Schwarzfahren in Berlin wird teurer

Was kostet das Schwarzfahren in Berlin?

Berlin

Ticket lösen oder nicht? Ehrliche Menschen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, lösen natürlich einen Fahrschein. Wer doch beim Schwarzfahren erwischt wird, muss ab Mittwoch, dem 1. Juni 2015, mit höheren Bußgeldern rechnen. 60 statt bisher 40 Euro werden für das Fahren ohne Fahrausweis dann fällig.

60 statt 40 Euro für das Fahren ohne Fahrausweis

Die Zahl der Schwarzfahrer ist nirgendwo höher als in Berlin. Rund 7 Prozent der Fahrgäste der BVG und rund 4,2 Prozent der S-Bahn-Passagiere lösen kein Ticket. Bundesweit fahren etwa 3,5 aller Fahrgäste schwarz. Doch die Erhöhung der Bußgelder tritt zum neuen Monat nicht nur für den Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) in Kraft, sondern ist eine bundesweite Regelung. Zum ersten Mal seit 2002 hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr die Strafe für Schwarzfahrer erhöht. Im Mai 2015 bestätigte der Bundesrat die Verordnung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Schwarzfahrer in Berlin kosten die Verkehrsbetriebe Millionen

Die BVG und die Berliner S-Bahn stehen hinter der Bußgeld-Erhöhung, sei diese doch im Interesse aller ehrlichen Fahrgäste. 40 Euro Strafe seien kaum abschreckend für Schwarzfahrer. Nach Schätzungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen gehen den Betreibern der öffentlichen Verkehrsmittel bundesweit etwa 250 Millionen Euro im Jahr durch Schwarzfahrer verloren. Rund 100 Millionen Euro würde der Einsatz von Kontrolleuren kosten. In Berlin zahlen zudem längst nicht alle Fahrgäste, die beim Schwarzfahren erwischt werden, auch ihr Bußgeld: Nur rund die Hälfte begleicht die Forderungen der BVG.

Bereits seit 2014 haben die BVG und die Berliner S-Bahnen die Kontrollen in ihren Fahrzeugen deutlich verschärft. 7,9 Millionen S-Bahn-Passagiere haben die Kontrolleure nach ihren Tickets gefragt, 5,3 Millionen Fahrgäste wurden in den öffentlichen Verkehrsmitteln der BVG kontrolliert. ( (Foto: © JiSign)