Wieder einmal Baustopp am BER

Berlin

23.09.2015
Am Flughafen BER stehen wieder einmal die Maschinen still: Am Montag verhängte die Bauaufsicht des Landkreises Dahme-Spreewald einen Baustopp. Sofort mussten alle Arbeiten niedergelegt werden. Der Baustopp gilt für den Bereich unterhalb des gesamten Hauptterminals. Der Grund sind mögliche Unsicherheiten durch eine instabile Dachkonstruktion.

Zu schwere Rauchgasventilatoren im Flughafendach

Wie bereits am Wochenende bekannt wurde, sind in Teile des Dachs zu schwere Rauchgasventilatoren eingebaut worden, mit 4.000 kg Gewicht wögen diese doppelt so viel wie geplant und genehmigt. Die Last des Daches sei erheblich überschritten, die Statik zu unsicher. Der Einbau erfolgte bereits 2012, die Statikprobleme vielen jedoch jetzt erst auf. Am Freitag sperrte die Flughafengesellschaft vorsorglich einen kleinen Teil des Hauptterminals ab. Nicht genug für die Bauaufsicht – jetzt liegen die Arbeiten am gesamten Terminal still.

Welche Auswirkungen die erneute Verzögerung für die Eröffnung des Flughafens haben wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Nachdem die Eröffnung Mal um Mal verschoben worden war, könnte der aktuell angesetzte Termin in der zweiten Jahreshälfte 2017 wieder auf der Kippe stehen. An der Einhaltung dieses Termins zweifelt auch Stefan Evers, stellvertretende CDU-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus. Er kritisierte am Montag Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) scharf. Müller ist wie sein Vorgänger Klaus Wowereit auch Chef des BER-Aufsichtsrats. Evers vermisst klare Akzente, die Müller setzen sollte.

Kritik aus allen Lagern

Kritik kommt auch aus dem Lager der Grünen: Fraktionschefin Ramona Pop sprach von einer Fortsetzung des „wowereit’schen Chaos“. Martin Delius von den Piraten bezeichnete das Flughafenprojekt sogar als „gescheitert“ und forderte den Senat zum Ausstieg auf. Michael Müller selbst bezeichnet den erneuten Baustopp als „Rückschlag“.

Wie das Problem behoben werden soll, steht zurzeit noch nicht sicher fest. Laut Flughafenchef Karsten Mühlenfeld gibt es mehrere Möglichkeiten: zum einen den Austausch gegen kleinere Ventilatoren, zum anderen eine Verstärkung des Dachs durch Stützkonstruktionen. Zunächst soll geprüft werden, ob tatsächlich eine Einsturzgefahr besteht. Die Ergebnisse der Berechnungen sollen bis zur Aufsichtsratssitzung am Freitag vorliegen. (Foto: © JiSign)