Trümmerberge in Berlin Im Bezirk Schöneberg, an der Grenze zu Steglitz, gibt es wirklich einen Berg. Keinen natürlichen, sondern einen künstlichen, aus Trümmern geschaffen. Der Insulaner.
Der Teufelsberg in Berlin ist ein Trümmerberg
Die Trümmerberge in Berlin werden gern für Freizeitaktivitäten
genutzt - wie z.B. der Teufelsberg zum Drachensteigen
Foto © Katja Xenikis
Was ist ein Trümmerberg? Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Berlin zerstört. Wohin mit den Trümmern? Das war ein großes Problem. Schließlich wurde eine Lösung gefunden. Man beschloss die Trümmer zu Hügeln aufzuschütten. Abtransportiert wurde dieser Schutt meist mit Trümmerbahnen. Provisorisch wurden dabei in Straßen Schienen verlegt. Die vielen Trümmerfrauen, die fleißig und mühevoll den Schutt wegbrachten und aufschichteten wurden zur Legende. Ein Denkmal von so einer Trümmerfrau (von der Bildhauerin Katharina Szelinski-Singer) findet man im Volkspark Hasenheide. Später wurden die Hügel bepflanzt und Parks entstanden. Der Berliner nennt solche Berge "Mont Klamott".

Bekannte Trümmerberge in Berlin
Der Insulaner
Der Insulaner (75m) ist solch ein typischer Trümmerberg. 1951 wurde er eingeweiht. Idyllisch sind die Wege, die auf die Spitze des Insulaners führen. Oben erwartet den
Besucher eine Überraschung - die Wilhelm-Foerster Sternwarte von 1963. Am Fuße des Insulaners liegen eine Minigolfbahn, ein Schwimmbad und ein Stück entfernt das Planetarium. Im Winter ist allerdings der Rodelberg die Hauptattraktion.

Die Marienhöhe
Die Marienhöhe (73m) liegt versteckt inmitten des Straßendreiecks Attila-, Arnulf- und Röblingstraße. Schon früher war das Gelände hügelig und wurde "Rauenberg" genannt. Es war Teil einer hügeligen Grundmoränenlandschaft. Doch Kies und Sandabbau ließen den Berg verschwinden. Die Kiesgruben wurden als Müllkippen benutzt. Zwischen den beiden Weltkriegen diente der Ort als Filmkulisse. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Berg mit Trümmern aufgeschüttet. Mittendrinn liegt die ehemalige Freilichtbühne. Die Sitzreihen sind teilweise noch vorhanden. Besonders der kleine idyllische und etwas versteckte Biergarten am Fuß der Marienhöhe ist beliebt.

Großer und Kleiner Bunkerberg im Volkspark Friedrichshain
Der Volkspark Friedrichshain besitzt zwei Trümmerberge; der Große Bunkerberg ist 78 Meter hoch, der kleine Bunkerberg nur 48 Meter. Im Inneren der Berge befinden sich die Überreste der Friedrichshainer Flaktürme, die nach dem Krieg mit Trümmern zugeschüttet wurden.

Oderbruchkippe im Volkspark Prenzlauer Berg
Auf dem Gelände des heutigen Volksparks Prenzlauer Berg (99m) befanden sich früher Ackerflächen. Später kamen Kleingärten hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf dem Gelände an der Oderbruchstraße Massen von Trümmern aufgeschüttet. 1969 erhielt der neu entstandene Park den Namen Volkspark Prenzlauer Berg. Er ist auch unter den Namen Oderbruchkippe nach einer der Straßen, an der er angelegt wurde, benannt.

Die Humboldthöhe
Auch die 85 Meter hohe Humboldthöhe im Humboldthain entstand aus einem zugeschütteten Flakturm. Heute dient er als Aussichtsberg.

Der Teufelsberg
Der am meisten besuchte Trümmerberg ist sicherlich der Teufelsberg. Er ist gleichzeitig mit 115 Metern der höchste Berg Berlins. Wunderschöne Aussichten bieten sich von der Spitze des Teufelsbergs.

Text: R. H. / 31.07.2011

Weitere Trümmerberge in Berlin:
  • Drachenberg (99 m) im Grunewald
  • Dörferblick (86m) in Rudow
  • Humboldthöhe (85 m) in Gesundbrunnen
  • Trümmerberg Biesdorf (75m)
  • Rixdorfer Höhe (70m) in der Hasenheide
  • Trümmerberg Friedrichsfelde (67 m)

  • Auch einige natürliche Berge in Berlin stellen wir Ihnen gerne vor.




     
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