Berliner Azubis kränkeln am häufigsten

Berlin

Bundesweit klagen mehr als die Hälfte aller Auszubildenden häufig über körperliche Beschwerden. Das ist das Ergebnis des Fehlzeiten-Reports 2015, einer jährlichen Untersuchung des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). 56,5 Prozent der befragten Azubis klagen demnach häufig über körperliche Beschwerden. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Verspannungen sind die häufigsten Gründe. 46,1 Prozent der Befragten geben zudem psychische Beschwerden an. Ein weiteres Ergebnis: Der Krankenstand ist in Berlin am höchsten.

Krankenstand in Berlin fast doppelt so hoch wie in Bayern

6,3 Prozent beträgt der Krankenstand unter den Auszubildenden in Berlin. Auf den zweiten Platz folgt Brandenburg mit 5,1 Prozent. Der Berliner Krankenstand ist damit fast doppelt so hoch wie der in Bayern: 3,4 Prozent der Azubis sind hier krankgemeldet. Berliner Azubis sind im Schnitt auch ein Jahr älter als in Bayern. Den hohen Krankenstand erklärt das aber noch nicht.

Für den Fehlzeiten-Report befragte das WIdO 1.300 Auszubildende zwischen 16 und 21 Jahren. Eigentlich wäre zu erwarten, dass die jungen Menschen sich gesund und fit fühlen. Viele geben das auch an; bei genaueren Nachfragen ergibt sich dann aber doch eine ganze Reihe an körperlichen oder psychischen Beschwerden. Jeder vierte Azubi leidet häufig unter Kopfschmerzen, jeder fünfte unter Rückenschmerzen. Ein Drittel klagt über Erschöpfungszustände und starke Müdigkeit. Jeder Zehnte bezeichnet sich als häufig reizbar und leidet unter Schlafstörungen.

Gründe für den hohen Krankenstand?

Woran liegt nun der schlechte Gesundheitszustand der Azubis in Deutschland? Nach Meinung der Forscher sind diese meist selbst Schuld: Mehr als ein Viertel der Befragten treibt so zum Beispiel kaum Sport, jeder Dritte raucht. Die befragten jungen Männer greifen zudem häufig zum Alkohol und trinken mehrmals in der Woche mehr als sechs Gläser alkoholische Getränke. Ungesunde Ernährungsgewohnheiten tragen weiterhin zum geringen Wohlbefinden bei: Mehr als 60 Prozent der Befragten naschen mehrmals in der Woche Süßigkeiten, rund 27 Prozent verzichten dagegen auf ein Frühstück und zu Mittag essen fast 16 Prozent der Azubis nichts. Hinzu kommt bei vielen Befragten zu wenig Schlaf, weniger als sieben Stunden in der Nacht. ( Foto: © JiSign)

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