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Stulle
Anmeldedatum: 20.03.2007 Beiträge: 1 Wohnort: Berlin Lichtenberg
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Verfasst am: 20.03.2007, 15:01 Titel: Berliner Politik |
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Hallo,
ich bin neu hier im Forum, 26 Jahre alt und geborener Berliner.
Es wird ja viel über diese Stadt geschrieben und berrichtet, die einen finden Berlin toll (weil es so bunt ist), die anderen hassen es für seine Unterschicht oder auch für die innerstädtische Subkultur.
Das sind meist Meinungen von Touristen oder Zugezogenen.
Was mich mal interessiert ist: Kann es sein das Berlin schon seit Jahrzehnten nur von Flachzangen und Ammateuren regiert wird.
Über die Zeit der großen Koalition will ich gar nicht erst reden, das waren die schlimmsten und teuersten Jahre für Berlin.
Wir hatten alle auf den Wechsel und auf Wowi gehofft, doch was ist geschehen?
Wir müssen sparen? Ok, warum nicht die Fehler der Regierenden auf die Berliner abwälzen. Wir haben ja keine Wahl mehr.
Was mich viel mehr stört ist: Keine Ideen von Seiten der Regierung und des Bürgermeisters, was ist mit der Fusion Berlin-Brandenburg (würde hunderte Millionen im Jahr sparen). Oder die Überschreibung Berlins an den Bund (ist schliesslich die Bundeshauptstadt), würde auch zu einer besseren Zuordnung der Zuständigkeiten und der Kosten führen.
Was ist eigentlich mit der Ansiedelung von Industrie, Berlin war mal Europas größte Industriestadt.
Es kotzt mich an, wenn ich unseren Büregermeister auf Galas sehe und Sprüche höre wie "arm aber sexy".
Stattdessen rennt er nach Karlsruhe und bettelt um Geld und wir Berliner stehen jetzt als Bettler und Schnorrer da, obwohl wir mit die geringsten Einkommen im gesamten Land haben.
Es fehlen Ideen. Über 1,5 Millionen Berliner haben seit der Wiedervereinigung die Stadt verlassen (nicht ohne Grund).
Ich hoffe das wieder die Vernunft eintritt.
Wir sind die Berliner und wollen eine Zukunft in dieser Stadt ohne Schulden und wir sitzen nicht in den Szenebezirken und trinken Latte Maciato sondern wohnen in Wedding, Spandau, Reinickendorf, Marzahn, Lichtenberg, Hellersdorf, Tempelhof, Neukölln, Treptow, Hohenschönhausen und wir haben ein Recht auf Zukunft auch wenn wir die Innenstadt schon gar nicht mehr betreten (wahrscheinlich passen wir da gar nicht mehr hin).
Ich könnte noch mehr schreiben in mir kocht die Wut und der Frust.
Ich will hier nicht weg, aber niemand weiss was die Zukunft schreibt.
Vielleicht bin ich ja nicht der einzige Berliner der gefrustet ist. |
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tkni Site Admin
Anmeldedatum: 01.07.2006 Beiträge: 119 Wohnort: Berlin Lichtenberg
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Verfasst am: 20.03.2007, 16:18 Titel: |
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Hi,
>>Vielleicht bin ich ja nicht der einzige Berliner der gefrustet ist.<< Bist Du ganz sicher nicht! Nur ne Lösung habe ich auch nicht parat!
>>Es fehlen Ideen<< Stimmt !
Hast Du welche?
MFG
Tkni
PS: Willkommen im Forum! |
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charlyberlin

Anmeldedatum: 30.03.2007 Beiträge: 20 Wohnort: Kleinmachnow b. Berlin
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Verfasst am: 01.04.2007, 09:04 Titel: Großstadt-Bewohner haben etwas gemeinsam, überall.. |
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sie meckern und schimpfen über lokale Zustände, die Politiker der Stadt und alles was nicht ihren "Paradies-Vorstellungen" entspricht. Doch laß den Großstädter mal verreisen und dann sag etwas negatives über "seine" Stadt. Er wird sie sofort mit allen Argumenten, die ihm einfallen, verdeidigen.
Ich bin ja nun Österreicher, lebe aber seit 1970 in Berlin. Natürlich habe ich auch immer die Misstände bekritelt (es waren ja nicht wenige, auch vor dem Mauerfall nicht) und doch habe ich mich immer in Berlin wohlgefühlt. Fuhr immer gerne weg, natürlich oft in meine Heimat, doch war ich länger als 1-2 Wochen weg, hat mir Berlin gefehlt.
Nun will ich nichts an den auch hier beklagten Zuständen beschönigen, doch betrachtet man einzelne "Berliner-Probleme" unter allen Aspekten kommt man schnell auf die Gründe, doch kaum auf ein einfaches Rezept die Probleme schnell zu lösen.
Die Überschuldung, wohl eines der größten Probleme, kommt sicher durch manche Verschwendung bei protzigen Bauten, aber hauptsächlich wohl durch die Vereinigung von Ost- und Westberlin. Zwei komplette Großstadtverwaltungen wurden zusammen geführt, was nicht zuletzt auch zu Personalkosten und Verwaltungskosten weit über Bedarf geführt hat. Wenn man da nun für Einsparungen eintritt, heißt das auch abertausende Stellen streichen. Also kein Weg, der beim "Volk" gut ankommen würde.
Spart man aber nicht, bleibt die Verschuldung zu hoch oder wächst sogar noch und statt für Soziales, Bildung, Kultur etc. muß der Senat die zu geringen Einnahmen für Zinsen aufwenden. Ein Teufelskreis und wer von uns möchte Wowereits Job da (besser) machen?
Natürlich gäbe es ökonomisch-politisch vernünftige Maßnahmen, doch hängt deren Umsetzung ja von den bei Wahlen entstandenen Mehrheiten ab. Diese sind aber eben wie sie sind und so gesehen kann man eben auch in Bezug auf Berlin nur sagen: "Das Volk hat die Politiker, die es verdient" (gewählt hat).
Letztendlich müssen wir bei Wahlen entscheiden, ob wir die wählen die die Wirtschaft in Schwung bringen, nur dann sprudeln auch Steuereinnahmen, oder ob wir auf Populisten hereinfallen die ausser "sozialen Wünschen, die keiner erfüllen kann, nichts zu bieten haben.
Bin aber überzeugt, dass Berlin trotz aller Probleme, eine dufte Stadt ist und bleibt.
Lieben Gruß,
Charly |
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