Die re:publica feiert ihren zehnten Geburtstag

Berlin

03.05.2016
Gestern, am 2. Mai 2016, startete in Berlin die 10. Auflage der Media Convention re:publica, der Konferenz rund um das Internet und die digitale Gesellschaft. Was vor zehn Jahren als kleines, eher intimes Treffen der Netzgemeinschaft begann, hat sich zu einer Konferenz von internationalem Rang entwickelt. Den 10. Geburtstag feierte die re:publica gestern auch mit einer kleinen Sensation: Zur Eröffnung sprach Whistleblower Edward Snowden vor dem Publikum.

Edward Snowden auf der re:publica

Nach seinen Enthüllungen über die NSA aus den letzten Jahren ist Snowden in Russland untergetaucht, es ist ruhig um ihn geworden. Dennoch waren die Erwartungen an seine Rede groß. Persönlich war er nicht anwesend, er sprach über eine Live-Schalte. Das störte die Zuhörer nicht: Bereits 20 Minuten, bevor die Session mit ihm begann, war der Raum voll – Einlassstopp. Rund 8.000 Besucher sind zur diesjährigen re:publica erschienen, fast alle davon wollten anscheinend auch Snowden sprechen hören. Etwa 600 fanden schließlich einen Platz. Snowden spricht mit Luciano Floridi, Philosophieprofessor aus Oxford, natürlich über das Thema Privatsphäre. Und da sind sich beide einig: Es spielt keine Rolle, wie unwichtig die Daten über eine Person sein mögen, sie sind auf jeden Fall schützenswert. Wirklich Neues enthüllt die Talkrunde zwar nicht, dafür wurde Snowden persönlich. In 21 Ländern hat er Asyl beantragt, keines davon hat bisher eindeutig geantwortet. Er vermisse die USA, wolle aber nur zurück, wenn ihn dort ein fairer Prozess erwarte.

Oettinger zum Urheberrecht und zur Netzneutralität

Ebenfalls am 2. Mai trat EU-Komissar Günther Oettinger auf der re:publica auf. Er sprach über Urheberrecht und Netzneutralität. Das Urheberrecht in der EU soll transparenter werden, noch bis zum 15. Juni können EU-Bürger online über die Reform des Urheberrechts diskutieren. Beim Thema Netzneutralität ging es unter anderem um die Frage, ob Internet-Anbieter bestimmte Spezialdienste zu anderen Konditionen anbieten dürfen. Konkrete Antworten gab es gestern nicht.

Die re:publica feiert noch bis zum 4. Mai ihr Zehnjähriges, nicht nur mit verschiedenen Sessions und Rednern, sondern natürlich auch mit Partys. Das komplette Programm gibt es unter re-publica.de. (Foto: © JiSign )