Streik bei der Post: Briefe und Pakete verspäten sich

Berlin

09.06.2015
Heute morgen schon in den Briefkasten geschaut? In vielen Haushalten in Berlin und Brandenburg wird der heute leer bleiben – und voraussichtlich auch in den kommenden Tagen. Seit Montagnachmittag haben die Beschäftigten in fünf großen Verteilzentren in der Region die Arbeit niedergelegt, Briefe und Pakete bleiben dort liegen. Am heutigen Dienstag treten nun auch die Postboten in den Streik – die Gewerkschaft Verdi hat zur unbefristeten Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Streik in den Verteilzentren und bei den Briefzustellern

In der Nacht zum Dienstag traten die Mitarbeiter in fünf Verteilzentren in den Streit: In Berlin-Tempelhof, Schönefeld, Stahnsdorf, Hennigsdorf und Cottbus werden Briefe und Päckchen nicht mehr weiterbearbeitet. Rund 3,5 Millionen Briefsendungen durchlaufen die Verteilzentren pro Tag. Die werden nun nicht mehr pünktlich weitergeleitet. Ab dem heutigen Dienstag sollen dann auch rund 1.000 Briefzusteller die Arbeit niederlegen.

Verdi möchte mit dem Streik den Druck auf die Post erhöhen. Diese habe sich laut Aussagen der Gewerkschaft im derzeitigen Tarifkonflikt keinen Millimeter bewegt. Im Zentrum des Streits stehen 49 regionale Gesellschaften der Post, die für die Paketzustellung zuständig sind. Dorthin werden Postmitarbeiter ausgelagert, aber nicht nach dem Haustarif bezahlt, sondern erhalten den geringeren Tariflohn der Speditions- und Logistikbranche. Verdi fordert nun, die Beschäftigten wieder nach dem Haustarif der Post zu bezahlen. Die Post lehnt diesen Vorschlag ab.

Was bedeutet der Post-Streik für Sie?

Was bedeutet der Streik nun für die Haushalte in Berlin und Brandenburg? Zunächst einmal, dass Briefe und Pakete mit einiger Verspätung eintreffen können. Für Bestellungen können Sie auf andere Paketdienste ausweichen und Pakete zum Beispiel über Hermes, UPS oder GPS liefern lassen bzw. versenden. Die deutsche Post hat beim letzten Streik der Post in der vergangenen Woche zudem DHL-Zusteller aus Polen eingesetzt, um Engpässe zu überbrücken.

Was passiert, wenn Ihre Post pünktlich beim Empfänger ankommen soll, zum Beispiel, damit Kündigungsfristen eingehalten werden? Ein Streik verlängert Kündigungsfristen nämlich nicht. Müssen Ihre Briefe pünktlich beim Empfänger landen, können Sie Briefpost über die Pin AG versenden. Auch FedEx versendet Briefe. In einigen Fällen reicht vielleicht auch ein Fax oder eine E-Mail aus; setzen Sie sich mit dem Empfänger in Verbindung und besprechen Sie Ihre Möglichkeiten. (Foto: © JiSign)