Die beiden Theater des Jahres stehen in Berlin

Volksbühne und Maxim Gorki Theater sind Theater des Jahres

Die Zeitschrift „Theater heute“ fragt Jahr für Jahr Theaterkritiker, welche Spielstätten ihrer Meinung nach die bedeutendsten im Land sind. Dieses Jahr ging der prestigeträchtige Titel „Theater des Jahres“ an zwei sehr unterschiedliche Berliner Häuser: Sowohl das Maxim Gorki Theater als auch die Berliner Volksbühne dürfen sich über den Titel freuen. Insgesamt 43 Kritiker gaben bei der Wahl ihre Stimmen ab, jeweils sechs davon entfielen auf die beiden Berliner Bühnen. ( Die Theater in Berlin )

Wahl der Volksbühne ist auch eine Stimme für Castorf

Mit der Wahl der Volksbühne unter Intendant Frank Castorf hatten die Kritiker vermutlich auch die kulturpolitische Situation in Berlin im Blick. Castorf inszenierte im vergangenen Jahr zum einen die gefeierte „Brüder Karamasow“-Aufführung – muss sich zum anderen aber nach 25 Jahren von der Volksbühne verabschieden. Der Kunstkorator Chris Dercon soll die Leitung übernehmen, eine Wahl, mit der viele Personen aus der Theaterszene nicht einverstanden sind. Wie der Berliner Senat mit Castorf umgegangen ist, wurde zudem von vielen Theatermachern kritisiert, offene Briefe und Unterschriftensammlungen sollten den Senat umstimmen. Doch 2017 muss Castorf gehen. Ein Jahr zuvor erhält er jetzt immerhin die begehrte Auszeichnung. Nicht nur das: Kurz vor seinem Tod hat der im letzten Jahr verstorbene Bühnenbildner Bert Neumann den Innenraum der Volksbühne umgestaltet und schwarz asphaltiert. Dafür gab es posthum den Titel „Bühnenbildner des Jahres“.

Maxim Gorki Theater: völkerverbindende Arbeit

Das Maxim Gorki Theater hat bereits 2014 den Titel „Theater des Jahres“ tragen dürfen. Mit der diesjährigen Auszeichnung lobten die Kritiker die „völkerverbindende Arbeit“ des Hauses: Integration wird hier gelebt. Unter der Leitung von Jens Hillje und Shermin Langhoff hat das Maxim Gorki bereits mehrere Erfolge feiern können: Für „Und dann kam Mirna“ gab es den Friedrich-Luft-Preis 2015 der Berliner Morgenpost, „The Stituation“ wurde von „Theater heute“ zum deutschsprachigen Stück des Jahres 2016 gewählt.

Schauspieler des Jahres wurde Edgar Selge für seine Solo-Leistung in „Unterwerfung“ nach Michel Hoeullebecq am Hamburger Schauspielhaus, Schauspielerin des Jahres ist Caroline Peters, die als Ella in „John Gabriel Borkman“ nach Henrik Ibsen überzeugte.( Foto oben: © JiSign )

Weitere Neuigkeiten aus Berlin :

  • 04.09.2016 verkaufsoffener Sonntag in Berlin
  • Verkaufsoffener Sonntag in Berlin
  • 1 Kommentar zu Die beiden Theater des Jahres stehen in Berlin

    1. Ich mag die Volksbühne sehr! Glückwunsch!

    Kommentare sind deaktiviert.