"Genial. Erfindungen aus Berlin und Brandenburg"

Über ihre Genialität sind sich Brandenburger, aber ganz besonders die Berliner völlig bewusst. Und das offenbar nicht ganz grundlos. "Genial" heißt das Buch von Petra
Erfindungen aus Berlin und Brandenburg
"Genial" stellt einige Erfindungen aus Berlin und
Brandenburg vor - Foto: © Tom
Kabus und Constanze Schröder, in dem es um Erfindungen aus Berlin und Brandenburg geht.
Spannend ist dabei schon der Einstieg in die Lektüre. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges probierte man zunächst den leichtesten Weg: Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen engagiert den Forscher Johann Kunckel, der Gold machen soll. Das klappte bekanntlich nicht. In den Diensten von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg erfand der Wissenschaftler schließlich das nach ihm benannte "Kunckelsche Goldrubinglas".
Von diesem als eine der frühesten Erfindungen Brandenburgs geltenden Ereignis starten die Autorinnen bereits im Vorwort zu einer spannenden Beschreibung davon, wie aus Alchimisten Wissenschaftler und Ingenieure werden, welche wichtigen Impulse zudem von außen kamen - zum Beispiel durch die Hugenotten - und vieles andere mehr. Über 50 Erfindungen aus Berlin und Brandenburg werden näher beschrieben und das so, dass auch rein historisch und nicht unbedingt technisch Interessierte hier und da eine Überraschung erleben.

Der Anfang: Goldrubinglas, Staatsfarbe Preußisch Blau und Zucker aus Rüben


Aus heutiger Sicht klingt es abenteuerlich, dass zum Beispiel Theologen als Alchimisten arbeiteten und daraus große Erfindungen wie das eben bereits erwähnte
Goldrubinglas entstehen konnten. Kunckel war zwar kein Theologe, dafür aber Johann Konrad Dippel (1673-1734) aus Hessen. Durch einen Zufall und Hilfsbereitschaft gegenüber seinem Kollegen, dem Farbenhersteller Heinrich Diesbach, fanden die beiden mittels eines Abfallproduktes den Weg vom roten Farbstoff zum blauen, der bis dahin aus teurem Lapislazuli hergestellt wurde. Die beiden Geschäftsmänner benannten die Farbe nach dem Entstehungsort "Berliner Blau". Warum es dann zum "Preußisch Blau" wurde und wie es dazu kam, dass der heute wieder bevorzugte Honig als Süßungsmittel von dem Zucker aus Rüben abgelöst wurde und das alles gegenwärtig noch ein Politikum darstellt, wird auf wenigen Seiten, mit Illustrationen und gut lesbar dargestellt.

Duncker aus Rathenow oder Borsig in Berlin sind bekannte Größen - aber warum?


Johann Heinrich August Duncker (1767-1843) erfand die Vielschleifmaschine, die den Brillenträgern das Leben endlich leichter machte. An dem Tag (10.3.1801), als der junge Pfarrer mit Erlaubnis des Königs Friedrich Wilhelm III. seine "Königlich privilegierte Optische Industrie-Anstalt" gründete, ließ er zudem seine Vielschleifmaschine patentieren - wegen seiner eigenen Schwerhörigkeit entwickelte er später auch noch das Hörrohr.
Das Kapitel über Borsig und die Dampflok heißt "Nach-Erfunden in ´Feuerland´: Die Dampflok" - eine der wahren Geschichten über Industriespionage und Weiterentwicklungen, die als Erfindungen gelten.

Von "Nachrichten in Blitzesschnelle" über die Bedürfnisanstalt bis zum Spalt in der Tablette


Alphabetisch sortiert finden sich auf 144 Seiten einerseits große Namen wie Werner von Siemens, die Brüder Lilienthal oder Gustav Langenscheidt neben den andererseits vermeintlich kleinen Annehmlichkeiten des Alltags wie dem öffentlichen Klo, dem Knirps, Ohropax oder das Teelicht. Ob nun die elektrische Straßenbahn, die bewegliche Prothese oder die (Mit-)Entwicklung von Medien wie Fernsehen oder Radio - es ist schon erstaunlich, was diese Region an kreativen Köpfen vorweisen kann. Die Wahl des Titels wie auch die Überraschungen zwischen beiden Buchdeckeln ist definitiv gelungen!

Petra Kabus/Constanze Schröder: Genial. Erfindungen aus Berlin und Brandenburg
CULTURCONmedien 2010, 152 Seiten, Paperback, ISBN: 978-3-941092-32-7,
Preis: 12,80 €
Text: kas / 18.01.2012

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  • Filmkulisse Berlin von Markus Münch



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