Die Spree in Berlin

Die Spree in Berlin
Entlang der Spree gibt es viele Sehenswürdigkeiten! Hier rechts die Oberbaumbrücke über die Spree! Foto © chilimapper

Die Spree - der Hauptstadtfluss

Was für Paris die Seine und für London die Themse ist, bedeutet den Berlinern die Spree.
Der Fluss ist nicht nur eine romantische Kulisse für Strandbargäste, sondern ist quasi identitätsstiftend. Dabei ist die Spree eigentlich eine Sächsin, denn ihre Quellen liegen im Lausitzer Bergland an der tschechischen Grenze auf fast 500 Meter Höhe. Nach 382 Kilometern Flusslauf durch die Heide- und Teichlandschaft zwischen Bautzen und Spremberg, durch Cottbus und Lübben weiter über Beeskow und Fürstenwalde mündet sie in Berlin in die Havel. Einem 334 km langen und sehr schönen Fluss.

Die Spree als wichtiger Fluss in Berlin

Ohne die Spree würde es Berlin nicht geben. Die ersten Fischer ließen sich dort, wo heute das Nikolaiviertel steht, als erste Siedler nieder. Auch hunderte Jahre später, zu Gründerzeiten, als Berlin rasant wuchs, wurde Berlin "aus dem Kahn gebaut". Viele der Gründerzeithäuser in Kreuzberg oder dem Prenzlauer Berg etwa wurden mit Ziegeln gebaut, die von Rüdersdorf auf der Spree nach Berlin geschippert wurden.

Die Spree war Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Zu Mauerzeiten bewachten bewaffnete Soldaten auf Patrouillenbooten die Staatsgrenze der DDR. Kein Wunder also, dass die riesenhafte Skulptur des "Molecule Man", ein Symbol der Wiedervereinigung, mitten im Fluss steht. Er begrüßt die Spreebesucher an der Zufahrt des ehemaligen Grenzschutzhafen der DDR in der heutigen Oberbaum-City. Grenze war die Spree an dieser Stelle übrigens schon vor der Deutschen Teilung: Der "Oberbaum", ein dicker Holzstamm, diente früher als Zollstelle und sollte verhindern, dass nachts Schiffe Berlin ohne Zollabgabe anliefen.

Fische in der Berliner Spree

Auch wenn die Spree im Berliner Regierungsviertel sich harmonisch in die urbane Landschaft einpasst und mehr wie ein künstlich angelegtes Gewässer anmutet, so ist sie doch voller Leben. Insgesamt 27 Fischarten tummeln sich hier. In besonders großer Zahl sind Aal, Barsch, Blei, Güster, Plötze und Zander vertreten. Aber auch so exotische Arten wie die aus Asien stammenden Giebel und Goldfische haben hier ihr Biotop gefunden.

Die Spree und der Spreewald

Ein akkurates Flussbett hat die Spree jedoch keinesfalls im Spreewald. Hier verästelt sie sich auf ihrem Weg nach Berlin in ein Delta mit 350 Wasserläufen und Fließen von mehr als 500 Kilometern Länge. Einer sorbischen Sage nach ist das, was heute Touristenmassen und Berliner in Scharen nach Brandenburg zieht, ein missglücktes Werk des Teufels. Als dieser vor Urzeiten mit seinem Ochsengespann das Bett der Spree pflügte, erlahmten die beiden Zugtiere und der leibhaftige geriet darüber so in Rage, dass die Ochsen die Flucht ergriffen und kreuz und quer davonrannten, mit dem Pflug hinterdrein. Statt eines ordentliches Flussbettes rissen die türmenden Ochsen ein Delta.

Wo kann man in der Spree baden?

Zum Beispiel im Badeschiff ! Ein Badefluss ist die Spree allerdings (noch) nicht. Zwar gab es schon im 18. und 19. Jahrhundert an der Spree viele beliebte, öffentliche Badestellen und Badeanstalten. Doch da die Berliner Kanalisation bei starkem Regen mit dem vielen zusätzlichen Wasser überfordert ist, werden Jahr für Jahr einige Milliarden Liter Abwasser in den Fluss geleitet. Zwar gibt es das "Projekt2011", das mittels innovativer Technik die Spree wieder für Wasserratten attraktiv machen will, doch bislang haben sich die ehrgeizigen Ambitionen noch nicht in die Realität umsetzen lassen (Stand 2011).
Hoffen wir mal das baden in der Spree bald wieder überall möglich ist! An der Spree gibt es auch einige Bootsverleiher!

Bei einer Spreefahrt Berlin entdecken :
Immerhin: Statt direkt in die Spree einzutauchen, lässt es sich auch sehr genüsslich auf ihr schippern, mit einem Spreedampfer beispielsweise. Während der Spreefahrt kann man einen guten Eindruck davon gewinnen, dass Berlin eine Stadt der Flüsse und Kanäle ist und mehr Brücken als Venedig aufweisen kann. Text: ak

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Stand: 29.11.2016