Berlin Blog

Ein Blog für Berliner und Brandenburger

Die Berlin Fashion Week 2012 lässt Berlin feiern

Ab Morgen, Dienstag, den 17. Januar, werden wieder die roten Teppiche ausgerollt – es ist wieder soweit, die Berlin Fashion Week macht die Spreemetropole für fünf Tage wieder zur Modehauptstadt. Die Mercedes Benz Fashion Week, das Schaulaufen der angesagten Designer und Models, findet dieses Jahr auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor statt. Modefreaks, die es urbaner mögen, finden sich von Mittwoch bis zum kommenden Sonntag auf der Bread & Butter ein, der Modemesse für Streetwear.

Wie jedes Jahr bedeutet die Berlin Fashion Week aber nicht nur, dass die Hauptstädter und zahlreiche Touristen die neuesten Designs und angesagtesten Stücke zu sehen bekommen – es wird auch gefeiert, was das Zeug hält. Vor allem im Rahmen der Modemesse Bread & Butter finden zahlreiche Partys statt, die echte Fashion Victims natürlich nicht verpassen wollen. Die Messe hat sich 2012 wieder das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof gesichert, um zu zeigen, womit sich trendbewusste junge Leute in der kommenden Saison auf die Straße trauen können. Das Event startet schon morgenabend mit der B&B High Fidelity Opening Party im High Voltage Club. Mittwoch Nacht wird mit DJ Hell gleich weitergefeiert, Donnerstag präsentiert die Modemesse die Musiker von Fuerza Bruta. Daran anschließend haben Fashion People die Wahl, ob sie lieber im White Trash weitertanzen, ein weiteres Mal mit DJ Hell im Cookies feiern oder die adidas Launch Party im Flamingo besuchen. Es ist jedenfalls einiges los für Modefreunde und Feierwütige in den nächsten Tagen.

Damenmode in Berlin  – Herrenmode in Berlin

Grüne Woche 2012 in Berlin

Vom 20. bis 29. Januar 2012 öffnet in Berlin die 77. Internationale Grüne Woche ihre Pforten. Gutes EssenDie Grüne Woche ist heute, mit ihrer über 80-jährigen Geschichte, die international wohl bedeutendste Fachmesse für Landwirtschaft, Gartenbau und Ernährungswirtschaft. Für die zahlreichen Produzenten stellt die Grüne Woche eine Plattform zur Präsentation ihres Unternehmens und gleichzeitig einen Absatz- und Testmarkt für ihre Produkte dar. Jede Grüne Woche bezieht ein Partnerland in die Messe ein und stellt dabei dessen landestypischen kulinarischen Spezialitäten, Weine sowie kulturelle Besonderheiten und Traditionen vor. In diesem Jahr ist Rumänien das Partnerland auf der Internationalen Grünen Woche und erwartet die Gäste mit einem Einblick in eine faszinierende Kultur und vielfältige Traditionen. Kulinarische Köstlichkeiten, wie deftig-kräftige Eintopfgerichte oder köstliche Wildspezialitäten verwöhnen den Besucher ebenso wie edle rumänische Weinspezialitäten.

Neben einer überaus umfangreichen Produktpalette aus den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel erwarten den Besucher vielfältige Biere, Sektkreationen und Weine, zahlreiche Fleisch- und Wurstwaren, Fisch und Meeresfrüchte sowie Tee, Gewürze und Kräuter. Das Angebot der Ernährungswirtschaft wird ergänzt durch Neuheiten landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte sowie allgemeinem Landwirtschafts- und Gartenbaubedarf. Produkte und Entwicklungen für den allgemeinen Gartenbedarf sowie für Viehzucht, Fischereiwirtschaft und Jagd und ein großes Angebot an Heimtierbedarf runden die Messe ab.

Außer den typischen Messethemen informiert auf der Internationalen Grünen Woche ein eigener Ausstellungsabschnitt über Neuigkeiten bei Kücheneinrichtungen, allgemeinem Küchenbedarf sowie allgemeinen Haushaltsprodukten. Zusätzlich zu diesen traditionellen Messeschwerpunkten bietet die Grüne Woche auch Informationen zu moderner Landwirtschaft, wie beispielsweise zu Urlaub auf dem Land oder Einkaufsmöglichkeiten direkt beim Erzeuger sowie zu ökologischen Themenbereichen wie nachwachsenden Ressourcen oder erneuerbaren Energiequellen.

Grüne Woche 2012 in Berlin  – die Highlights
Besondere Highlights für die Messebesucher stellen eine eigene Erlebniswelt über Heimtiere, die Tierhalle, ein Erlebnisbauernhof und der Biomarkt dar. Zahlreiche Event-Bereiche, in denen bekannte Star-Köche ihre Tipps und Tricks verraten, Shows und Informationsveranstaltungen lassen auch auf der Grünen Woche 2012 keine Langeweile aufkommen. ( Foto: Victoria German )

Regierungserklärung: Bahn AG verkauft die S-Bahn nicht ans Land Berlin

Am gestrigen Donnerstag verkündete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit vor der versammelten Presse die Regierungserklärung des neuen Berliner Senats. Für alle von Wartezeiten geplagten Pendler und sonstige S-Bahn-Fahrer gab es dabei eine wenig gute Nachricht: Die Bahn AG, das Mutterunternehmen der in letzter Zeit nur noch durch Pannen und Verspätungen auffallenden S-Bahn, möchte das Unternehmen nicht verkaufen. Im Koalitionsvertrag hatten die Berliner Regierungsparteien SPD und CDU angekündigt, Verhandlungen mit der Bahn AG zu führen, um die S-Bahn ausschreiben zu können. Möglich ist nun nur noch eine Teilausschreibung: Die Strecken im Südosten der Stadt sowie der Ring sollen ab 2017 von neuen S-Bahnen eines anderen Unternehmens befahren werden – so zumindest der Plan der Regierungskoalition.

Die Berliner Infrastruktur war ohnehin das Lieblingsthema Wowereits bei der Regierungserklärung. So forderte er unter anderem, dass alle Berliner sich zum neuen Flughafen Berlin-Brandenburg bekennen. Dessen Flugrouten stehen immer noch in der Diskussion, besonders natürlich bei den Anwohnern der überflogenen Ortschaften. Allerdings schaffe das Projekt auch 40.000 neue Arbeitsplätze und sei damit bedeutend für die Region, betonte Wowereit. Andere Projekte, um die sich der Senat in den kommenden Jahren kümmern möchte, sind der Bau von mehr Kita-Plätzen und einer Landes- sowie der Zentralbibliothek. Auch den angespannten Berliner Wohnungsmarkt will der Senat Wowereits Regierungserklärung zufolge entspannen und 30.000 neue Wohnungen bauen. Zudem hat die Regierungskoalition einen längst beerdigt geglaubten Plan wieder ausgegraben: In der Innenstadt will die rot-schwarze Regierung einen kostenlosen drahtlosen Internetzugang ausbauen.

Tempo 30: Mehr Sicherheit für Berliner Fußgänger?

Berlins Fußgänger haben es nicht gerade leicht. Rüpelige Radfahrer, Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind, den Blinker nicht nutzen – die Liste der Beschwerden ist lang und richtet sich auch gegen die Berliner Stadtplanung: Statt Ampeln gibt es an einigen besonders kritischen Übergängen nur Überwege, andere Ampelanlagen schalten so schnell um, dass Menschen, die etwas schlechter zu Fuß sind, kaum über die Straße kommen. Die Unfallstatistik scheint das Gefühl der Fußgänger, auf unsicherem Terrain zu leben, zu bestätigen: In den ersten vier Monaten des vergangenen Jahres kamen 25 Prozent mehr Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben als noch im Jahr zuvor.

Ist der Berliner Fußgänger also ein schützenswertes Geschöpf, dem bisher nicht genug Aufmerksamkeit zukommt? Immerhin machen Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, rund 30 Prozent der Verkehrsteilnehmer in der Stadt aus, ebenso viele wie Autofahrer. Der Senat plant seit dem letzten Sommer stadtentwicklerische Abhilfe, deren ersten Projekte in diesem Jahr starten sollen. So sollen drei Ampeln „fußgängerfreundlich“ umgebaut werden; unter anderem soll sich die Länge der Grünphase über Sensoren steuern lassen und nach dem Andrang richten. Am Checkpoint Charlie und der Bergmannstraße in Kreuzberg gilt außerdem Tempo 20 – für Autofahrer und Radler.

Einigen gehen diese Pläne aber nicht weit genug. Sie fordern ein innenstadtübergreifendes Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Ein Gutachten der Universität Essen zählt die Pluspunkte des Tempolimits auf: Dazu gehören nicht nur weniger Unfälle, eine bessere Übersicht für langsamere Verkehrsteilnehmer und größere Sicherheit für Kinder und Senioren, sondern auch die Feststellung, dass sich die Fahrzeit durch das geringere Tempo im Stadtbereich gar nicht wesentlich verlängert. Während kurze Tempo-30-Zonen Autofahrer oft nicht vom Gas gehen lassen, soll das übergreifende Tempolimit tatsächlich zu mehr Langsamkeit anhalten. Allerdings kann man sich auch als Nicht-Autofahrer vorstellen, dass die motorisierten Berliner sowie Pendler aus den Randbezirken über so eine Regelung wenig glücklich wären. Und ob sich jeder, der es eilig hat, an das Limit halten würde, ist ohnehin dahingestellt.

Berlins neuer Justizsenator: Thomas Heilmann

Berlin hat einen neuen Justizsenator. Gestern, am Mittwoch, verkündete CDU-Parteichef Frank Henkel den neuen Mann für das Abgeordnetenhaus: Thomas Heilmann, Jurist, zeitweise Unternehmer und nun CDU-Vize, hat ab sofort den Posten inne. Leicht wird er es in seinem Amt nicht haben. Das liegt zum einen an seinem Vorgänger Michael Braun, der mit einem Immobilien-Skandal viel Vertrauen in das Amt des Justizsenators zerstört hat – und zum anderen in dem etwas ungeschickten Agieren von Frank Henkel bei der Verkündung des neuen Amtsinhabers.

Lange habe man nach einem Mann für den Posten suchen müssen, so Henkel. „Fachleute“ habe man dabei auch außerhalb Berlins vergeblich gesucht. Eine merkwürdige Äußerung, welche die Fähigkeiten von Heilmann zwar faktisch nicht schmälert, ihn aber als Mann der zweiten Wahl erscheinen lässt. Henkel erweckte mit seiner Rede den Eindruck, als habe er sich vor allem für Heilmann als „Gesicht der neuen CDU“ entschieden, um den angeschlagenen Ruf der Partei wieder aufzubauen.

Zweifel, ob der studierte Jurist Heilmann den Aufgaben als Justiz- und Verbraucherschutzsenator gewachsen ist, wurden aus Parteikreisen bereits laut. Der 47jährige Heilmann hat bisher vor allem als Werbe- und Kommunikationsunternehmer gearbeitet, war als Jurist vor allem im Strafrecht in den letzten 20 Jahren nicht aktiv. Andere CDU-Mitglieder begrüßen die Wahl und erhoffen sich von Heilmann eine Amtszeit ohne Betriebsblindheit. Herausforderungen warten auf den neuen Senator im nächsten Jahr genug: Gleich zwei neue Justizvollzugsanstalten werden fertiggestellt, das Gefängnis Heidering und die JVA Großbeeren; der Umzug der Häftlinge aus Tegel hierhin muss organisiert werden. Außerdem muss die Sicherungsverwahrung neu organisiert werden und es muss ein Landesgesetz her, dass sich mit den Vorgaben der EU deckt. Und schließlich wäre da noch die unterdurchschnittliche Bezahlung der Berliner Justiziare – auch hier erwartet man eine Änderung. Viel zu tun also für Thomas Heilmann, der sich nun in seinem neuen Amt beweisen muss.

Silvesternachlese 2011 / 2012: Mehr Einsätze für die Feuerwehr , friedliche Feier am Brandenburger Tor

Die Feuerwehr hatte befürchtet, dass es aufgrund der neuen gesetzlichen Regelungen für Feuerwerkskörper zu mehr Einsätzen kommt – und so war es auch in der Silvesternacht 2011 / 2012. Während sich die meisten Berliner und Tausende von Touristen über das trockene und klare Wetter freuten und fröhlich auf das neue Jahr anstießen, musste die Feuerwehr 1135 Mal mit dem Rettungswagen ausrücken. Das waren 140 mehr Einsatzfahrten als im Vorjahr. Die befürchteten Großbrände blieben allerdings aus. Die Zahl der kleineren Brände war allerdings deutlich höher als zu den vergangenen Jahreswechseln. Mit dem Löschzug musste die Feuerwehr 397 Mal ausrücken, um zum Beispiel Wohnungsbrände zu löschen sowie ein Möbellager im Prenzlauer Berg. Etwa 200 Menschen wurden wegen Verletzungen, die von Silvester-Böllern verursacht worden waren, ins Krankenhaus eingeliefert.

Am Brandenburger Tor feierten die Menschen derweil friedlich den Beginn des neuen Jahres. Wie in jedem Jahr wurde es auf der größten Silvesterparty Deutschlands voll. Bereits gegen 19 Uhr mussten die ersten Tore geschlossen werden, um den großen Andrang etwas einzudämmen. Gegen 23.00 Uhr bezeichneten die Einsatzkräfte das Gelände auf der Straße des 17. Juni als voll. Die ersten Gäste warteten bereits seit dem frühen Nachmittag an den beiden Bühnen am Brandenburger Tor und an der Siegessäule, um den Auftritt von bekannten Stars wie Kim Wilde und den Scorpions hautnah miterleben zu können.

Der Neujahrsmorgen
Am Neujahrsmorgen ging es dann an die Aufräumarbeiten. 620 Männer und Frauen der BSR sorgten dafür, dass der gröbste Müll von Berlins Straßen schnell verschwand. Hatten in den letzten Jahren Schnee und Eis die Aufräumarbeiten erschwert, ging das Säubern der Straßen und Wege diesmal recht fix von statten. Wie die BSR berichtet, fanden sich hauptsächlich Packungen von Raketen und Batterie-Feuerwerken, weniger rote Papiere von abgefeuerten Böllern.
( Foto: © El Gaucho )

Feuerwehr besorgt wegen neuer Feuerwerkskörper

Morgenabend steigt sie wieder, Deutschlands größte Fete. Am Brandenburger Tor werden wie jedes Jahr Hunderttausende von Berlinern, Touristen und Besuchern das neue Jahr begrüßen. Bereits seit heute Morgen um 12 Uhr haben die Stände auf der Straße des 17. Juli, die nun zur Partymeile wird, geöffnet. Außerdem können Passanten den Künstlern, die den Feiernden morgen die Wartezeit auf den Jahreswechsel versüßen sollen, beim Proben zusehen: Kim Wilde steht hier auf der Bühne, die junge Band Glasperlenspiel, Udo Jürgens und die Scorpions. Auch morgen lohnt es sich erfahrungsgemäß, früh am Brandenburger Tor zu sein. Die besten Plätze vor der Bühne sind meist schon Stunden vor dem Einbruch der Dunkelheit belegt. Offiziell beginnt das Bühnenprogramm ab 19.20 Uhr.

Dieses Jahr soll es so richtig krachen. Das gilt nicht nur für die Fete am Brandenburger Tor, sondern ganz allgemein für jeden, der das neue Jahr gerne lautstark mit Böllern und Raketen begrüßen möchte. Seit diesem Jahr erlaubt das Gesetz nämlich eine höhere Menge Schwarzpulver in den Böllern: 500 statt wie bisher maximal 200 Gramm sollen für den richtigen Bumms sorgen. Freunde der lauten Knallerei freuts, die Berliner Feuerwehr zeigt sich eher besorgt. Auch über die Neuregelung, dass Raketen nun leicht schräg statt komplett senkrecht abgefeuert werden dürfen. Das erhöht die Gefahr, dass die Feuerwerkskörper dort landen, wo sie nicht landen sollen: In Hausfenstern und auf Balkonen, wo sie gefährliche Brände verursachen können. An einen ausreichenden Sicherheitsabstand denken in der Silvesternacht wohl nur die wenigsten – besonders, wenn bereits die ersten Flaschen Sekt geleert wurden. Gerade die engen Berliner Straßen sind dafür prädestiniert, dass Feuerwerkskörper aus Batterien fehlgehen und an Hauswänden abprallen oder ins Fenster fliegen, wie die Feuerwehr in einem eindrucksvollen Video-Versuch demonstriert.  Die Feuerwehr verdoppelt daher zum Jahreswechsel ihre Kräfte und wird mit insgesamt 1250 Mann und 328 Fahrzeugen im Einsatz sein.

Winterzeit gleich Wartezeit bei der Berliner S-Bahn

Immer wieder im Winter werden die ohnehin schon leidgeprüften Berliner S-Bahn-Fahrgäste noch ein wenig mehr geprüft. In den letzten Jahren waren die nicht ausreichend gewarteten Wagons Schuld, dass es zu massiven Ausfällen kam, oder unerwartete Schneefälle. In diesem Jahr sorgen Stromausfälle und außergewöhnlich viele Krankmeldungen bei der S-Bahn für Verspätungen. Am vergangenen Donnerstag traf es Pendler besonders hart, als ein Stromausfall eines der zentralen Schaltwerke lahmlegte. Doch auch am vergangenen Montag mussten Passagiere noch einmal lange Wartezeiten in Kauf nehmen: Eine Signalstörung und eine defekte Weiche führten zu den Verspätungen.

Heute, am Dienstag, fährt die S-Bahn zum ersten Mal seit Tagen wieder nach den gewohnten Fahrplänen. Technische Defekte sind allerdings nicht die einzige Ursache für die vielen Ausfälle: Zahlreiche Fahrer hatten sich am Wochenende krankgemeldet. Gerüchte um einen „kalten Streik“ machten die Runde, da sich auffällig viele S-Bahnführer zeitgleich krankgemeldet hatten; etwa zehn Prozent der Fahrer fallen derzeit aus. An Ersatzkräften fehlt es – ein Personalmangel, den die Deutsche Bahn AG, Betreiber der Berliner-S-Bahn, erst vor kurzem zugegeben hatte.

Von neuen Entschädigungen, wie es sie in den letzten drei Jahren in Folge jeweils in Form von Freifahrten gab, möchte die S-Bahn zurzeit noch nichts wissen. Geprüft werden allerdings die Taxirechnungen, die Pendler nach dem Totalausfall am Donnerstag einreichten.

Nichts geht mehr bei der Berliner S-Bahn

Im Moment heißt es auf allen Berliner S-Bahnhöfen: Nichts geht mehr. Der gesamte Verkehr steht am Donnerstagmittag still. Die genaue Ursache ist zurzeit noch nicht bekannt, das elektronische Stellwerk in Halensee soll ausgefallen sein. Dort werden alle wichtigen Weichen und Signale des S-Bahn-Netzes gesteuert. Mal heißt es, ein Stromausfall sei Schuld an dem Chaos, mal wird ein erneuter Anschlag vermutet; Hinweise darauf gibt es allerdings nicht. Weiter geht es um die Mittagszeit nur mit der BVG. Neben der S-Bahn ist auch der Nah- und Fernverkehr im Westen der Stadt betroffen.

Während sich die Fahrgäste ärgern und nach alternativen Verkehrsmitteln Ausschau halten, streitet die neue Berliner Koalition derweil über ein Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln. Hamburg und kürzlich München haben es vorgemacht, Bierflaschen und Schnapspullen sind hier in den S-Bahnen verboten. In München eskalierte allerdings eine als Abschiedsparty gemeinte Aktion, die zum letzten großen Besäufnis in der S-Bahn aufrief.

In Berlin möchte nun Innensenator Frank Henkel dem Beispiel der anderen Metropolen folgen. Die SPD ist allerdings gegen ein Gesetz zum Alkoholverbot im ÖPNV – obwohl sie die Maßnahme grundsätzlich befürwortet. Allerdings sehen die Sozialdemokraten hier die BVG in der Pflicht, ihre eigene Hausordnung konsequenter durchzusetzen. Dann bedürfe es auch keines neuen Gesetzes, welche das Trinken von Alkohol in U-Bahnen und Bussen als Ordnungswidrigkeit ahndet. Die Hausordnung der BVG sieht ein Verbot von alkoholischen Getränken zwar vor, es fehlt allerdings an Personal, um die Einhaltung zu überprüfen. Dafür könnten jedoch auch nicht ausreichend Polizisten zurückgestellt werden, ließ die Gewerkschaft der Polizei bereits verlauten.