Hoozilla
Anmeldedatum: 10.07.2006 Beiträge: 43 Wohnort: Berlin-Reinickendorf
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Verfasst am: 02.02.2007, 07:21 Titel: Linsensuppe |
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Wir benötigen:
einen ausreichend großen Suppentopf
eine kleine Pfanne
ca. 300 g Fleisch ohne Knochen (klingt allgemein, aber hier können Kassler, Schinkenspeck, Schweine- oder Rinderbraten, Schweinebauch und/oder Rippchen wild gemischt werden, Bratenreste vom Vortag sind ideal, zur Not tut es auch Jagdwurst)
3-4 Berliner Schinkenknacker oder 200g Cabanossi
250 g Blutwurst
300 g getrocknete Linsen
300 g Kartoffeln
1 Möhre
2 mittelgroße Zwiebeln
2 EL Mehl
2 EL Öl
3 EL Butter
Pfeffer, Salz, Wein- oder Branntweinessig, Zucker
Die Linsen werden am Vorabend in eine Schüssel getan und in genügend Wasser eingeweicht. (Für Nichtauskenner: Linsen in die Schüssel geben und dann Wasser rein, bis alle Linsen unter Wasser sind.)
Das Fleisch und die Knacker zerschnippeln wir in mundgerechte Würfel. (Mathematiker faseln was von maximal 3 cm Kantenlänge, Hausfrauen machen das nach Gefühl.)
Eine Zwiebel wird geschält und in Würfel geschnitten, die Möhre ebenfalls.
Jetzt wird es ernst. Der Suppentopf kommt auf den Herd, ca. 2 EL Öl reinschütten, dann ordentlich Hitze geben, bis das Öl heiß ist. Danach die Zwiebel-, Möhren-, Wurst- und Fleischwürfel dazugeben und anbraten. Es kann ruhig etwas braun werden, anbrennen darf es aber nicht, deshalb sollte man ab und zu mit einem Kochlöffel umrühren.
Währenddessen gießen wir die Linsen durch ein Sieb (Wasser kann weg, Linsen um Gottes Willen nicht). Die Linsen kommen auch in den Suppentopf. Danach füllen wir mit 1,5 l kaltem Wasser auf. Bei großer Hitze lassen wir die Suppe jetzt aufkochen, danach drehen wir die Hitze runter, Deckel drauf, und dann alles bei kleiner Flamme köcheln lassen.
Nun schälen wir die Kartoffeln und zerschnippeln sie in Würfel mit ca. 2 cm Kantenlänge.
Wenn die Linsen im Topf langsam weich werden, also nach ca. 45 Minuten, geben wir die Kartoffelwürfel hinzu und lassen alles weiter kochen, bis die Kartoffeln gar sind. Das sollte nach weiteren ca. 30 Minuten der Fall sein.
Tipp: Wenn zwischendurch der Eindruck entstehen sollte, dass zu wenig Wasser im Topf ist, kann man jederzeit einen "Schwapp" heißes Wasser nachgießen.
Währenddessen schneiden wir die zweite (ebenfalls geschälte) Zwiebel in dünne Scheiben.
In der Pfanne zerlassen wir die Butter. Dabei sollte die Hitze aber nicht zu groß sein, denn Butter verbrennt recht schnell. Wenn die Butter flüssig ist und anfängt zu schäumen, geben wir die Zwiebelscheibchen dazu. Die zerfallen dann alsbald schmurgelnd in Zwiebelringe. Wenn die Zwiebelringe goldbraun angebraten sind, geben wir das Mehl dazu und rühren dabei immer schön mit dem Kochlöffel in der Pfanne herum, damit das Mehl nicht klumpt. Wenn sich das Mehl dann klumpenfrei in der Butter verteilt hat, nehmen wir die Pfanne vom Herd, denn das Mehl darf nicht verbrennen (was es aber einstweilen gerne tut, wenn man nicht aufpasst).
Mittlerweile (also nach 45 plus 30 Minuten) sind die Linsen und Kartoffeln gar. Die Flamme (oder Herdplatte) unter dem Suppentopf drehen wir jetzt nochmals auf volle Pulle, bis die Suppe anfängt zu sieden. Dann kippen wir unsere Mehlschwitze aus der Pfanne in die Suppe und rühren dabei stetig, damit keine Klumpen entstehen. Jetzt können wir die Suppe vom Herd nehmen und nach Belieben mit Pfeffer und Salz würzen.
Die Pfanne wird schnell unter heißem Wasser abgespült, abgetrocknet und wieder auf den Herd gestellt (man kann alternativ, und wenn man hat, selbstverständlich auch eine andere Pfanne nehmen). Im restlichen EL Öl wird darin die in Scheiben geschnittene Blutwurst schön knusprig angebraten. Dass sie dabei teilweise zu Bröckchen zerfällt, ist normal.
Die Suppe kann dann serviert werden. Auf jeden mit Suppe gefüllten Teller kommt ein Häufchen gebratene Blutwurst. Essig und Zucker stellen wir einfach nur auf den Tisch, denn der Streit, ob man eine Linsensuppe nun sauer oder doch lieber süß-sauer genießt, wird wohl nie geklärt werden. Das sollte dann jeder selbst nach Belieben entscheiden.
Übrig gebliebene Linsensuppe kann eingefroren werden, man muss also nichts wegwerfen.
Und noch 'n Tipp für Leute, denen diese Linsen-Einweicherei und -Kocherei zu viel Arbeit macht: Man kann stattdessen auch Linsen aus der Dose nehmen. Diese werden dann samt der Flüssigkeit zeitgleich mit den Kartoffeln in den Topf getan. Die Garzeit verkürzt sich dabei um die eingesparten 45 Minuten, die Suppe schmeckt dann aber nicht ganz wie bei Muttern.
Und weil der Sommer dieses Jahr evtl. recht schnell über uns hereinbrechen kann, gibt es demnächst ein Rezept für eine leckere kalte Gurkensuppe aus dem Spreewald.
Zuletzt bearbeitet von Hoozilla am 04.02.2007, 21:51, insgesamt einmal bearbeitet |
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Hoozilla
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Verfasst am: 05.02.2007, 08:29 Titel: Nachtrag |
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Tipp: Wenn man statt handelsüblicher Teller-Linsen die mittlerweile auch in Deutschland erhältlichen und hauptsächlich in Spanien und in den USA angebauten Pardina-Linsen nimmt, verkürzt sich die Garzeit ungemein. Pardina-Linsen müssen nicht eingeweicht werden und benötigen ca. 30 Minuten, bis sie gar sind.
Fleisch-, Wurst-, Zwiebel- und Möhrenwürfel braten wir wie gehabt im Topf an, füllen mit 1 bis 1,5 Liter heißem Wasser auf und lassen das 20 Minuten lang auf kleiner Flamme köcheln. Dann kommen die nur kurz abgewaschenen Linsen und die Kartoffelstücke in die Suppe. Wir lassen die Suppe kurz aufkochen (volle Pulle auf die Herdplatte geben, bis die Suppe siedet, dann wieder auf die Stufe herunterschalten, bei der die Suppe gerade noch blubbert) und nach ca. 30 Minuten Köchelei ist alles gar. Währenddessen rühren wir aber ab und zu schön um, damit die Suppe nicht anbrennt. Weiter geht es wie oben beschrieben (Mehlschwitze mit Zwiebelringen einrühren, Blutwurst braten, würzen). |
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