Piloprojekt: Siemens Sensoren erkennen freie Parkplätze

25.09.2015
Jeder, der in Berlin mit dem Auto unterwegs ist, kennt es: die lästige Suche nach einem freien Parkplatz. Das Herumkurven und warten kostet Zeit und Nerven, verbraucht außerdem zusätzlichen Sprit – und das belastet die Umwelt. Finden Autofahrer schneller freie Parkplätze, ist also allen geholfen. Siemens hat jetzt ein System entwickelt, das die Parkplatzsuche wesentlich vereinfachen soll. Noch in diesem Jahr möchte das Unternehmen Radarsensoren testen, welche die Parkplatzlage überwachen und die Informationen an Smartphones, Navigationssysteme und Parkleitschilder senden. Erste Tests sollen in Berlin und Dubai stattfinden.

Schneller einen Parkplatz finden

Rund 4,5 Kilometer fährt ein Autofahrer im Durchschnitt, bis er eine freie Lücke findet, erklärt Markus Zwick von der Siemens-Innovationsabteilung für Mobilität. Das Projekt City2.e 2.0 soll das ändern. Siemens kooperiert für das Innovationsprojekt mit mehreren Organisationen – in Berlin sind dies die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die Verkehrsmeldezentrale (VMZ), das Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) und das Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Die Versuchsstrecke liegt in Friedenau: Ein 250 Meter langer Straßenabschnitt zwischen dem Walter-Schreiber-Platz und dem Friedrich-Wilhelm-Platz wird hier mit Radarsensoren ausgestattet.

Radarsensoren senden Parkplatzinformationen aufs Smartphone

Die Sensoren sind an Straßenlaternen befestigt. Von oben scannen sie einen Bereich von etwa 30 Metern, was fünf bis acht Parkplätzen entspricht. Die Sensoren erkennen freie Parkplätze und können diese Informationen an die Verkehrsinformationszentrale der Stadt oder auch an App-Betreiber weiterleiten. Über Parkleitschilder, übers Navigationssystem oder auch übers Smartphone erhalten Autofahrer die Information, wo noch Parkplätze frei sind.

Entwickelt wurde das System vom Robotics Innovation Center. Es arbeitet mit intelligenten Lernsensoren. Diese erkennen typische Belegungsmuster und können daher schon im Vorfeld erkennen, wo Parkplätze frei werden. Sind in direkter Umgebung alle Stellplätze belegt, kommunizieren die Sensoren mit einem multimedialen Routenplaner, der Autofahrer zu anderen Parkplätzen umleitet und öffentliche Verkehrsmittel in der Nähe vorschlägt.

2016 sollen bereits erste Ergebnisse des Pilotprojekts vorliegen und zeigen, ob und wie stark sich CO2-Emissionen durch den verringerten Parkplatzsuchverkehr reduzieren lassen.
Parkplätze am Flughafen Schönefeld
(Foto: © JiSign)