Es ist die Lachnummer dieser Woche: Der lang erwartete, hart umkämpfte, von einigen innig herbeigewünschte und von anderen gehasste Großflughafen BER sollte eigentlich in diesem Sommer seine Gates öffnen. Mitte der Woche wurde bereits die Verschiebung auf August angekündigt; nun ist klar, der neue Flughafen in Schönefeld wird nicht vor Herbst fertiggestellt.
Ab dem 3. Juni sollten ursprünglich die ersten Passagiere vom Airport Berlin-Brandenburg aus starten, die ersten Maschinen landen. Doch es gibt Probleme mit der Brandschutzanlage, aus Sicherheitsgründen verkündeten die Betreiber daher am vergangenen Dienstag einen Aufschub bis August. Nach einer Sitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses unter Teilnahme von Flughafen-Chef Rainer Schwarz äußerten sich Regierungsmitglieder weniger optimistisch. Sie gehen nicht davon aus, dass in den nächsten Wochen ein neuer Eröffnungstermin festgelegt werden könne. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, der auch Aufsichtsratchef des neuen Flughafens ist, entschuldigte sich am Donnerstag stellvertretend für die Betreiber bei den Unternehmen, die sich auf die Eröffnung am 3. Juni verlassen haben. Für Gewerbetreibende soll es zudem eine Entschädigung geben, die über die rechtlichen Ansprüche hinaus geht.
Im Internet und in Zeitungsberichten regnet es derweil Hohn und Spott für die Betreiberfirma. „Wir können alles – außer fliegen“, heißt es da etwa in Abwandlung eines Werbeslogans. „Fluchhafen“ wird der BER genannt, die Geschichte als peinliche Posse bezeichnet. Wirkliche Aufregung über die verzögerte Eröffnung ist allerdings kaum spürbar. Selbst die Gewerbetreibenden und Gastronomen in Schönefeld, die auf dem Airport-Gelände auf die Eröffnung warten, reagieren gelassen – fast so, als hätten sie eh nicht mit einem pünktlichen Start gerechnet.
Peinlich ist für die Betreiber allerdings eine Meldung des TÜV Rheinland im Tagesspiegel: Der TÜV habe für die Abnahme der Brandschutzanlage noch überhaupt keinen Termin erhalten. In Betrieb hätte die Anlage erst nach einer positiven Prüfung gehen dürfen – und dieser Prozess hätte mehrere Wochen dauern können. Das nährt den Verdacht, dass die Betreiber schon länger nicht mehr damit rechneten, den Flughafen pünktlich zu eröffnen.
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