"Poetry Slam 2007": Ein Phänomen der Popkultur ...

"Poetry Slam 2007": Ein Phänomen der Popkultur feiert in Berlin dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum

Bei den alten Griechen gehörte es bereits zu jedem besseren Wagenrennen dazu. Die besten Poeten traten gegeneinander an, um mit ihrer Dichtkunst das Volk zu
Poetry Slam in Berlin
Poetry Slam in Berlin
Foto: © Tom
unterhalten. Das Phänomen des Poetry Slam, welches in Berlin nun seit rund zehn Jahren die herkömmliche Literaturszene aufmischt, ist eine Ausgeburt der Popkultur, vom Prinzip her mit dem der alten Griechen durchaus zu vergleichen. Bei entspannter Club-Atmosphäre geben Slammer ihre Kurzgeschichten, Rap-Poesie, Lyrik und Essays zum Besten. Jeder Kandidat hat ein beschränktes Zeitfenster - meist fünf Minuten - um seine Lyrik- oder Prosa-Beiträge vorzutragen. Danach kürt das Publikum mit lautstarkem Applaus oder Buhrufen den Poetenkönig bzw. die Dichterkönigin des Abends.

Poetry Slam in Berlin


In vielen Städten gehören Poetry Slams bereits seit einigen Jahren zum notwendigen Inventar der Kulturszene und werden vor allem von Jugendlichen und Studenten gerne besucht. Hier muss man nicht steif im Smoking oder Abendkleid an gesellschaftlichen Riten der Elterngeneration teilhaben, sondern kann in Clubs und Bars mit der Bierflasche in der Hand mitfiebern, wenn die Akteure in den Ring steigen. Slams reißen die Literatur vom edlen Ross der Hochkultur in die legèren Niederungen der Subkultur. Dass Literatur hier nicht einfach nur vorgetragen, sondern auch performt wird, macht sie konkurrenzfähiger zu Kino und DJ-Events. Slams sind quasi Seismograph aktueller Geschehnisse, denn hier werden Tagesereignisse, Liebeskummer und Alltagsabsurditäten genauso zur Sprache gebracht wie philosophische oder kulturgeschichtliche Betrachtungen. Auch vermeintlich große Namen scheuen sich nicht, die Bühne zu betreten und sich dem Publikum auszuliefern.

In Berlin, dem Zentrum der deutschen Poetry Slam Szene, hat das Subkultur-Phänomen seinen Ursprung. Im Bastard-Club der Berliner Volksbühne fanden die ersten deutschen Slams statt und auch heute noch sind die Events dort so gut wie immer ausverkauft. Inzwischen hat sich in den Szenevierteln ein buntes Nebeneinander an nachmittäglichen Caféhauslesungen für das gesetztere Publikum und nächtlichen Performances in Clubs für die Jüngeren etabliert. Locations wie das Kreuzberger "Kato", das "Scotch & Sofa" am Prenzelberg oder das "Scheinbar Varieté" in Schöneberg haben sich zu angesagten Szenetreffs für Party-Poeten entwickelt. Neben dem "Open Mike" ist der 10.Deutschsprachige Poetry Slam Meisterschaft vom 3. bis 7. Oktober 2007 Höhepunkt des diesjährigen Berliner Slam Poetry-Kalenders. Bei dem fünftägigen Festival treten die herausragendsten 90 Dichter und rund 20 Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeneinander an. Neu ist dabei das Jugend-Slam-Projekt "U20", in dem Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Sieger untereinander ausmachen werden. Der U20-Poetry-Slam soll sich von Berlin aus in den kommenden Jahren zu einem eigenständigen Festival des gesprochenen Wortes entwickeln.
Weitere Informationen unter: www.slam2007.de
Text: ak


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