Idylle, die nicht viele Berliner kennen - der Botanische Volkspark Pankow. Der Park ist eine Mischung aus Botanischen Garten und malerischer Landschaft.
Ein Spaziergang durch den Botanischen Volkspark Pankow
Wenn man am Haupteingang an der Blankenfelder Chaussee den Park betritt, begrüßen einen rechts und links des Weges Beete mit bunt blühenden Pflanzen aller Art. Viele seltene Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen, kann man im Botanischen Volkspark Pankow bestaunen. Ein kleines Arboretum, eine Steingartenanlage und eine Wassergartenanlage findet man auch auf dem Gelände. Es gibt außerdem einen ehrenamtlich geführten Kräuter-Schaugarten. Beliebt bei jungen Familien ist das Dammwildgehege. Der Botanische Volkspark hat zwar keine gastronomischen Einrichtungen, aber man kann hier prima picknicken!
Die Gewächshäuser stammen aus den Jahren 1928/1929. Die Hauptattraktion des Botanischen Volksparks, die "Königin der Nacht", ist hier zu Hause. Wer ist die geheimnisvolle klingende "Königin der Nacht"? Die "Königin der Nacht" ist ein Kaktus, der nur nachts für einige Stunden blüht. Die Blütezeit ist Ende Juni/Anfang Juli. Zu Ehren der Blütezeit dieser mittelamerikanischen Schönheit findet dann jährlich um diese Jahreszeit das Fest "Audienz bei der Königin der Nacht" statt.
Faszinierend ist die Geologische Wand. Sie stellt einen vereinfachten Schnitt durch die obersten Schichten der Erdkruste Mitteleuropas dar.
Außerdem zeigt sie 123 Gesteinsarten, die aus verschiedenen Gegenden Deutschlands stammen. Später verwandelt sich der Botanische Volkspark Pankow in eine idyllische Landschaft mit Baumgruppen, Wiesen, Feldern und einer Obstbaumallee!
Geschichte des Botanischen Volksparks Pankow
1909 wurde der Botanische Volkspark Pankow als Schulgarten von Albert Brodersen (1857-1930) gegründet. Man wollte so Kinder auf spielerische Art an die Natur heranführen. Ein Jahr später wurde der gebürtige Schleswig-Holsteiner zum städtischen Gartendirektor Berlins ernannt. Brodersen, der seine Ausbildung zum "Königlichen Obergärtner" 1884 in Potsdam abschloss, sorgte während seiner Amtszeit für die Bepflanzung der Straßen mit Alleebäumen, die Einrichtung von Spielplätzen und schuf zahlreiche Villengärten in Potsdam und den Südwesten Berlins. Ein gutes Beispiel ist die Max -Liebermann -Villa in Zehlendorf. Auch Teile des Viktoriaparks in Kreuzberg und der Park von Schloss Biesdorf stammen von Albert Brodersen.
Während der Kriegs und Nachkriegszeiten wurde im Botanischen Volkspark Pankow Gemüse und Obst angepflanzt, um die hungernde Bevölkerung zu ernähren.1952 übernahmen die Jungen Naturforscher den Garten; 1977 die Humboldt Universität. Die Humboldt Universität wollte aus dem ehemaligen Schulgarten einen Botanischen Garten für Ost - Berlin machen, als Pendant zum Botanischen Garten in Dahlem. Doch als Berlin wiedervereinigt wurde, fiel dieser Plan vom Tisch. Seit Mitte der 90er Jahre steht die Anlage unter Denkmalschutz, der Eintritt ist kostenlos! Text: R.H.