Conversation Piece: Die Transmediale 2016

Berlin

Zur Eröffnung gab es eine experimentelle Talkshow im Haus der Kulturen der Welt: Am Mittwoch fand sich das Publikum bei der ersten Veranstaltung der Transmediale 2016 zwar nicht wirklich in seine Rolle als „allwissendes Lexikon“ ein und auch sonst lief nicht alles wie geplant – aber gerade das gescheiterte Experiment bewies Mut. Die Transmediale 2016 möchte mal wieder vieles anders machen als andere Medienfestivals, die Eröffnung war da tatsächlich nur der Auftakt. „Conversation Piece“ lautet der Titel der diesjährigen Ausgabe und zeigt schon an, dass Konversation im Mittelpunkt stehen soll. Es geht um Ängste und Unsicherheiten der spätkapitalistischen Welt, heißt es im kuratorischen Statement. Diskussionen, Workshops, Performances und temporäre Installationen sollen das Format des postdigitalen kulturellen Events neu erschaffen.

Auf der Suche nach einer neuen Gesprächskultur

Was heißt das nun in der Praxis? Laut Festivalleiter Kristoffer Gansing müsse man sich angesichts zahlreicher Probleme und globaler Krisen fragen, wie die Gesprächskultur im digitalen Zeitalter aussehen könne. Dazu sind rund 200 Teilnehmer nach Berlin gekommen, Medienkünstler natürlich, aber auch Soziologen, Ökonomen, Filmemacher und Aktivisten. Bis zum Sonntag präsentieren sie im Haus der Kulturen der Welt rund 80 Veranstaltungen. Das partizipative Element soll dabei im Vordergrund stehen, der Zuschauer soll aus seiner Rolle als Zuschauer heraustreten und zum Beteiligten werden. Gansing redet so auch nicht mehr vom „Festival“; man wolle sich in „Panic Rooms“ treffen – zum Beispiel heute, am Freitag, um 14:00 Uhr, um über „Post-Digital Anxiety“ zu reden, die unbestimmte Angst unseres heutigen Zeitalters.

Wie sollen, wie wollen wir miteinander reden? Wie sollen wir aktiv werden, wie handeln? Diese und weitere Fragen stellt die Transmediale 2016 noch bis zum kommenden Sonntag.
( Sonntag in Berlin ) (Foto: © JiSign )