Friedrichstraße: Exklusives Shoppen und extravagante Architektur: Beim Stichwort Shopping fällt in Berlin an erster Stelle immer ein Name: Ku-Damm.
Exklusives Shoppen in der Berliner Friedrichstraße
Foto © Leonid Nyshko
Doch auch wenn die nobelsten Boutiquen dort sicherlich in besonders großer Dichte vorhanden sind, ist der Ku-Damm vom Straßenbild her weniger spektakulär. Weder kann er durch viele ansehnliche historische Bauten wie etwa der Boulevard
"Unter den Linden" glänzen, noch weist er eine ausgefallene moderne Architektur auf. Eine Einkaufsmeile, die seit der Wende gleichzeitig zum Schaustück extravaganter Architektur avanciert ist, das kann nur die Friedrichstraße von sich behaupten. Teilweise floss auch amerikanisches Investorengeld, um das Gebiet um den einstigen Checkpoint Charlie mit repräsentativen Wohn- und Geschäftshäusern wiederaufzubauen. Zu den bemerkenswertesten Bauwerken zählt u.a. das 1997 fertiggestellte, eine Milliarde Mark teure American Business-Center an der Friedrichstraße 200 nach Entwürfen von Philip Johnson. Fast daneben entstand auch das Karree Schützenstraße nach Entwürfen von Aldo Rossi.

Sehenswürdigkeiten entlang der Friedrichstraße
Insgesamt erstreckt sich die durchgestylte Shopping- und Erlebnisstraße auf einer Länge von ca. 3,3 Kilometern quer durch die Berliner Mitte vom Oranienburger Tor bis
zum Mehringplatz am Halleschen Tor. Von der Tristesse rund um den ehemaligen legendären Grenzübergang erinnern nur noch ein altes DDR-Abfertigungshäuschen, eine Tafel mit der Aufschrift "You are leaving the American Sector" und natürlich das Museum "Haus am Checkpoint Charlie" mit jeder Menge abenteuerlichen Fluchtutensilien und -geschichten sowie Dokumenten, Fotos und Gemälden zum Thema Mauer. Neben dem Checkpoint Charlie zieren weitere wichtige Sehenswürdigkeiten die Friedrichstraße, darunter beispielsweise der Admiralspalast mit seiner sehr wechselvollen Geschichte, der Wintergarten, das Metropoltheater, das Kabarett "Die Distel", der neue Friedrichstadtpalast, der Tränenpalast und die schmiedeiserne Weidendammer Brücke.

Shoppen auf der Friedrichstraße
Für viele Berlinbesucher ist neben diesen reizvollen Aussichten jedoch das Shoppen das Wichtigste, wenn es sie in die Friedrichstraße zieht. Repräsentanzen exklusiver Bekleidungs-Marken und repräsentative Showrooms von Autoherstellern säumen die Magistrale der ehemaligen Friedrichstadt. Absolute Nummer eins unter den Palästen des Edelkonsums: die Galeries Lafayette. Unter dem Dach des völlig verglasten Baus des französischen Architekten Jean Nouvel kann man in ausgefallenem Ambiente dem Luxusshopping frönen. Auch wenn das Warenangebot das des guten alten KaDeWe bestimmt nicht toppen kann, gilt hier die Devise: das Auge kauft mit! Denn wie auch in der Lafayette-Zentrale in Paris versteht man es hier, die dargebotenen Artikel nicht einfach nur ansprechend und nach Produktgruppen sortiert im Verkaufsraum zu verteilen, sondern glamourös in Szene zu setzen. Ein Besuch der Galeries kommt also nicht selten dem einer Vernissage gleich. Gleich eine Hausnummer weiter grenzt das Quartier 206 an, das vor allem im Inneren mit seinem kunstvollen Atrium Akzente setzt. Und ein paar Schritte weiter findet sich gleich die nächste Shoppingattraktion: das große Kulturkaufhaus Dussmann, welches auf vier Etagen ein riesiges Angebot an CDs, Büchern und DVDs beherbergt.

Übrigens war die Friedrichstraße schon vor rund 300 Jahren gleich hinter "Unter den Linden" die zweitwichtigste Straße der Stadt. Ende des 17.Jahrhunderts reichte sie von der Weidendammer Brücke bis zur Behrenstraße und war mit zwei- bis dreigeschossigen Reihenhäusern bebaut, während daneben noch Bauern ihr Nutzvieh weiden ließen. Damals hieß die Straße ganz profan Querstraße, weil sie "Unter den Linden" querte. Das sollte sich ändern, als Friedrich III. eine Kommission zum Ausbau des neuen Stadtteils einberief und per kurfürstlicher Order beschied, die Querstraße umzubenennen und zwar mit den Worten: "Was heißt hier Querstraße? Ein anständiger Name muss es sein - der meinige."
Text: A.K.

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