Es war wie in einem Krimi, als am Samstag, dem 8. März, bewaffnete Männer das Hyatt Hotel stürmten. Ihr Ziel war das dort stattfindende Poker-Tunier, bei dem einige 100.000 Euro Bargeld im Umlauf waren. Mit etwa 240.000 Euro konnten die Räuber entkommen. Zwei Räuber flüchteten in die Türkei und in den Libanon. Vergeblich – am Samstag kehrten sie nach Tegel zurück und stellten sich dort der Polizei. Mittlerweile sitzen fünf Verdächtige in Untersuchungshaft.
Die Täter begingen bei ihrem Raub schwerwiegende Fehler: Einer der Männer zog sich in dem kameraübewachten Raum die Maske vom Gesicht, einer entledigte sich seiner Handschuhe und hinterließ Fingerabdrücke und DNA-Spuren. Der größte Ermittlungsschritt gelang der Polizei allerdings, weil sich der erste Verdächtige knapp zwei Wochen nach der Tat stellte. V. S. verriet auch drei weitere mutmaßliche Täter. Einen fünften Verdächtigen konnte die Polizei am Sonntag festnehmen. Der 28jährige Libanese J. K. C. ist der Onkel einer der bereits verhafteten Männer und soll den spektakulären Überfall geplant haben. Zudem wird er beschuldigt, das Fluchtauto gefahren zu haben. Die Ermittler gehen von noch mindestens einem weiteren Tatbeteiligten aus. Nicht ausschließen will die Polizei, dass einer der Täter mit an den Pokertischen saß.
Laut Ermittlungsexperten steckt noch mehr hinter dem Raubüberfall: Die Täter sollen aus zwei arabisch-kurdischen Großfamilien stammen. Mafiaähnlich sollen diese eigentlich verfeindeten Familien um die Vorherrschaft im Drogen- und Rotlichtmilieu konkurrieren.
Bleibt die Frage, wo die Beute des Raubüberfalls abgeblieben ist. Verdat S. hatte zunächst angekündigt, seinen Anteil zurückgeben zu wollen. Bis jetzt hat er dieses Versprechen allerdings nicht gehalten.