Spielend lernen im Exploratorium Potsdam Mathe, Physik, Chemie? Für viele Schulkinder gibt's nichts Unspannenderes. Im Exploratorium Potsdam nahe dem Filmpark Babelsberg hingegen werden Naturwissenschaften als knallbunte Spielwiese zelebriert. Das kindgerechte Riesenlabor appelliert an die natürliche Neugierde der Kinder und soll Lust machen, die Phänomene aus Mathematik, Biologie, Chemie und Physik zu erforschen. Aus dem Boden gestampft hat die interaktive Mitmach-Welt in Babelsberg ein Ehepaar, inspiriert von den Science-Centern in den USA.

Auf 1.500 Quadratmetern ist Anfassen, Ausprobieren und Experimentieren angesagt:
Strampeln auf dem Energie-Fahrrad, den eigenen Schatten an der Wand einfrieren, oder Bewegungen in Vogelgezwitscher umwandeln. Am meisten Spaß macht den Kindern jedoch die Schokokuss-Pumpe. Unter der Käseglocke mit angebauter Saugpumpe platzt die braune Kruste des Schokokusses schon nach wenigen Zugbewegungen und die Leckerei bläht sich auf wie ein Luftballon. Dass es sich hierbei um ein Experiment mit dem luftleeren Raum, dem Vakuum, handelt, lassen sich die Kinder beim anschließendem Naschen der süßen Schaummasse bereitwillig erklären. An einer anderen Ecke ziehen die Kinder ganz leicht einen Trabi mehrere Meter durch die Gegend. Ein Flaschenzug macht's möglich. Am Ende bleibt immer ein Aha-Erlebnis: "So funktioniert das also!". Bei Kindern und auch bei Erwachsenen.

Die Devise lautet: Die Kinder sollen erst einmal Spaß haben, bevor ihnen klar wird, dass es um Naturwissenschaften geht. Deshalb sind die rollenden Kugeln, schwebenden Bälle, Röhrentelefone und Kohlendioxidgas-Raketen nicht nach Themengebieten sortiert. Zwar hat sich das Gründerehepaar, die Potsdamer Medienwissenschaftlerin Elisabeth Prommer und ihr Mann Ulrich Hienzsch, intensiv Gedanken gemacht, wie man die wichtigsten Themenfelder wie Mechanik und Wärmelehre, Elektromagnetismus, Akustik, Energie oder Optik abdecken könne. Doch die vielen Mitmach-Stationen sind scheinbar wahllos angeordnet. Wie in der Natur auch.

Vorbild für das Potsdamer Exploratorium sei die "Urmutter aller Exploratorien" in San Francisco gewesen, erläutert Vorsitzender und Kurator Axel Werner. Mittlerweile gebe es in jeder größeren Stadt in den USA ein solches Experimentier-Labor für Kinder. Auch in Deutschland gibt es bereits Science Center. In seiner Art ist das Exploratorium in Potsdam jedoch einmalig. Dass das Konzept hierher passt, bestätigen die Besucherzahlen. Im ersten Jahr kamen 90.000 Besucher, 30.000 mehr als erwartet. Mittlerweile kommen im Schnitt ca. 5.700 Besucher pro Monat. Immer mehr holen sich auch Lehrer neue didaktische Anregungen aus dem Exploratorium - oder bringen gleich ganze Schulklassen mit. Diesem Trend folgend hat die Leitung der Mitmach-Welt inzwischen eine ganze Palette an verschiedenen Workshops und Experimentierkursen für Kitas, Grund- und Oberschulen zusammengestellt. Eltern hingegen können ihre sechs- bis 14jährigen Kinder in den Schulferien mit gutem Gewissen in ganztägigen Science Camps parken. Dort können sie zum Beispiel ein eigenes Minifloß oder eine Rakete bauen. Oder mehr über den Urknall und die Entstehung des Sonnensystems erfahren.
Text: A.K.

Exploratorium Potsdam e. V.
Wetzlarer Straße 46
14482 Potsdam-Babelsberg
Telefon: (0331) 877 36 28
www.exploratorium-potsdam.de
Öffnungszeiten:
Di. bis Fr. 8.30 - 18.00 Uhr,
Sa. bis So. 10.00 bis 18.00 Uhr.
Montags geschlossen.

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