Das Melanchthonhaus in Wittenberg: Keine Zeit für Eitelkeit

Seit einiger Zeit bewegen hässliche, ja peinliche Enthüllungen eine kopfschüttelnde
Melanchthonhaus in Wittenberg
Das wiedereröffnete Melanchthon-Haus in
der Wittenberger Collegienstraße 60.
Infos über die Lutherstadt Wittenberg
Foto © -wn-
Öffentlichkeit und - noch mehr - die ausbleibenden Geständnisse der der Unehrlichkeit überführten ehemaligen Doktoranten.
Komisch: meist betrifft es Politiker und deren plagiatorische Hinterlisten auf dem Feld der Wissenschaft. Anscheinend war es das Ziel der Beschuldigten, Überführten und noch Unerkannten, ihre bürgerlichen Namen zum Strahlen zu bringen und diese deshalb mit akademischen Graden zu verzieren. Vor der Erfindung diverser Software-Such-Programme blieb dies unentdeckt. Wo nun aber das Unredliche durchschaut wird, stellt es sich als ein (nach Thomas Mann) "hülfloses Ringen nach Würde" heraus. Und so vollzog sich manche Promotion in grundloser Feierlichkeit.
Die falschen Doktoren und Doktorinnen hatten mit ihren Dissertationsversuchen den Eindruck erwecken wollen, sie seien zu ihren Beweisketten und Schlüssen nur im Ergebnis eigener Gedankenschwerstarbeit und Einsichten gekommen. Diese Doktoranden hatten dabei undeklariertes Fremdwissen als ihres ausgegeben, so als wären die benutzten Sachfeststellungen dem allgemeinen Wissensschatz der Menschheit entnommen, dessen Nutzung nicht zitierpflichtig ist. Wollte man zum Beispiel in die Betrachtungen die Tatsache einbeziehen, es habe den Anschein, dass der Zentralkörper unseres Sonnensystems aus Erdensicht im Osten aufgeht, so stünde dieser fußnotenlosen Mitteilung nichts entgegen. Kein Doktorvater verlangte dafür die Angabe einer Quelle.
Anders schon verhielte es sich - nur zum Beispiel - mit dem historisch gewordenen
Kanzelwort des Reformators Dr. Martin Luther (1483-1546), das dieser belegbar am 2. Februar 1517 den Schäfchen unten im Kirchenschiff zurief: "Wo Christus ist, gehet er allzeit' wider den Strom." Die ungeheuerliche Behauptung fiel übrigens zu DDR-Zeiten in die Zuständigkeit des Racheengels Erich Mielke (1907-2000) und seiner Unterbrigade "Feindlich-negative Kräfte". Es ist aber nicht bekannt, dass einer der widerständigen ostdeutschen Bürgerrechtler den Eindruck hätte erwecken wollen, die schöne Sachfeststellung sei aus eigener Feder geflossen - es wäre der Tatbestand des Falsifikates erfüllt.
Die heutigen plagiatorischen Erscheinungsformen in der Leistungsgesellschaft, die manche Zeitgenossen in Selbstdarstellungszwänge treibt,
Philipp Melanchthons Leseplatz im Melanchthonhaus
Philipp Melanchthons Leseplatz zu Hause;
im Hintergrund sein Bett.
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erinnert an einen durchaus ansprechenden mittelalterlichen akademischen Brauch. Dieser lief auf das latinisierende oder gräzisierende Verschönen von Familiennamen hinaus.
Denn hätten sich der einstige Summa-cum-laude-Doktor Karl-Theodor von und zu Guttenberg (geb. 1971) den latinisierten Namen Bonum-Mons zugelegt und sich Silvana Koch-Mehrin (geb. 1970) mit dem ebenfalls lateinisch verfeinerten Namen Silvana Coctione geschmückt, und hätten beide das Promovieren gleich ganz sein gelassen - sie stünden heute nicht mit erheblichen Ansehensdefiziten da. Hervorragende Männer der mittelalterlichen Wissenschaft unterwarfen ihre Namen einer Latinisierung und Gräzisierung "zum Zwecke innigeren Anschlusses an die Gelehrtenwelt", wie der Schriftsteller Alexander Moszkowski (1851-1934) in seinem Aufsatz "Das Geheimnis der Sprache" schreibt. Da sei aus einem Herrn Müller ein Herr Mylius geworden, der Familienname Schneider wandelte sich in Sartorius, aus Schultze wurde Scultetus. Moszkowski erwähnt auch jenen Tübinger Magister und Lehrer für alte Sprachen Philipp Schwarzerdt (1497-1560). Auf Vorschlag des damals bekannten Latinisten, Gräzisten und Humanisten Johannes Reuchlin (1455-1522) wurde dem jungen ehrgeizigen Schwarzerdt der auf ehrliche Wissenschaftsnähe hinweisende griechische Name Melanchthon verliehen. "Melan" steht für schwartz und "chthon" für erdt. Als Philipp Melanchthon ging der spätere Freund Dr. Martin Luthers in die Geschichte des Protestantismus ein und ist - wie Luther - bis heute gegenwärtig. Geht es um die Frage, ob, wie und wann Katholiken und Evangelische endlich ihre sakramentalen Unterschiede versuchen einzuebnen - dann wird die Erinnerung an den Mann lebendig, der keine Zeit für Eitelkeiten hatte, sondern geistig wie körperlich meist unterwegs war - Philipp Melanchthon, der auch den legal erworbenen Titel Bakkalaureus biblicus (Bachelor für Bibelwesen) führte. Es ging ihm um die Frage, wann der Christengott so richtig mit den Menschen da unten im Irdischen kann: Wenn sie Geld geben und Geschenke oder wenn sie gehörig gehorsam sind - oder ob andererseits der alte Herr jedem Menschen per se (an und für sich) ein Grundvertrauen schenkt? Die letztere Annahme ist der Grundsatz der Reformation, von deren Notwendigkeit Philipp Melanchthon überzeugt war und deshalb ein engagierter, wenn später auch nicht kritikloser Weggefährte Martin Luthers wurde. Zunächst ist er von dem 1520 vom Reformator verfassten Sermon (Essay) beeindruckt, in dem es nicht um Beugen und Beten und Büßen geht, sondern zu allererst um die "Freiheit eines Christenmenschen" - eine für spätmittelalterliche Verhältnisse aufreizende Formulierung mit - wie wir heute wissen - Langzeitwirkung. Im Sermon heißt es: "Der Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan. Der Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan." Der entscheidende Punkt: "Das ist die christliche Freiheit: der Glaube allein. Er bewirkt dass wir keines Werks bedürfen, um Rechtschaffenheit und Seligkeit (vor Gott) zu erlangen." Man muss - einfach ausgedrückt - nichts bezahlen, ja nicht einmal etwas Gutes tun, um oben im Himmel beliebt zu sein.

Philipp Melanchthon löst "gewaltige Bewegung" in Wittenberg aus


Melanchthon ist der Mann, der (von den Wittenbergern zunächst nicht sehr heftig begrüßt) am 25. August 1518 als Lehrer für alte Sprachen - nicht als Theologe - nach Wittenberg kam,
Bücherregal in Melanchthons Arbeitszimmer
Ein Bücherregal in Melanchthons Arbeits- und Schlafzimmer
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um den für ihn an der Universität geschaffenen Lehrstuhl für Griechische Sprache fortan innezuhaben. Die Stadt wird in einer Chronik als eine "noch wenig bekannte Provinzstadt an der Elbe" geschildert. Erst 1502 habe sie der sächsische Kurfürst Friedrich III. (der Weise) (1463-1525) durch die Gründung einer Landesuniversität aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Mit Melanchthons Übersiedlung und Amtsantritt sei bald eine "gewaltige Bewegung" in die Stadt gekommen. Die Studentenzahlen seien sprunghaft angestiegen. Schon 1520 habe man in seinen Vorlesungen 500 bis 600 - bei Luther 400 - Hörer gezählt. Bald nannte man ihn den "Praeceptor Germaniae" (Lehrer Deutschlands), ohne dass er sich um diesen Titel bemüht hätte. Schon drei Tage nach seinem Eintreffen in Wittenberg hielt er vor mehreren Hundert Zuhörern eine Antrittsrede über sein zweites Problem, die Universitätsreform. Diese Fortentwicklung hatte den Leitgedanken, "dass die Lektüre der antiken Schriftsteller aus den ursprünglichen Quellen zum Quell neuen Lebens und Denkens" werden müsse - also ein Votum gegen das Beschränken nur auf die Sekundärliteratur. Damit traf er den Puls der Zeit; man wollte die Originale und nicht irgendwelche Kommentare lesen. Und Martin Luther war sogleich fasziniert von dem "Graeculus" (Griechlein)". Melanchthon einen "Griechen" zu nennen, zielte auf dessen hervorragende Kenntnisse der griechischen Sprache. Die Wahl der Koseform aus dem Munde Martin Luthers erinnert auch daran, dass der Reformator nur zehn Jahre nach der Bekanntschaft mit Melanchthon erheblich an Leibesfülle zugenommen hatte und sein Name deshalb für eine Koseform ungeeignet war. Melanchthon hingegen erregte bei den Wittenbergern anfangs eher Heiterkeit angesichts seiner schmalen und kleinen Gestalt. War er doch nur etwa 1,50 Meter hoch; dazu kam sein Sprachfehler: er lispelte ein wenig. Einer seiner späteren Studenten, Johann Keßler, nannte ihn "eine kleine, magere, unachtbare Person, (du) vermeintest, er wäre ein Knabe nicht über 18 Jahre."

Doch auch auf ihr traf zu, was Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) später den Faust sagen lässt, wonach Verstand und rechter Sinn mit wenig Kunst sich selber vortrügen.
Büsten von Philipp Melanchthon
Drei Büsten Philipp Melanchthons
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Während der ausgefeilten und emotionalen Antrittsrede in der Schlosskirche von Wittenberg über die neue quellenorientierte Form des Studiums gewannen die Zuhörer einen Eindruck von ihm, der sich von dem sogenannten ersten Eindruck weitgehend unterschied. Eine Chronik berichtet: "Am Samstag hielt er vor einem großen Auditorium seine Antrittsrede über die Studienreform Die Sprache war perfekt, Aufbau und Gedanken überzeugend, der Vortrag spannend. Das noch fast kindliche Erscheinungsbild des mageren kleinen Mannes war vergessen, sobald er den Mund aufmachte." Luther schrieb über ihn: "Das Männlein ist fromm, und wenn derselbe auch Unrecht thut, meint er es doch nicht arg, sondern fehlt, weil er zu lind ist und sich einnehmen lässt." Der Polterer Luther reibt sich mit dieser, für seine Verhältnisse sehr zurückhaltenden Anmerkung an Melanchthons Versuchen, die Spaltung in eine protestantisch-evangelische und eine von Rom geleitete katholische Kirche zumindest zu mildern. Er suchte, seiner vermittelnden Natur gemäß, eine Ausgleichung von Vernunft und Christentum, Humanismus und lutherischem Dogma zu bewerkstelligen; sein Streben ging in Richtung einer Ökumene. Dieser Mann, dem Titel und Raffinationen (Veredelungen) des bürgerlichen Namens im Grunde unwichtig waren, erfüllte jene Maximen, die der Soziologe Max Weber (1864-1920) in seinem berühmten Vortrag von 1919 "Politik als Beruf" nennt: Leidenschaft, Verantwortung und Augenmaß. An letzterem fehlte es wohl Luther gelegentlich; Heinrich Heine (1797 od. 1799-1856) hebt in seiner "Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" im Gegensatz dazu "die Milde des Melanchthon" hervor. Er meint aber auch, dessen Sanftheit hätte "uns (in der Reformation) nimmer so weit gebracht wie manchmal die göttliche Brutalität des Bruder Martin".

Das Melanchthonhaus in der Collegienstraße erhielt Neubau nebenan


Melanchthon wurde schließlich als für die Stadt unverzichtbar empfunden. Sein überragendes wissenschaftliches Ansehen bewog Johann Friedrich I. von Sachsen (1503-1554), ihm 1536 in der heutigen Collegienstraße ein Haus bauen zu lassen,
Turm der Wittenberger Schloss- und Universitätskirche
Der Turm der Wittenberger Schloss- und Universitätskirche
aus westlicher Richtung gesehen.
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damit er nicht auf die Idee kam, einem der vielen Angebote anderer Universitäten Folge zu leisten und Wittenberg zu verlassen. Johann Friedrich wurde gerade wegen seines Einsatzes für die Reformation und als Wohltäter Martin Luthers "der Großmütige" genannt. Er hatte noch ein weiteres Merkmal: seine wachsende Leibesfülle, die in den Jahren kurz vor seinem Tod fast die Ausmaße der eines Sumo-Ringers annahm. Als solcher war er wie Luther häufiger Kunde in der Malwerkstatt des Malers Lucas Cranach des Älteren (um 1472-1553). Das Cranach-Studio bot seinen Porträt-Auftraggebern einen kuriosen Service an. Er bestand bei Neuaufträgen in der Herstellung und Lieferung von stets altersstimmigen Darstellungen. Die seit dem letzten Porträt eingetretene Alterung der Kunden wurde in archivierte Bildvorlagen eingearbeitet - Bärte verlängert, Bäuche geweitet, Haare geweißt - ohne dass der Porträtierte selbst hätte Modell sitzen müssen. Philipp Melanchthon konnte auf diesen Service verzichten. Er wurde nicht dick, wie ihm überhaupt ein bescheidener Lebenswandel nachgesagt wird. Das neue Haus nun, das ihm auf dem Grundstück seiner bisherigen, von ihm "meine Bude" genannten Unterkunft hingestellt wurde, ließ sich zwar als standesgemäß klassifizieren, von irgendwelchen reichen Ausstattungen kann aber nicht die Rede sein. Das damals im Stil der Renaissance gebaute Quartier - das heutige besuchenswerte Melanchthon-Haus - gilt als ein architektonisches Kleinod und als eines der schönsten Bürgerhäuser Wittenbergs. Seit 1996 steht es auf der Liste der UNESCO-Welterbestätten. Es wurde über die Jahrhunderte fast nie umgebaut. Auf dem Nachbargrundstück wurde Anfang 2013 nach zweijähriger Bauzeit ein moderner Neubau eröffnet. Auf 600 m² Ausstellungsfläche informiert eine neue Dauerausstellung unter dem Titel "Philipp Melanchthon: Leben - Werk - Wirkung" über die Lebensverhältnisse und den Alltag des hochgebildeten Gelehrten und seiner Familie. 1520 hatte er die Wittenberger Bürgerstochter Katharina Krapp (1497-1557) geheiratet, die ihm vier Kinder gebar, wovon eines bald nach der Geburt verstarb. Im vor einiger Zeit wieder eröffneten Haus sieht der Besucher u.a. das Arbeits- und Sterbezimmer sowie das Scholarenzimmer, das für nicht wenige Gäste und Schüler bereitgehalten wurde. Er selbst war recht selten zu Hause; die meiste Zeit brachte er, war nicht auf Reisen, in der Hochschule zu.

Natürlich gibt es nicht die Andeutung eines Beleges dafür, dass er in seinen Schriften Fremdwissen als das seine ausgab, so fehlte es dennoch nicht an wütenden Angriffen auf sein in Wittenberg beginnendes reformatorisches Wirken.
Marktplatz von Wittenberg mit Rathaus und Stadtkirche Sankt Marien
Blick auf den Marktplatz von Wittenberg aus westlicher
Richtung; links das Rathaus, im Hintergrund die
Stadtkirche Sankt Marien
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Besonders an seiner kämpferischen Schrift gegen die Dogmatiker an der Sorbonne im Pariser Quartier Latin im Jahre 1521 arbeiteten sich die Kritisierten wutschnaubend ab. Es ist auch das Jahr, in dem Luthers "Waffenbruder Melanchthon" (Heinrich Heine) die allererste systematische Darstellung der reformatorischen Theologie ("Loci communes rerum theologicarum") veröffentlicht. Die gereizten Pariser Magister stießen sich an seinem couragierten Hinterfragen von Doktrinen. Sie erhoben den Vorwurf, er würde in theologischer Gestalt die Unwahrheit verbreiten. Sie lamentierten, dass der Autor "kaum 24 Jahre ist; ein solcher Knabe kann nicht anders als irren; er wagt es gegen eine so alte, so große, so hohe Schule (die Sorbonne) zu schreiben! Es ist zu verwundern, dass der erlauchte Fürst Friedrich, der sehr weise sein soll, diesen thörichten Jungen duldet; statt ihn in ein Gefängniß einzuschließen bis er gescheidter wird; wir wollen indessen Mitleid mit seiner zarten Jugend haben." Im Übrigen, höhnten sie, sei besonders Luther ein "Erneuerer aller Ketzerein", die "eher durch Feuer vertilgt als durch Gründe widerlegt werden müssten". Luthers und Melanchthons Schriften "strotzen von gotteslästerlichen Lehren". Da es auch schon damals aus dem Walde so herausschallte wie man in ihn hineinrief, verwundert es nicht, dass selbst der Feingeist Melanchthon die Pariser Sittenrichter einmal als "ungesalzene, wohlgemästete Magister (bezeichnete), die kaum ihre Parva logicalia (die einfache Logik) verstehen und nur Alfanz treiben (sich in Trugschlüssen ergehen)". Ja, er verstieg sich einmal zu einer Behauptung, derentwegen heute durchaus Diplomaten Schwierigkeiten bekämen, sofern sie wie er - und in diesem Falle wahrheitswidrig - behauptet hätten, man müsse "beinah jenen Alten Recht geben, welche behauptet haben, den Galliern fehle es an Hirn".

"Luther und Melanchthon" - Ein Gedicht über das Verhältnis beider Reformatoren


Über das persönliche Verhältnis der beiden Wittenberger Reformatoren machte sich auch der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Georg Bötticher (1849-1918) seine Gedanken. Er nahm das 1883 eingeweihte und 1943 vom NS-Regime zerstörte Denkmal des sitzenden Luther und ihm stehend zugewandten Melchanthon des sächsischen Bildhauer Johannes Schilling (1828-1910) auf dem Leipziger Johannisplatz zum Anlass für das folgende Gedicht in sächsischer Mundart:

Luther und Melanchthon
Denkmal von Schilling un Bronce aufn Johannesblatz So sehr se meinen Gunstgefiehl behagen - (Mer gann de Ähnlichgeet nich weider dreiwen!) Eens werd mer ewig dran ä Rätsel bleiwen:
Was will Melanchthon wohl zu Luthern sagen?
Will ern um änne Biwelstelle fragen?
Will er den Freind - von seinen Sitz verdreiwen?
Beinah - (so schwer mersch werd, es hinzuschreiwen) - Mecht ich das letztre zu behaubden wagen.
Nur freilich: Seh ich Luthern so behaglich Dahingebratscht - da scheint mersch mehr wie fraglich, Daß där aus seinen Lähnstuhl sollte gehn!
's werd jedenfalls ä längkliches Vergniegen!
Ehr de, Melanchthon, dän wärscht runterkriegen, Ich ferchte sehr - da gannst de lange stehn!

Grobübersetzung des Gedichtes ins Hochdeutsche:
So sehr sie auch mein Kunstgefühl ansprechen, kann man doch an ihnen wenig ähnliches sehen!
Eines wird mir aber ewig rätselhaft bleiben:
Was will der Melanchthon wohl zu Luther sagen?
Will er ihn nach einer Bibelstelle fragen?
Will er gar den Freund von seinem Sitz vertreiben?
Beinah - so schwer es mir wird, dies hinzuschreiben - Möchte ich doch dies Letztere zu behaupten wagen.
Nur freilich: Sehe ich den Luther so behaglich hingefläzt - da scheint es mir mehr als fraglich, dass er seinen Lehnstuhl verlassen würde!
Es wäre jedenfalls ein ausgesprochenes Vergnügen!
Doch bevor du, Melanchthon, ihn wirst herunterkriegen - Ich fürchte sehr, da kannst du lange stehen!


Wie man zum Melanchthonhaus in der Lutherstadt Wittenberg kommt:
Die Stadt nahe der Grenze zum brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming liegt an der Autobahn A9. Von der Abfahrt Coswig bis in die Innenstadt sind es 18 Kilometer. Direkt durch die Stadt führt die älteste deutsche Bundesstraße B2, die Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern verbindet. Das Melanchthon-Haus befindet sich in der Collegienstraße 60; es ist vom Marktplatz bequem zu Fuß zu erreichen.

Öffnungszeiten:
April bis 31. Oktober
täglich 10:00-18:00 Uhr
1. November bis 31. März
Di-So: 10:00-17:00 Uhr, montags geschlossen

Eintrittspreise:
Einzelkarte: 4,00 € (ermäßigt 2,50 €)
Familienkarte: 10,00 €
Kombiticket: 8,00 € (Melanchthonhaus & Lutherhaus)
Text: -wn- / Stand: 10/2013

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