Trutzburg aus Holz und Lehm: Slawenburg Raddusch im Spreewald

Aus ferner Vogelperspektive mutet die riesenhafte, kreisrunde Wallkonstruktion in Raddusch bei Vetschau im Spreewald fast wie eine moderne Sportarena an. Doch bei
Die Slawenburg Raddusch im Spreewald
Die Slawenburg Raddusch - Foto © LianeM
genauerem Augenschein entpuppt sich das imposante Gebilde als ein Bauwerk, das zumindest äußerlich weder aus Stahl, Glas, Beton noch aus Eisen oder Ziegeln gefertigt ist, sondern sich in erster Linie aus Stämmen, Ästen, Lehm und Erde zusammensetzt. Die wehrhafte Burganlage ist zwar ein Neubau, soll jedoch als möglichst originalgetreue Rekonstruktion jene Burg nachbilden, wie sie die Slawen vor über tausend Jahren an selber Stelle erbaut hatten. Sie diente für die in unmittelbarer Nähe lebende Bevölkerung als Fluchtburg vor germanischen Eroberern.
Adresse:
Slawenburg Raddusch
Zur Slawenburg 1, O.T. Raddusch
03226 Vetschau/Spreewald
Telefon: 035433-55522
www.slawenburg-raddusch.de

Öffnungszeiten der Slawenburg Raddusch:


April bis Oktober: täglich von 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
November bis März: täglich von 10:00 Uhr - 16:00 Uhr

Preise der Slawenburg Raddusch:

(Auszug)
Erwachsene 6€
Ermäßigt 4,50€
Kinder (6 - 16 Jahre) 3,50€
Familienkarte ( 2 Erw. bis zu 3 Kinder im alter 6 - 16 Jahre) 15€

Geschichte der Slawenburg Raddusch


Zwar war die historische Wallmauer kompakt, verbirgt sich hinter den Holzwänden der neuen Burg ein modernes Museum. Die Ausstellung "Archäologie in der
Niederlausitz" beschäftigt sich mit der Siedlungsgeschichte der letzten 12.000 Jahre in der Region. Ausstellungsthemen sind etwa "Von der Alt- bis zur Jungsteinzeit", "Bronze- und frühere Eisenzeit der Lausitzer Kultur", "Germanen in der römischen Kaiserzeit" und "Slawisches und deutsches Mittelalter". Während die Menschen vor vielen tausend Jahren, d.h. seit dem Ende der letzten Eiszeit, zunächst als Rentierjäger in der damals noch tundrenartigen Landschaft der Niederlausitz siedelten und mit dem Abbau von Moränenfeuerstein den ältesten nachweisbaren Grubenbergbau Deutschlands betrieben, waren es später die Germanen, die in dieser Region in den ersten Jahrhunderten nach der Zeitenwende bereits römische Tischsitten nachahmten. Die Erbauer der Burg in Raddusch, Slawen des Stammes Lusizi, wurden hier erst im 9. Jahrhundert seßhaft. Entlang eines "Zeitstegs", welcher auf die heutige Burg hinführt kann die wechselvolle Geschichte Epoche für Epoche nachvollzogen werden.

Die Radduscher Fliehburg war jedoch nicht die einzige ihrer Art. Im frühen Mittelalter überzogen die Lusizi die Niederlausitz am westlichen Spreewaldrand förmlich mit einem dichten Netz kleiner ringwallförmiger Burganlagen. Als lausitz-typisches Bodendenkmal erinnert die Slawenburg Raddusch somit an eine heute weitgehend verschwundene Kultur. Durch den zu DDR-Zeiten in der Lausitz in besonders großem Ausmaß betriebenen Braunkohletagebau wurden die meisten Kulturgüter aus dieser Zeit unwiedrbringlich zerstört. Raddusch ist die Ausnahme, denn der Tagebau Seese-Ost bei Raddusch wurde nach 1990 stillgelegt - noch bevor die Abbruchkante das unmittelbare Gebiet der Burg erreichte. Ein Glücksfall, denn ohne die Slawenburg wäre die Niederlausitz nicht nur um ein außergewöhnliches Museum ärmer, sondern auch um einen besonders beliebten Ort für Feste, Konzerte und Veranstaltungen.
Text: A.K. / Stand: 26.05.2014



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