123 verletzte Polizisten nach Krawallen am Wochenende

Berlin

Am vergangenen Wochenende haben sich die Kämpfe rund um die Rigaer Straße in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg zugespitzt: 123 Polizisten wurden bei einer Demo verletzt, bisheriger Höhepunkt im Streit um das besetzte Haus und die illegale Kneipe in der Rigaer Straße 94. Für die einen ist das Haus zum Symbol für den Kampf um bezahlbaren Mieten geworden, die anderen erkennen hier vor allem ein Zeichen für eine Politik, die gegenüber linksradikaler Gewalt ein Auge zudrückt.

Erneute Eskalation an der Rigaer Straße 94

Der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hatte eine parlamentarische Anfrage zur „Rigaer 94“ gestellt, deren Ergebnis zeigt, dass von den Bewohnern des besetzten Hauses seit 2011 rund 7.800 Straftaten begangen wurden, darunter 2.000 gewalttätige. Schreiber fordert ein härteres Durchgreifen.

Schon seit der Teilräumung des Gebäudes steht die Polizei Tag und Nacht vor dem Haus. An der Demo am Wochenende nahmen laut Polizei rund 3.500 Personen teil. Polizisten seien mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Beamten nahmen 86 Demonstranten fest, insgesamt leitete die Polizei mehr als 100 Strafverfahren ein.

Anwohner fordern runden Tisch

Die ständigen Polizeieinsätze und Krawalle gehen derweil auch zulasten der übrigen Anwohner und Ladenbesitzer in der Nachbarschaft. Anwohner wünschen sich daher einen runden Tisch, an dem Bewohner der Rigaer Straße 94, Nachbarn, Polizei, Senatsinnenverwaltung und der Bezirk unter professioneller Mediation teilnehmen. Sowohl Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) als auch Innensenator Frank Henkel (CDU) lehnen dies jedoch ab. Sie wollen allerdings besser als bisher über die geplanten Maßnahmen der Berliner Polizei informieren. (Foto: © JiSign )