Das Besucherbergwerk F 60 im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg :
Technikfans kommen in Brandenburg voll auf ihre Kosten, in Lichterfelde in der Niederlausitz befindet sich ein Gigant der Technik -
die ehemalige Abraumförderbrücke F 60.
Sie ist 503 Meter lang, 202 Meter breit, 80 Meter hoch und ca. 11.000 Tonnen schwer.
Doch was ist eigentlich eine Abraumförderbrücke? Diese Stahlkonstruktion diente der Freilegung der Braunkohle und überspannte den gesamten Tagebau. Somit wurde die Abraumseite und die Verkippungsseite über eine eingebaute Bandanlage direkt miteinander verbunden. Die Förderleistung eines solchen Geräts betrug ca. 50.000 Tonnen. Mit diesen Massen kann man ein Fußballfeld ca. 8 Meter hoch auffüllen…damit man sich mal eine Vorstellung machen kann, um welche Ausmaße es sich hierbei handelt.
Der Name F 60 wurde der Förderbrücke auf Grund ihrer Abtragsmächtigkeit
gegeben: 60 Meter.
Heute dient sie als eine Art Museum, da sie die letzte von fünf gebauten Seriengeräten war und zur eigentlichen Braunkohleförderung nur ca. ein Jahr in den frühen 90'ern genutzt wurde und somit noch in einem top Zustand ist.
Im September 2001 begann die Flutung des zukünftigen Bergheider Sees bei Lichterfelde, der von einem Campingplatz, einer Jugendherberge und natürlich von Badestränden gesäumt ist und ein nettes Ausflugsziel bietet. Im selben Jahr schlossen sich Freunde und Förderer der außergewöhnlichen Brücke zusammen und gründeten den Förderverein der sich bis heute um das Besucherbergwerk als Touristenattraktion kümmert. Im Oktober 2003 würde die F 60 feierlich eröffnet und erfreut sich seit dem zahlreicher Besucher, die nicht nur die unglaubliche Aussicht genießen, sondern sich auch an der vom Berliner Künstler
Hans Peter Kuhn installierten Farb- und Klangtechnik während der interessanten Führung erfreuen.
Da es sich bei der F 60 um kein gewöhnliches Museum handelt, schreibt die Leitung der Brücke einige Sicherheitsvorschriften vor. So dürfen Kinder unter 12 Jahren nur in Begleitung eines Erwachsenen die Brücke betreten, die Führung ist von der Witterung abhängig und erfolgt nur mit festem Schuhwerk und einem Kopfschutzhelm.
Zusätzlich bieten die Betreiber eine Führung auf dem gepflasterten Weg unter der Brücke entlang zur Flutungsstelle des Sees, diese ist behindertengerecht und auch für technikbegeisterte Gäste mit Höhenangst zu empfehlen, da sie nicht nur ebenfalls von einem erfahrenen Bergwerksführer geleitet wird, sondern auch an jeder Ecke eine Schautafel zu finden ist.
Bei vorheriger Anmeldung von mindestens 10 Personen dauert dieses spezielle Angebot ca. 40 Minuten und kostet pro Person 4 €.
Ein weiteres Highlight bieten die Betreiber mit dem "F 60 Dinner".
Dies bietet sich als Geschenk, Überraschung oder einfach nur als gelungener Abschluss eines Ausflugs zu diesem herausragenden Panoramaziel regelrecht an, Kosten und weitere Details sind auf der Homepage der Brücke nachzulesen.
Geöffnet ist die F 60 von November bis Februar zwischen 10.00 und 16.00 Uhr
(außer Montags) und das restliche Jahr bis 19.00 Uhr. Die Eintrittspreise liegen je nach Saison und Führung zwischen 5 € und 8 €. Des Weiteren wird auch eine Nachlichtführung angeboten, welche nach Anmeldung zwischen 19.00 und 21.00 Uhr durchgeführt wird und ca. 70 Minuten dauert.
Zu erreichen ist die Brücke aus Richtung Norden über die A13 Abfahrt Bronkow, aus Richtung Süden Abfahrt Großräschen auf die B96 über die Ortschaft Lieskau in Richtung Lauchhammer, von wo aus die F 60 ausgeschildert ist.
Wer also in Brandenburg ein Ausflugsziel an der frischen Luft, mit viel Technik und dem gewissen Etwas sucht, für den ist das Besucherbergwerk F 60 genau das Richtige.Text: kb