Hoozilla
Anmeldedatum: 10.07.2006 Beiträge: 43 Wohnort: Berlin-Reinickendorf
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Verfasst am: 17.02.2007, 00:00 Titel: Berliner Direktheit |
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Es geht hier ja nicht nur um Witze sondern auch um den sprichwörtlichen (Mutter-)Witz. Als gebürtigem Sachsen ist mir die berühmte große Klappe natürlich nicht angeboren. Aber ich bin durchaus lernfähig. Jetzt, nachdem ich nahezu sechs Jahre in Berlin wohne, kann ich sagen, dass sich Sachsen und Berliner in ihrer Art nicht wirklich unterscheiden. Ok, die Sachsen trauen sich nicht immer, das zu sagen, was sie denken. Und wenn sie es sagen, formulieren sie es umständlicher und in einer für den Rest Deutschlands etwas befremdlichen Mundart. Anno 2002 machte ich mir deshalb ein paar Gedanken darüber und schrieb folgende Randglosse.
(28.07.2002) Mittlerweile wohne ich seit über einem Jahr in Berlin und muß sagen, es gefällt mir ganz gut. Vor allem hat es mir die sprichwörtliche Direktheit der Berliner Urbevölkerung angetan. Ich erkläre das mal am Beispiel:
Man möchte sich nach dem Weg erkundigen und tut das in Leipzig auf die dort übliche, etwas umständliche Art und Weise mit den Worten: "Entschuldigung, wenn ich da langgehe, ist da der Bahnhof?" Die Antwort kommt postwendend, ist aber noch umständlicher: "Aaaaalso, da haben sie die große Hauptstraße. Die fahren Sie entlang, bis Sie an die nächste Ampelkreuzung kommen, dort geht es nach links oder rechts. Nach links wollen Sie nicht, also fahren Sie rechts entlang, bis sie an einem Blumenladen...ach ja, der Blumenladen gehörte mal dem Neffen einer guten Bekannten; Elfriede hieß die oder so, warten Sie mal...ach stimmt, Sie wollten zum Bahnhof. Also rechts herum und dann an der nächsten Kreuzung wieder links...nee, die hieß nicht Elfriede, Irmgard hieß die...egal, die Straße fahren Sie dann ca. 250 Meter entlang und dort steht eine Informationstafel, an der steht, wie es zum Bahnhof geht."
Stellen Sie die Frage: "Entschuldigung, wenn ich da langgehe, ist da der Bahnhof?" in Berlin, erhalten Sie höchstens ein: "Wennse da nich langjehn, issa ooch da!"
Ein anderes Beispiel erlebte ich neulich in der S-Bahn, als sich zwei Kumpels über das WM-Finale Brasilien gegen Deutschland unterhielten, welches sie wahrscheinlich in einer Kneipe erlebten. Typ 1 meinte: "Weeßte, als der Ronaldo, na weeßt schon, wegen dit Tor, da hat mir der Harry ohne zu fragen een neuet Bia hinjestellt. Dit fand ick richtig geiel!" Sagt der Typ 2: "Nee, meine Alte wird morjen 31 und hat noch keene Hängebrüste, dit find ick geiel!" Jaja, so sind die Berliner halt. |
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Vera
Anmeldedatum: 02.07.2007 Beiträge: 17
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Verfasst am: 02.07.2007, 15:26 Titel: |
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Zum dem Thema fällt mir auch was ein:
Ein Berliner ist als Tourist in München und fragt einen Münchener nach dem Weg, den dieser ihm auch erklärt. Er will weitergehen.
Der Münchner: Sie, könn's Eahna nicht bedanken?
Der Berliner: Eha valoof ick mir. |
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