Weitere Pannen beim BER: Brandschutzwände müssen erneuert werden

Pannen und kein Ende in Sicht: Nachdem vor wenigen Tagen erst bekannt wurde, dass im Terminaldach des BER zu schwere Rauchgasventilatoren eingebaut wurden, kommt nun die nächste schlechte Nachricht. Zahlreiche Brandschutzwände müssen erneuert werden, da sie ihren Zweck wohl nicht erfüllen. Beim Bau waren unzulässige Gasbetonsteine verwendet worden sowie unzulässiger Mörtel. Genauer gesagt: Bei den Bauarbeiten wurden die Gasbetonsteine mit dem Mörtel vermauert – für Brandschutzwände eine nicht erlaubte Bauweise.

Bauarbeiten verzögern sich um drei bis vier Monate

Zunächst war die Rede davon, dass 600 Brandschutzwände komplett abgerissen werden müssten. Gestern Abend relativierte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld die Lage. Einige Arbeiten seien bereits umgesetzt, nicht alle Wände müssen vollständig abgerissen und erneuert werden. Bei einigen Wänden genüge es, Stützen zur Verstärkung einzuziehen oder Wandteile zu verstärken, um die erforderliche Brandschutzklasse zu erreichen. Mühlenfeld sprach von „Sanierungsarbeiten“ anstelle eines kompletten Neuaufbaus. Die Bauarbeiten am BER werden sich durch die erneute Panne jedoch voraussichtlich um drei bis vier Monate verzögern. Die geplante Fertigstellung im März 2016 sei dadurch nicht mehr zu halten. Laut Mühlenfeld bestehe aber immer noch die Möglichkeit, den Flughafen im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb zu nehmen. Er bezeichnete den Eröffnungstermin jedoch als „stärker risikobehaftet“.

Mühlenfeld und Müller sollen vorm Hauptausschuss Rede und Antwort stehen

Die CDU-Fraktion möchte angesichts der erneuten Baupannen Flughafenchef Mühlenfeld sowie den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses vor das Abgeordnetenhaus zitieren. Die SPD, deren Zustimmung dafür nötig ist, signalisierte bereits Bereitschaft, möchte aber auch Innensenator und Aufsichtsratsmitglied Frank Henkel (CDU) vor den Ausschuss zitieren.

Einige Politiker hatten derweil einen kompletten Abriss und Neubau des pannenbehafteten Flughafens ins Gespräch gebracht. Das lehnen aber sowohl Mühlenfeld als auch Brandenburgs Ministerpräsident Christian Görke als auch Flughfenkoordinator Rainer Bretschneider ab. Ein Abriss und Neubau würde laut Bretschneider fünf bis sieben Jahre dauern.

Eine gute Nachricht gibt es immerhin: Wie Mühlenfeld verkündete, sei das Problem mit den Deckenventilatoren behoben und die gesperrte Halle solle in dieser Woche wieder freigegeben werden.
(Foto: © JiSign)

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