Zunahme der Taschendiebstähle in Berlin

Berlin

02.01.2016

Haben Sie auf dem Weihnachtsmarkt immer gut auf Ihre Tasche aufgepasst? Sie mit der Öffnung zum Körper getragen und Reißverschlüsse oder Knöpfe immer gut verschlossen? Portemonnaie, Geld und EC-Karten sicher in der Jacken-Innentasche verstaut? Dann haben Sie schon einmal wichtige Grundregeln befolgt, um Langfingern ihre Tätigkeit schwerer zu machen. Taschendiebe greifen in Berlin häufig zu, im Jahr 2015 sogar so häufig wie noch nie zuvor. Das sagte Polizeipräsident Klaus Kandt gegenüber der Deutschen Presseagentur. 39.280 Taten registrierte die Polizei bis November 2015. Die genaue Auswertung erfolgt im kommenden Jahr, Kandt erwartet mehr als 40.000 Taten. Das sind rund 110 Taschendiebstähle pro Tag.

Rund 15 Prozent der Opfer sind Touristen

Dabei handelt es sich nur um die registrierten Fälle, die Dunkelziffer ist vermutlich noch um einiges höher. Der Anstieg ist rasant: Noch 2010 verzeichnete die Polizei 13.000 angezeigte Taschendiebstähle in Berlin.

Gut 15 Prozent der Opfer sind Touristen. Kandt führt die Zunahme der Taschendiebstähle zum Teil auch auf Berlins Anziehungskraft auf Urlauber zurück: Wer staunend die Sehenswürdigkeiten betrachtet, ist schnell abgelenkt und denkt weder an seine Handtasche noch an seine Wertsachen. Geübte Taschendiebe haben da leichtes Spiel.

Haben die Taschendiebe zugeschlagen, ist eine Anzeige zwecklos – denken zumindest viele Opfer. Tatsächlich kann die Berliner Polizei durchaus Erfolge vorweisen. 1.700 Diebstähle klärte sie im vergangenen Jahr auf, es kam zu 258 Festnahmen. Vor allem aber setzt die Polizei auf Aufklärung. Auf Twitter wollte die Berliner Polizei 2015 ihre Follower sensibilisieren, Aktionen auf Weihnachtsmärkten sollten Passanten dazu anhalten, ihre Taschen und Wertsachen besser zu schützen.

(Foto: © JiSign )