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Binnenhochwasser im Oderbruch

An Neiße und Spree blieben die Menschen von schweren Hochwasserschäden verschont – auch, wenn die Hochwasserwarnung noch nicht vollständig zurückgenommen wurde. Anders sieht es nun im Oderbruch im Osten Brandenburgs aus: Dort breitet sich zurzeit das größte Binnenhochwasser seit Beginn der Pegelmessungen aus. Und das, obwohl die Oder selbst noch nicht mal über den Deich getreten ist.

Felder und Wiesen stehen unter Wasser, die Fluten dringen auch in Keller ein – auf 10.000 Hektar Feld steht das Wasser bis zu 40cm hoch. Die ständig anhaltenden heftigen Regenfälle sind Schuld an der Überflutung. Den Starkregen mit 200 Litern pro Quadratmeter war zuviel für den ohnehin schon nassen Boden und die vollen Entwässerungsgräben. Auch die Schöpfwerke, welche die Entwässerungsgräben normalerweise leer pumpen, konnten die Wassermassen nicht bewältigen. Die Oder drückte den Grundwasserpegel zusätzlich nach oben – Folge ist das jetzige Jahrhunderthochwasser.

Vor allem die Bauern leiden unter der Überflutung. Winterweizen kann nicht geerntet werden, Maispflanzen werden vom Wasser dahingerafft und die Aussaat von Raps ist nicht möglich. Viele Betriebe sehen ihre Existenz gefährdet, falls die Hochwasser in den nächsten Jahren zunehmen.

Das Problem wird das künstlich trockengelegte Feuchtgebiet Oderbruch aber nicht von heute auf morgen los. Das Gebiet liegt unter dem Flusspegel und ist zudem sehr flaches Land, sodass Hochwasser kaum abfließen kann. Ein Soforthilfeprogramm, bei dem die Alte Oder ausgebaggert wurde, um dem Wasser schneller Herr zu werden, ließ sich die Brandenburgische Landesregierung 2,2 Millionen Euro kosten – entfernte das Gebiet dabei aber noch mehr von seinem natürlichen Zustand. Eine langfristige Strategie, die den Oderbruch renaturiert und den Bauern dennoch ihre Existenz behält, fehlt bisher. Mehr Infos über den Landkreis Märkisch-Oderland

Stasi-Spitzel bei der Brandenburger FDP?

Brandenburgs Abgeordnetenhaus kommt nicht zur Ruhe. Erst die Stasispitzel-Vorwürfe gegen Mitglieder der rot-roten Regierung, dann der Rücktritt der Verkehrsministerin Jutta Lieske (SPD). Der neueste Aufreger betrifft nun ausnahmsweise mal nicht die SPD oder die Linke – es geht um die liberale Opposition. Zwei frühere Landtagsabgeordnete der FDP sollen sich als Spitzel für die Stasi betätigt haben.

Die Vorwürfe wurden erhoben gegen den Landessschatzmeister Rainer Siebert und Alfred Pracht, den Büroleiter von Bundestagsabgeordneten Martin Neumann. Siebert trat am Mittwochmorgen zurück, möchte diesen Schritt allerdings nicht als Schuldeingeständnis gewertet wissen.

Der Verdacht gegen die beiden FDP-Männer schwelt schon lange: Bereits 1991, also vor 19 Jahren, wurden erste Beschuldigungen laut. Die prüfende Ehrenkommission stufte die Fälle damals allerdings als Grenzfälle ein. Pracht sagte aus, er habe lediglich „rein dienstliche Kontakte“ zur Stasi gehabt. Seine Akte liegt noch nicht vor, die Prüfung kann sich daher hinziehen.

Siebert beteuerte damals wie heute, niemals Personen belastet oder denunziert zu haben. Der FDP-Vorstand glaubte ihm. Sieberts Stasi-Akte allerdings sagt etwas anderes: Dort wurde er als inoffizieller Mitarbeiter, als „IMS Alfred Seske“, geführt und soll während seiner Armee-Zeit Kameraden belastet haben.

FDP-Fraktionsvorstand Goetz findet Sieberts Beteuerungen heute nicht mehr haltbar. Ein wenig fragt man sich, vorher dieser plötzliche Gedankenumschwung kommt, nachdem Bundesvorstand und auch Goetz selbst in Sieberts Stasi-Akte 19 Jahre lang keinen Grund zum Einschreiten gesehen haben.

Brandenburg: Verkehrsministerin Lieske tritt zurück

Brandenburg rot-rote Regierung steht unter keinem guten Stern. Für so viele Negativ-Schlagzeilen hat wohl kaum eine Regierung innerhalb der ersten drei Monate gesorgt: Stasi-Debatte, eine schlechte Bilanz der ersten hundert Tage – und nun tritt die Verkehrsministerin Jutta Lieske (SPD) aus gesundheitlichen Gründen zurück. Nachfolger soll Staatssekretär Jörg Vogelsänger werden.

Lieske hatte es von Beginn an nicht leicht: Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck setzte sie ganz überraschend im Infrastrukturministerium ein, das in Brandenburg neben Verkehrsfragen auch für Landwirtschaft zuständig ist. Das Ministerium verteilt jedes Jahr etwa anderthalb Milliarden an Bundes- und Landesmittelns sowie Mitteln der Europäischen Union. Neuling Lieske löste hier den erfahrenen Minister Reinhold Dellmann im Amt ab und nahm ein schweres Erbe an. Nun spielt ihre Gesundheit nicht mehr mit.

Das wäre soweit noch eine zwar unerfreuliche, aber normale Personalentwicklung. Die Entscheidung für Vogelsänger sorgt allerdings für Irritationen: Platzeck hatte nämlich bei Regierungsbildung angekündigt, das Kabinett „weiblicher“ und „jünger“ machen zu wollen. Nach Lieskes Rücktritt ist nun Kulturministerin Martina Münch die einzige Frau im Kabinett.

Aus der Opposition, aber auch aus den eigenen Reihen erntet Platzeck Kritik für seine Entscheidung. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen zeigt sich äußerst unzufrieden über den Personalwechsel. CDU und Grüne werfen dem Ministerpräsidenten vor, mit mangelnder Sorgfalt an die Neubesetzung des Verkehrsminister-Postens gegangen zu sein.

Schönet Ding

schnecke

Jetzt bin ich aber erstaunt. Und ein wirklicher Spätzünder. Bin nämlich am Wochenende zum ersten Mal mit der Bahn ins Umland gefahren. Was soll ich sagen bzw. schreiben: es ist schnell und billig. In kürzerer Zeit als mit dem Auto und für nur 9,10€ nach Angermünde, von da abgeholt worden vom meinem Freund, den ich besuchte. Drei herrliche Tage bei ihm in Luckow-Petershagen verbracht, heute per iPhone den Fahrplan gecheckt und pünktlich mit der Bahn zum F1 Rennen wieder zuhause. Besser und günstiger geht es nicht..

Crash Boom Bang

Wenn reiche Leute Langeweile haben, kommen sie oftmals auf die blödsinnigsten Ideen: Einen Tag als Obdachloser in Paris verbringen oder im Zug als Schaffner reisen sind dabei die seltsamen Höhepunkte der Neuzeit.

Aber schon 1785 haben der Karwer Junker Karl Friedrich Knesebeck und sein Freund, Christian von Zieten aus Wustrau, aus Frust und zuviel Muße
eine Seeschlacht auf dem Ruppiner See zwischen Wustrau und Karwe veranstaltet. Sämtliche Bewohner der beiden Orte mussten in Verkleidung an diesem Spektakel mitwirken.

Zum 310. Geburtstag von Hans Joachim Zieten, dem legendären Vater von Christian, wird gemeinsam mit dem Wustrauer Fliederfest eine Neuauflage der „Seeschlacht“ veranstaltet.
Am Samstag, den 16.5. können sich die Besucher in die Zeit von 1785 zurück versetzten lassen.
Handwerksstände, Spielmöglichkeiten, Barockmusik, Streichelzoo, Ponyreiten und einiges mehr bieten jede Menge Unterhaltung für den Tag.
Und am Abend findet dann die berühmte Seeschlacht statt, gefolgt von einem großen Feuerwerk. Diesmal keine Gaudi für zwei reiche Bengel, sondern für das ganze Volk.

Rollin’, rollin’, rollin’

raps

Gerade getestet und für gut befunden: der Rundkurs RK3 des Fläming-Skate. Los geht‘s in Kloster Zinna, bekannt u. a. durch sein ca. 1000 Jahre altes Zisterzienser Kloster. Entlang an intensiv gelben Rapsfeldern, durch schattige Wäldchen und an pittoresken Dörfern vorbei skatet man durch herrlichste brandenburgische Landschaft. Der Verkehr auf der Piste ist erstaunlich gering, nur gelegentlich überholt ein Trupp Radfahrer oder ein ambitionierter Skater. Am Wegesrand  gibt es ein paar Attraktionen wie das zu Beginn erwähnte Kloster, das Webermuseum, die Draisine Zossen-Jüterbog, die Skate-Arena und das Gelände der Moto-Cross Fahrer. Wer also müde Beine bzw. Füße hat, der kann sich hier erholen. Oder bei einem Picknick auf einer Wiese der Lerche bei ihrer Flugakrobatik zusehen.

Die Welt ist Klang

Das der Titel des Buches von Joachim-Ernst Berendt wahrer nicht sein könnte, beweist die wohl ungewöhnlichste musikalische Konzertreihe des Jahres.
Die Naturwacht Brandenburg veranstaltet unter dem Motto „14 Bühnen, 26 Konzerte, 1000 Solisten“ den 1. Brandenburger Konzertfrühling.
Zur Aufführung kommen ab dem 25.4.09 allerdings keine Werke von Komponisten und erzeugt wird die Musik nicht auf Instrumenten. Auf 26 Spaziergängen zu einzigartigen Konzertsälen und Freilichtbühnen bekommt der audiophile Besucher dafür die Möglichkeit, den wunderbaren Arien von Nachtigall, Amsel und Drossel, Wechselkröte, Rotbauchunke sowie ganzen Laubfroschchören zu lauschen.
Die Wanderungen führen in die unterschiedlichen Naturparks und Biosphärenreservate in Brandenburg, egal bei welchem Wetter. Um die einzelnen Künstler beim Auftritt erleben zu können, werden einige der Konzerte zu unüblichen Zeiten veranstaltet. So kann es vorkommen, das man sich um 6 Uhr morgens einfinden muss. Ausserdem ist gutes Schuhwerk anzuziehen sowie dem Wetter entsprechende Kleidung.

Dionysos’s Delight

Alljährlich seit 130 Jahren, kann man sich auf der idyllischen Insel Werder eine Woche lang Ende April/Anfang Mai in traumhaftem Frühlingsambiente und unter blühenden Bäumen kollektiv besaufen. Der Rummel auf dem Baumblütenfest wird von Jahr zu Jahr grösser und steht mittlerweile im zweifelhaften Ruf, dass zweitgrösste Volksfest Deutschlands zu sein.
Wer abseits von betrunkenen Krawallmachern, Alkoholleichen, Ramschverkäufern und von Kirmes-Techno beschallten Karussells die durchaus noch vorhandenen schönen Seiten dieses einmaligen Festes geniessen möchte, dem sei ein Ausflug wochentags mit der Weissen Flotte Potsdam empfohlen. Mit dem ersten Schiff um 10:00 am Morgen gemütlich von der Langen Brücke in Potsdam via Caputh zur Baumblüte. Um 11 Uhr ist man angekommen, kann ein wenig durch die Gärten mit ihrer floralen Pracht promenieren und danach einen leckeren Fisch im Restaurant Arielle direkt an der Havel verspeisen. Spätestens um 14 Uhr, wenn der Großteil der Festbesucher beginnt die Insel zu stürmen, sollte man sich dann wieder auf dem Wasserweg gen Potsdam machen und Werder dem dionysischen Volk überlassen.

Ostern in der Lausitz

Und wieder komme ich nicht dazu.

Seit Jahren nehme ich mir vor, zu Ostern in der Lausitz bei den Sorben zu verweilen. Denn ich würde gerne ein paar der wunderschönen sorbischen Ostereier meiner Sammlung hinzufügen und ausserdem die festlich geschmückten Prozessionen der Osterreiter beobachten. Es ist wie verflucht, dieses Jahr denke ich ausnahmsweise rechtzeitig daran, bin aber anderweitig verplant.

Auf unsrer Wiese gehet was…

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©PH

Die Störche sind zurück. Am 24.3.09 hat der erste Adebar seinen Horst im brandenburgischen Dorf Linum bezogen. Fast auf jedem Haus gibt es hier ein Stochennest, letztes Jahr fanden sich 11 Brutpaare ein. Der NABU hofft, dass es diesmal 14 Paare werden könnten. Seit dem 28.3. ist die Storchenschmiede, ein Informationszentrum des NABU in Linum, geöffnet. Dort kann man sich bei einer Tasse Tee über die Lebensweise der imposanten Vögel erkundigen und anschliessend einen herrlichen Spaziergang durch das Dorf zu den einzelnen Horsten und das nahegelegene Naturschutzgebiet unternehmen.