Ein Freibad an der Spree?

Berlin

10.07.2015
Hand aufs Herz: Würden Sie in der Spree schwimmen gehen?

Die meisten Berliner werden diese Frage wahrscheinlich spontan verneinen. Der Verein Flussbad Berlin allerdings kann sich ein Freibad in der Spree nur zu gut vorstellen – vor historischer Kulisse: nahe der Schlossbrücke, vor den zahlreichen Museen, dem Lustgarten und bald dem Nachbau des Berliner Stadtschlosses. Der als Kupfergraben bekannte Seitenarm der Spree soll auf 750 Metern Länge zum Freibad werden, so der Wunsch des Vereins. Mit Treppen vor dem Schlossplatz und Lustgarten und einem Steg soll die Freibadatmosphäre komplett werden. Eine vom Verein in Auftrag gegebene Studie zeigt bereits, dass sich diese Pläne verwirklichen lassen. Für seine Idee möchte der Verein am kommenden Sonntag, den 12. Juli 2015, werben. Zusammen mit der Triathlon Union richten die Schwimmer den ersten „Berliner Flussbad Pokal“ aus.

Bund fördert das Vorhaben mit 2,6 Millionen Euro

Der Bund hat sich von der Idee eines Flussbades bereits begeistern lassen. Ende 2014 wählte er das Flussbad Berlin als Nationales Projekt des Städtebaus aus und fördert das Vorhaben mit 2,6 Millionen Euro. Der Berliner Senat steuert 1,4 Millionen Euro bei. Die Stadtentwicklungsbehörde prüft gerade die Studie des Vereins.

Derweil können Berliner und Stadtbesucher das Wasser im Kupfergraben bereits einmal antesten. Um 15:00 Uhr geht es am Sonntag vor dem Bodemuseum los. Allerdings kann nicht jeder mitmachen: Freigegeben ist der Wettbewerb nur für geübte Freiwasserschwimmer. Die treten auf insgesamt 1.000 Metern Strecke gegeneinander an: Vom Bodemuseum geht es zur Schlossbrücke; an einer Wendeboje wechseln die Schwimmer die Richtung und weiter geht es bis ins Ziel, das sich abermals am Bodemuseum befindet.

Sauberer, als viele vermuten

Ist das Schwimmen in der Spree tatsächlich sicher? Die Wasserqualität sei unbedenklich, versichert der Verein Flussbad Berlin. Die Spree sei sauberer, als viele vermuten. Damit sich keiner der Schwimmer an unter Wasser liegenden Gegenständen verlässt, suchen Taucher den Spreekanal vor dem Wettbewerb ab. Dennoch nimmt natürlich jeder Schwimmer auf eigenes Risiko teil. Den Start verhindern könnten nur noch Unwetter oder Starkregen.

Doch wie möchte der Verein verhindern, dass Schmutzwasser in ein potenzielles Freibad gespült wird? Natürliche Filteranlagen mit dicker Kiesschicht und Schilf sollen das Bad sauber halten.
Freibäder in Berlin
(Foto: © JiSign)