Fürstenwalde: Domstadt an der Spree "Fürstenwalde ist allerliebst und verdient ein Kapitel für sich", schwärmte Theodor Fontane einst in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Zwar kam er nie
Dom St. Marien in Fürstenwalde
Der Dom St. Marien in Fürstenwalde - das Wahrzeichen
der Stadt - Foto: © siwi1
dazu, dieses Kapitel auch tatsächlich zu verfassen, doch mag er sicherlich nicht ganz Unrecht gehabt haben, denn die schmucke Domstadt mit ihrer bevorzugten Lage an der Spree war früher eine der wohlhabendsten Städte Brandenburgs. Das von viel Grün und Wald umkränzte Fürstenwalde ist heute die siebtgrößte Stadt Brandenburgs und beeindruckt Besucher immer noch mit seinem reichen historischen Erbe.

Ein Einblick in die Geschichte der Stadt Fürstenwalde
Ähnlich wie Fontane ließ sich auch 1679 der Fürstenwalder Bürgermeister Jacobus Lotitius zu einem Lob über seine Stadt hinreißen: "Am Wasser liegt die Stadt: ihr Bildnis und Gestalt ist lustig, lieblich, schön: ist lauter Grün und Wald". Auch heute, über 400 Jahre später, ist Fürstenwalde immer noch am Wasser gelegen und von Grün umgeben. Doch ist die Stadt noch "lieblich"? Immerhin wurde Fürstenwalde, neben Brandenburg/Havel in der Geschichte eine der bedeutendsten Domstädte Brandenburgs, als Festungsstadt im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig in Schutt und Asche gelegt. Die Bausünden aus der Nachkriegszeit sind auch heute noch unübersehbar, doch im Altstadtkern rund um Dom und Rathaus hat sich heute ein attraktives und lebendiges Zentrum entwickelt.

Schon zu DDR-Zeiten wurde das spätgotische Rathaus wieder restauriert. Seit 1968 erstrahlt der Bau mit seinem markanten Zierrippengiebel und vorgesetztem Turm in
altem Glanz. Heute beherbergt der Verwaltungsbau unter anderem eine Galerie, die in regelmäßigen Abständen mit durchaus anspruchsvollen Ausstellungen das Kulturleben bereichert. Erheblich länger musste der Dom St. Marien auf seine Sanierung warten. Erst sechs Jahre nach der Wende wurde der mächtige Sakralbau wieder eröffnet, den die Bischöfe von Lebus im Zuge ihrer Residenzverlegung nach Fürstenwalde um 1470 als dreischiffige Backsteinhalle mit Umgangschor errichtet hatten. Mit seinem 68 Meter hohen Turm ist der Dom das heutige Wahrzeichen Fürstenwaldes.

Wer tiefer in die Geschichte der Stadt eintauchen möchte, sollte dem Heimatmuseum einen Besuch abstatten, das in einem der wenigen spätbarocken Häusern Fürstenwaldes untergebracht ist. Dort erfährt man nicht nur, wie Fürstenwalde durch seine Lage an der Spree, die nur bis hier beschiffbar war, als Warenumschlagsplatz gen Osten erblühte, sondern auch einiges Wissenswerte über die Zeit, als die Stadt im Mittelalter als Schulstadt einen guten Ruf genoss. Denn unter anderem wurde in den Pestjahren 1613, 1625 und 1656 die Universität "Viadrina" aus dem nahen Frankfurt/Oder hierher verlegt. Darüber hinaus präsentiert das Museum Deutschlands größte Geschiebesammlung, d.h. von Eiszeitgletschern mitgeführte Gesteine, sowie Informatives über den Braunkohle- und Muschelkalkabbau der Region.

Freizeitspaß in Fürstenwalde
Auch für Kinder hat Fürstenwalde einiges im Programm. Wer mit seinen Sprösslingen Fürstenwalde besucht, kommt am "Schwapp" nicht vorbei. In dem großen Spaßbad gibt es eine ganze Reihe von Rutschen, auf denen man unter anderem mit Einzel- und Paarreifen hinabsausen kann. Nervenkitzel garantiert zum Beispiel eine Rutschpartie durch die Black Hole oder die 85 m lange Röhrenrutsche. Beschaulicher geht's im städtischen Heimattiergarten zu. Dort können Besucher die größte Greifvogel- und Eulensammlung Brandenburgs bestaunen. Außerdem tummeln sich hier Rentiere, Muffelwild, Elche, Luchse, Nasenbären und Steinadler.

Text: ak / 16.07.2011

Ein Stadtplan von Fürstenwalde:


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