Welche Route soll der „Zug der Liebe“ nehmen?

Berlin

15.05.2015
Neun Jahre ist es her, dass die Love Parade zum letzten Mal durch Berlin zog. Fünf Jahre sind seit dem tragischen Unglück in Dortmund vergangen. In diesem Sommer soll die Mischung aus Rave und politischer Demonstration eine Neuauflage in der Hauptstadt feiern, im Juli soll der „Zug der Liebe“ zahlreiche tanzwütige Raver anziehen und gleichzeitig ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Verdrängung setzen. Mit bis zu 30.000 Besuchern rechnen die Veranstalter am angesetzten Termin, den 25. Juli. Es könnte ein schönes, ein symbolträchtiges Revival werden. Doch derzeit wird noch um die Frage gestritten, welchen Weg der „Zug der Liebe“ eigentlich nehmen soll.

Veranstaltung will keine Neuauflage der Love Parade sein

Eine Gruppe von Gastronomen und Berliner Musik- und Kulturschaffenden hat sich zusammengeschlossen. Demonstrieren möchte man für eine menschliche Flüchtlingspolitik genauso wie für den Erhalt öffentlicher Grünflächen. Die Veranstalter wollen den Zug aber nicht als Neuauflage der Love Parade verstanden wissen, auch, wenn sich der Vergleich natürlich aufdrängt. Wesentlich kleiner und auch wesentlich politischer als bei der Love Parade in den letzten Jahren soll es zugehen, höchstens 15 Wagen mit DJ wollen die Verantwortlichen zulassen. Gestellt werden diese von Organisationen wie dem Arbeitersamariterbund, der Tiertafel und anderen gemeinnützigen Vereinen und Organisationen.

Streit um die Route

Ursprünglich sollte der „Zug der Liebe“ an der Karl-Marx-Allee 137 starten und bis zur Puschkinallee 16 führen. Doch Bezirksverordnete der CDU und der Grünen im Bezirk Treptow-Köpenick stören sich an der Route und haben Einspruch eingelegt. Sie wollen das Ziel des Umzugs, das Gartendenkmal am Treptower Park, vor Vandalismus schützen. Das wird zum Zeitpunkt der Parade umfassend saniert. Die Veranstalter haben sich bereit erklärt, eine alternative Route zu überlegen, bzw. den Zug um 500 bis 800 Meter zu verlängern und den Treptower Park zu umrunden. Eine Lösung muss nun schnell gefunden werden, damit die Versammlungsbehörde nicht noch in letzter Minute die Veranstaltung komplett absagt. (Foto: © JiSign)