wagenmonopol – und verkaufen will sie keine ihrer Fahrzeuge.

Bis 2017 können nicht genügend Fahrzeuge produziert werden, die auf die Schienen passen. 700 Doppelwagen bräuchte man, um das komplette Streckennetz abzudecken. Nach Berechnungen des Senats können in den nächsten sechs Jahren aber nur etwa 200 Wagen gebaut und erprobt werden.

Die Folge: Ab 2017 bleiben zwei Drittel des Streckennetzes in der Hand der Bahn AG, ausgeschrieben wird  erstmal nur ein Drittel der S-Bahn-Strecken. Sofern sich der Senat nicht dazu entscheidet, diese Teilstrecke direkt an die landeseigene BVG zu vergeben. Diesen Spielraum lässt das Urteil des BGH durchaus zu. Die Bahn AG darf den Auftrag allerdings nicht mehr direkt erhalten – sie kann sich aber wie jedes andere Unternehmen bei der öffentlichen Ausschreibung bewerben.

Wie es weitergeht für die leidgeprüften S-Bahn-Fahrer in der Hauptstadt, will der Senat im März entscheiden: Wird es den internationalen Wettbewerb geben? Oder erhält die BVG den Direktauftrag? Egal, wie es ausgeht: Die meisten S-Bahn-Kunden werden erleichtert sein, dass sich bald ein anderes Unternehmen um diesen Teil des ÖPNV kümmert.

Berliner S-Bahn entschädigt für lange Wartezeiten und Ausfälle

S-Bahn-Fahrer in Berlin sind ja in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnt worden. Für Verspätungen und Ausfälle wurde nun abermals ein Entschädigungspaket geschnürt, mit dem sich S-Bahn-Betreiber Deutsche Bahn bei den Kunden entschuldigen will.

Abo- und Jahreskartenbesitzer können einen gesamten Monat frei fahren, müssen bis dahin aber noch bis zum November warten. Für feste Monatskarten und das Sozialticket zahlt an im Mai 15 Euro weniger, gleitende Monatskarten gelten eine Woche länger. Und Einzelfahrausweise können schon an den Februarwochenenden sowie am 5. Juni als Tagestickets genutzt werden.

Mit 38,5 Millionen Euro schlägt dieses Entschädigungspaket zu Gute. Es ist bereits das dritte Mal, dass die S-Bahn sich auf diese Weise für verkürzte Züge, längere Wartezeiten und Komplettausfälle auf einigen Strecken entschuldigt. Das aktuelle Paket kommt die S-Bahn immerhin günstiger als das Paket von 2010, wofür etwa 70 Millionen Euro ausgegeben wurden. Die S-Bahn-Betreiber sollten sich allerdings mal fragen, ob sie nicht mit regelmäßigen und zuverlässigen Wartungen günstiger wegkämen… Die Kunden würde das sicherlich mehr freuen als ein kostenfreier Monat.

Immerhin gilt auch bei der S-Bahn mit einigen Wochen Verspätung mittlerweile die Winterzeit, besser gesagt, der Winterfahrplan.

2011 – was kommt, was bleibt?

Ein neues Jahr ist angebrochen in der Hauptstadt. Tausende von Touristen begrüßten das Jahr 2011 wieder einmal bei der Silvesterparty am Brandenburger Tor, die Berliner schossen ihre Raketen auf den Straßen und Brücken ab. Auf den Gehwegen liegt derweil noch der alte Schnee, gestern kam etwas neuer dazu.

Was ändert sich 2011 in Berlin, was bleibt?

Am Montag erschien es den zur Arbeit hastenden Berlinern zunächst wie ein übles Deja Vu: Die S-Bahn setzte einen Notfallfahrplan ein. Das kennen wir ja aus dem letzten Winter – nun ja, eigentlich aus den letzten zwei Jahren. Eine wirkliche Verbesserung der Situation ist auch 2011 nicht in Sicht.

Die BVG-Fahrpreise sind derweil gestiegen. Eine Tatsache, die Verkehrssenatorin Ingeborg Jung-Reiher für die U-Bahnen, Trams und Busse als gerechtfertigt ansieht, für die problemgeplagte S-Bahn aber nicht. Sie fordert Entschädigungen für die Passagiere, zum Beispiel zwei Monate freie Fahrt.

Nicht viel Neues gibt es auch für Kinder aus Hartz-IV-Familien. Das geplante Bildungspaket, mit denen sie Gutscheine für Nachhilfe, Musik- oder Sportunterricht erhalten sollten, verzögert sich. Berliner Job-Center und Schulen haben sich zwar schon auf das Paket vorbereitet, müssen sich nun aber genau wie die betroffenen Familien in Geduld üben. Die Reform wurde im Dezember im Bundesrat gestoppt, seitdem laufen neue Verhandlungen, die sich noch bis Februar hinziehen können.

Auch die geplante Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes um 5 Euro wird es erstmal nicht geben.   Auf das Elterngeld müssen Hartz-IV-Empfänger in Zukunft ebenfalls verzichten; genauso allerdings Spitzenverdiener, die ebenfalls kein Elterngeld mehr erhalten.

2011 könnte den Verbrauchern vor allem als das Jahr der großen Ebbe im Portemonnaie in Erinnerung bleiben. Die Lebenshaltungskosten für Berliner Bürger steigen: Die großen Strom- und Gasversorger erhöhen ihre Preise; der Beitrag für gesetzliche Krankenkassen steigt von 14,9 auf 15,5 Prozent. Die Luftverkehrsabgabe sorgt dafür, dass auch Flugreisen teurer werden.

Bleibt das Warten auf positive Meldungen. Vielleicht könnte 2011 das Jahr der Einsicht und großen Entschädigungen bei der S-Bahn werden. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.
( Bild: ©  AKhodi)

Tickets für S- und U-Bahn werden teurer

Man mag sich ja gar nicht mehr so recht aufregen über den Öffentlichen Nahverkehr in Berlin. Als Zugezogener, gerade aus einer Kleinstadt, freut man sich zunächst ja auch über den regelmäßigen Takt und die relativ guten Nachtverbindungen. Doch kaum fällt Schnee, bricht ein Teil des Netzes zusammen. Erschwerend hinzu kommt noch, dass die S-Bahn seit dem letzten Jahr ohnehin nur mit eingeschränktem Wagenaufkommen fährt.

Lange Wartezeiten und überfüllte Wagons sind mittlerweile die Regel. Dafür dürfen die Fahrgäste ab dem 1. Januar auch noch tiefer in die Tasche greifen. Anfang 2010 verzichteten Senat und die Verkehrsbetriebe im Verbund Berlin-Brandenburg auf eine Anhebung der Fahrtpreise – zu sehr litten die Passagiere unter den ständigen Verspätungen und Ausfällen. Auch 2009 stiegen die Preise nicht. Doch 2011 wird es keinen weiteren Aufschub geben. Mit den höheren Ticketpreisen sollen die gestiegenen Kosten für Personal und Technik ausgeglichen werden.

Einzeltickets kosten ab dem nächsten Jahr dann 2,30 statt wie bisher 2,10. Für Monatskarten müssen Fahrgäste zwei Euro mehr bezahlen, also 74 Euro.

Freuen kann man sich als Fahrgast der Öffentlichen nur über eventuelle Entschädigungen, die der Senat nach dem erneuten Ausfall der S-Bahn angeregt hat. Die S-Bahn-Betreiber möchten darüber aber noch nachdenken.

Schneechaos an Berliner Flughäfen

Schneechaos in Berlin
Wer in diesen Tagen in seinen Winterurlaub aufbrechen möchte, wird schwer enttäuscht: Die Berliner Flughäfen versinken im Schneechaos, viele Flüge haben extreme Verspätung oder werden sogar ganz gecancelt.

Grund dafür ist nicht die Menge des Schnees allein – doch der weiße Niederschlag ist so feucht und schwer, dass die Räumdienste auf den Flughäfen viel mehr Enteisungsmittel brauchen als normalerweise, um die Flugzeuge von den Schneemassen zu befreien. Darauf waren Flughäfen und Zulieferer nicht vorbereitet und so kam es tatsächlich zu Engpässen beim Enteisungsmittel. Normalerweise kann das Mittel innerhalb von 24 Stunden nachgeliefert werden, doch bereits seit Anfang Dezember bestehen nun Schwierigkeiten. Die Tanks der Flughäfen leeren sich, auf Nachschub müssen sie länger warten. Der Hersteller kommt mit der Produktion einfach nicht mehr hinterher.

Rund 200 Flüge, etwa ein Drittel des Flugverkehrs, wurden am Donnerstag in Berlin gestrichen. Für heute melden die Flughäfen zwar eine entspanntere Lage, aber über die können sich nicht alle Passagiere freuen: Die britische Fluglinie Easyjet strich so heute morgen alle Flüge und auch Passagiere von Germanwings warteten in Schönefeld vergeblich darauf, dass ihre Flieger starteten.

Immerhin wurde mittlerweile neues Enteisungsmittel geliefert. Da uns der Winter aber noch eine zeitlang fest im Griff haben wird, sollten sich Urlauber stahlharte Nerven zulegen – oder die eisige Pracht zuhause genießen.

Adressen für den Winter:
Rodeln in Berlin
Indoorspielplätze in Berlin
Eislaufbahnen in Berlin
Weihnachtsmärkte in Berlin

Schnee – und der Verkehr steht still

Er kommt doch jedes Jahr wieder überraschend, dieser Winter. Wer rechnet im Dezember denn schon mit Schnee und Eis – vor allem nachdem der vergangene Winter ja erst Massen davon bescherrte?

Mit solcher Ironie begegneten die Menschen heute morgen dem Schneechaos auf Berlins Straßen. Diese waren nicht geräumt, die Autos und Busse kamen kaum vorwärts. Auch an den S-Bahn-Haltestellen froren die Leute, da sich die Bahnen ebenfalls durch den Schnee auf den Schienen kämpfen mussten. Zwischen sieben und elf Zentimeter Neuschnee fielen in der Nacht – und das ist, völlig ohne Ironie, für Anfang Dezember in Berlin wirklich überraschend fiel.

Lange Wartezeiten und Verzögerungen – Hunderte kamen zu spät zur Arbeit. Und standen beim Warten mitten im Schnee, denn auch vor Bus-, Straßenbahn- und S-Bahnhaltestellen macht dieser natürlich nicht Halt. Für die Räumung ist die BSR zuständig, seit vor einigen Tagen das neue Straßenreinigungsgesetz in Kraft getreten ist. Diese hat jedoch Subunternehmen mit der Arbeit beauftragt.

Auf den Straßen ist die BSR laut eigenen Angaben schon seit 3 Uhr heute früh unterwegs – und kämpft einen Sysiphos-Kampf gegen den Schnee: Ist die erste Runde durch, liegt schon wieder Schnee auf den Straßen und die Räumfahrzeuge müssen zur zweiten Runde ran.

Es bleibt die Hoffnung, dass das Tausalz bald greift und wenigstens die Hauptstraßen wieder befahrbar sind. Und wer immer kann, sollte sich nicht über den Schnee ärgern, sondern die schönen Seiten der weißen Pracht genießen. Ändern kann man das Wetter eh nicht; warum also nicht mit Schneeballschlachten und Schneemännern das Beste daraus machen?

Links zum Thema:
Rodelbahnen in Berlin
Eislaufbahnen in Berlin
Weihnachtsmarkt in Berlin

Warten auf die S-Bahn im Advent

Das erste Advents-Wochenende steht vor der Tür. Die Berliner Weihnachtsmärkte öffnen ihre Pforten und Bundespräsident Wulff hat am heutigen Freitag morgen gemeinsam mit 50 Kindern die Lichter am Weihnachtsbaum vorm Schloss Bellevue entzündet. Pünktlich hat sich in Berlin Schnee eingestellt. Mal mehr, mal weniger fluffige Flocken fallen seit der Nacht vom Himmel, heute morgen erwartete viele Hauptstädter die weiße Überraschung.

Vorweihnachtsstimmung also allerorten. Doch wer am Wochenende die ersten Weihnachtsgeschenke shoppen will, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen. S-Bahn-Fahrer müssen gleich auf mehreren Strecken mit Verzögerungen rechnen und teils auf Schienenersatzverkehr umsteigen.

Am Donnerstag schon mussten die Fahrgäste am Berliner Gesundbrunnen warten. Betonblöcke hatten sich gelöst und waren auf die Gleise gefallen. Verletzt wurde zum Glück niemand, der S-Bahn-Verkehr kam aber nur zögerlich wieder in Gang.

Heute dann erschweren die Bauarbeiten am Ostkreuz die Fahrt zum Weihnachtsshopping und Adventspartys. Einer der größten Kräne Deutschlands, der Liebherr LR 1750, wird am Wochenende die ersten Brückenpfeiler für den zukünftigen Ringbahnsteig wuchten. Die Ringbahn wird daher ab Freitag, 22 Uhr, bis Montagmorgen, unterbrochen. Zwischen Ostkreuz und Greifswalder Straße müssen die Passagiere in Busse umsteigen.

Auch andere Linien sind von den Bauarbeiten betroffen: Zwischen Lichtenrade und Ostkreuz gibt es nur S-Bahn-Pendelverkehr im 15 Minuten-Takt, zwischen Schönholz und Tegel gibt es sogar bis zum 7. Dezember Schienenersatzverkehr. An den kommenden Wochenenden wird es auf den vielbefahrenen Berliner Strecken nicht anders aussehen. Aber die Adventszeit ist ja eine Zeit der Erwartung – einige Zeit wird man so in Erwartung der S-Bahn verbringen.