Ein Foto vom Schloss Paretz und dem großen Schlosspark
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Denn in herzlicher Verachtung nannte man diesen den Lüderjan (Taugenichts). Seine ausufernde Mätressen- und Günstlingswirtschaft markiert einen Tiefpunkt preußischer Machtausübung. Der Sohn hingegen ist treu liebender Gatte der anmutigsten Königin, die das Preußentum je hervorbrachte, der 34jährig gestorbenen Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810), einer Frau mit starkem natürlichen Selbstbewusstsein, dessentwegen z.B. Napoleon Bonaparte ihr in tiefer Hassliebe verbunden ist. Friedrich Wilhelm und Luise bevorzugen - sofern der Hofstress es erlaubt - ein zurückgezogenes, einfaches und naturnahes Leben. Allerdings: Majestät sind zugeknöpft und sprachlich gehemmt. "König Infinitiv" wird er genannt, weil er wie kleine Kinder persönliche Fürwörter meidet ("Will haben" oder "Mir fatal"). Mit seiner Vorliebe für das "Einfache, Ungesuchte und Naturgemäße sowie die Ablehnung von Aufwand, Prunk und Überladung", wie es sein Biograf Johann Heinrich Lehnert überliefert, kauft er 1797, im Jahr seiner Inthronisation, für sich und für die fünf Jahre zuvor geehelichte Luise das Dörfchen Paretz - zum Preis von 85000 preußische Taler (rund 4,5 Millionen Euro).