Teilprivatisierung für den BER?

Berlin

19.06.2015
Ein Eröffungstermin, der sich um mehr als sechs Jahre verschoben hat, Baumängel, Planungsfehler, technische Probleme: Aus all diesen Gründen haben sich die Baukosten für den Flughafen Berlin-Brandenburg wohl mehr als verdoppelt. 2,5 Milliarden sollte der Bau ursprünglich kosten, mittlerweile geht die Flughafengesellschaft von 5,4 Milliarden Euro Gesamtkosten aus. Das klingt derzeit noch nicht nach einem interessanten Projekt für Investoren. Doch 2019, zwei Jahre nach der geplanten Eröffnung im Herbst 2017, könnte sich ein privater Investor an der Finanzierung beteiligen. Die Flughafengesellschaft der Länder Berlin, Brandenburg und des Bundes prüft dies gerade. Das meldet der Tagesspiegel.

Brandenburg und der Bund sollen Teilprivatisierung befürworten

Brandenburg und der Bund sollen sich bereits für das Hinzuziehen eines privaten Investors ausgesprochen haben. Zum größten Teil solle der Flughafen aber in öffentlicher Hand bleiben, ein privater Investor solle mit maximal 49,9 Prozent einsteigen. Das Land Berlin hält sich mit Aussagen zu diesen Plänen bislang noch zurück.

Der Einstieg eines Investors vor der Fertigstellung wird allgemein als zu risikoreich angesehen. Noch könnte vieles passieren, was den geplanten Eröffnungstermin ins Wanken bringt. Einem Investor müsste die Flughafengesellschaft daher eher Geld bezahlen, damit er einsteigt, heißt es im Tagesspiegel. Private Investoren sollen die gegenwärtige Situation nicht ausnutzen, die Anwerbung privater Gelder wird daher erst für einige Zeit nach der Eröffnung angestrebt. Auch dann wird die Flughafengesellschaft aller Voraussicht nach auf private Gelder angewiesen sein, wenn auch eine rasante Entwicklung des Flughafens nach Eröffnung prognostiziert wird.

Interessenten gibt es durchaus. Die deutsche Infrastruktur gilt im Ausland als interessantes Investitionsprojekt, allen Schwierigkeiten beim Bau des BER zum Trotz. Interessenten sollen unter anderem aus Skandinavien kommen. (Foto: © JiSign)

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