Denkt der Nichtberliner an berlintypische Fressalien (ooch watt für't Wörtabuch, weil Essbaret bzw. Nahrhaftet, also allet, watt in die Futtaluke passt), so fallen ihm Currywurscht und Eisbein mit Sauerkraut ein.
Eisbein mit Sauerkraut und Erbspüree gibt es in vielen Varianten, meine Version für 4 Personen (icke nebst Frau samt Schwiejaeltan, mit denen man sich ja jut stellen muss) jeht so:
Zwei Eisbeine (vier Kniebeine gehen auch, da ist dann halt etwas weniger Fleisch dran) werden mit einem Teelöffel Salz, ca. 10 Pfefferkörnern, 2 Pimentkörnern und einem Lorbeerblatt in einen ausreichend großen Kochtopf befördert. Dann kommt Wasser drauf, bis alles im Wasser schwimmt, sozusagen damit bedeckt ist. Das läßt man aufkochen, Deckel drauf und dann schön bei kleinen Temperaturen (Thermometer ha'ck nich dabei, aber 80 bis 90 Grad sinn ok) langsam 2 Stunden köcheln lassen. Dann ist das Eisbein schön durchgekocht und zart.
Nebenbei machen wir das Erbspüree. Ok, ein wenig Vorbereitung gehört dazu. Die getrockneten Schälerbsen sollte es in jedem Supermarkt geben. Davon werden 500 g am Vorabend in reichlich Wasser eingeweicht. Nachdem das Eisbein ca. 1 Std. geköchelt hat, was nur als ungefähre Zeitangabe für perfektes Timing gelten soll, gießen wir die eingeweichten Erbsen ab (also rein in das Sieb, Erbsen aufheben, Einweichwasser wegkippen). Die Erbsen werden dann ebenfalls in einen Topf gegeben, mit 1,5 l frischem Wasser aufgefüllt, aufgekocht bis das Wasser siedet und dann bei kleiner Flamme weitergekocht, bis sie langsam zerfallen (45 Minuten sind ein guter Anhaltspunkt).
Das Sauerkraut mag ich lieber geschmort. Köcheln Eisbein und Erbsen gemütlich vor sich hin, so nimmt man 500 g Sauerkraut frisch vom Fass oder halt im Beutel eingeschweißt aus dem Supermarkt. Vorgegartes Sauerkraut aus der Dose geht nicht. In einer Pfanne erhitzt man eine halbe Tasse Sonnenblumen-, Raps- oder schnödes Tafelöl, gibt das abgetropfte Sauerkraut hinzu, wenn das Öl heiß ist und rüht ab und zu um, während das Kraut 30 Minuten lang vor sich hin schmort. Fehlt Flüssigkeit (merkt man, wenn das Sauerkraut anfängt, braun zu werden, sprich: es brät mehr als es schmort), so gibt man einfach eine Tasse Wasser hinzu, rührt um und läßt das Kraut in Ruhe weiterschmoren, bis das Wasser vollständig verdunstet ist. Wichtig: Das Sauerkraut sollte noch Biß haben und nicht völlig zerkocht sein.
Ca. 2 Stunden nach Beginn der Kochtätigkeiten sollten alle Zutaten (Eisbein, Erbsen, Sauerkraut) gar sein. Die Eisbeine werden einfach aus dem Topf gehievt, vom Knochen getrennt und in halbwegs gerechte 4 Portionen geteilt. Ok, es gibt Leute, die verdrücken ein ganzes Eisbein samt Schwarte, mir reicht allerdings die Hälfte. ;-)
Die Erbsen werden wiederum durch ein Sieb geschüttet. Erbsenkochwasser kommt weg, die abgetropften Erbsen werden mit dem Pürrierstab zu einem Brei zermantscht und danach nach Belieben gesalzen. Bitte Erbsen und andere Hülsenfrüchte nicht vorher salzen, da sie dann hart werden und ewig nicht gar werden. Hat man keinen Pürrierstab zur Hand, so kann man die Erbsen auch mit der Gabel zerdrücken und danach kräftig mit dem Rührlöffel bearbeiten.
Danach packt man gefällige Portionen Eisbein (schön mit Schwarte, denn die ist mit viel Senf sehr lecker, wenn auch etwas ungesund), Erbspüree und Sauerkraut auf die vier Teller und serviert sie nebst Meerettichsenf. Nachschlag an Püree und Kraut sollte so ganz nebenbei noch genügend vorhanden sein. ;-)
Und nächste Woche verrate ich euch das Rezept für eine ordentliche Linsensuppe.