Lange gab es Diskussionen, Proteste und Demonstrationen. Seit Donnerstag stehen die Flugrouten für den neuen Berliner Großflughafen BBI nun fest. Das Bundesaufsichtsamt für Flugrouten stimmte der Routenplanung der Deutschen Flugsicherung zu. Anwohner am Müggelsee und am Wannsee zeigen sich enttäuscht – denn startende Flugzeuge werden die Gebiete zufolge dieser Routenplanung weiterhin überfliegen.
Beim Start fliegen Flugzeuge gegen den Wind. Wenn Ostwind herrscht, führen vom BBE aus daher keine Routen am Müggelsee vorbei; sehr zum Ärger der Anwohner, die hier bereits seit Monaten wütende Proteste auf die Beine stellen. Da an etwa einem Drittel der Tage im Jahr Ostwind herrscht, und das vor allem bei schönem Wetter, wird das beliebte Naherholungsgebiet seine begehrte Ruhe verlieren. Auf den Gegenvorschlag, die Startrouten statt über das bewohnte Gebiet über die Gosener Wiesen zu lenken, lehnte die Deutsche Flugsicherung ab: Das sei nicht vereinbar mit der erteilten Genehmigung zum Flughafenbau. Erkner wollten die Planer ebenfalls von startenden Maschinen verschonen – der Stadtteil wird nämlich bereits von landenden Flugzeugen überflogen. Vom Fluglärm der startenden Maschinen betroffen sind neben Müggelsee auch die Stadtteile Stahnsdorf, Teltow, Kleinmachnow, Lichterfelde, Zehlendorf und Wannsee; sobald die bewohnten Gebiete überflogen werden, müssen die Maschinen eine Höhe von 5.000 Fuß (1,5 Kilometer) erreicht haben, über Wannsee sogar eine Höhe von 8.000 Fuß (2,4 Kilometer). Besonders ärgerlich sind die Flugrouten für die Anwohner in Blankenfelde-Mahlow: Hier sind sowohl startende als auch landende Maschinen zu hören.
Die Anwohner sollen durch ein „umfassendes Schallschutzprogramm“ geschützt werden, teilte die Flugsicherung bei der Präsentation der Flugrouten mit. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit rief dazu auf, die Flugrouten als Kompromiss zu akzeptieren. Einige Bezirke wollen dennoch klagen. Doch große Chancen für eine Veränderung der Routen werden nicht mehr gesehen.