Weniger Wohnraum für’s Geld

Hohe Mieten in Berlin

Berlin

15.08.2016
Die Einkommen steigen – die Mieten in Berlin jedoch auch. Anders als im Bundesdurchschnitt bleibt in der Hauptstadt von der Einkommenssteigerung kaum was übrig, das Geld geht für den Wohnraum drauf. Eine am Montag vorgestellte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wie viel Quadratmeter Wohnraum sich die Deutschen für ein Viertel ihres Einkommens leisten können.

68 Quadratmeter für 25 Prozent vom Einkommen

In Berlin bekommt man für das Viertel des verfügbaren Einkommens im Schnitt eine 68 Quadratmeter große Wohnung – warm. Im Jahr 2010 war es noch ein Quadratmeter mehr. In anderen deutschen Städten sieht die Situation etwas anders aus: In Mühlheim an der Ruhr erhalten Mieter für ein Viertel ihres Einkommens schon 98 Quadratmeter. Auf dem Land sind Wohnungen ohnehin günstiger, das überrascht kaum. Im bayerischen Dingolfing-Landau können die Mieter sich den größten Wohnraum leisten, rund 126 Quadratmeter für 25 Prozent von Monatslohn. Im bundesweiten Durchschnitt erhalten Mieter für ein Viertel ihres Monatslohns 95 Quadratmeter Wohnfläche. ( Wohnen in Berlin )

In Berlin sind die Mieten dagegen in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Hohe Mietsteigerungen können auch Hamburg, München und Köln verzeichnen, außerdem Würzburg und Offenbach. In diesen Städten frisst die Mietsteigerung selbst die Einkommenssteigerung von im Schnitt 11,5 Prozent auf. In Berlin sei die Miete seit 2010 um satte 26 Prozent gestiegen – in München dagegen nur um 14 Prozent, im Bundesdurchschnitt um 10,2 Prozent.

Mietpreisbremse hilft wenig

Ein Viertel des Monatseinkommens sieht das IW als vernünftiges Maß für die Mietzahlung. Kritisch werde es, wenn mehr als ein Drittel des Monatseinkommens für die Miete draufgehe. Das ist in Berlin aber eher die Regel als die Ausnahme. Daran ändert auch die Mietpreisbremse wenig, die Mieter eigentlich vor zu stark steigenden Mieten schützen soll. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat im Frühjahr festgestellt, dass diese nicht überall greift und kurzzeitig sogar zu Mieterhöhungen geführt hat.
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