Erholungspark Marzahn: Gartenbaukunst aus aller Welt

Mit Marzahn assoziieren die meisten Menschen eher triste Plattenbauareale denn blühende Landschaften. Dennoch liegt genau dort der mittlerweile wohl schönste Park
Gärten der Welt in Berlin
Der Japanische Garten im Erholungspark Marzahn
Foto © Increa
Berlins. Der Erholungspark Marzahn ist zusammen mit den frei zugänglichen Erholungsflächen des Kienbergs und dem direkt östlich anschließenden Wuhletal über 100 Hektar groß und beherbergt exotische Gartenanlagen aus verschiedenen Teilen der Welt.

Die exotische Oase wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins als Berliner Gartenschau und Geschenk der Gärtner an die Hauptstadt der DDR, insbesondere aber auch als Gegenstück zu den Britzer Gärten im Westteil der Stadt, geschaffen. Nach der Wende benannte man die Gartenschau in "Erholungspark" um und erweiterte das Areal um Spiel- und Liegewiesen und pflanzte neue Bäume und Beete.

Die Gärten der Welt
Seit 2000 ist der Park mit dem Projekt "Gärten der Welt" auch über die Grenzen Berlins hinaus zu Ruhm gekommen. Gartenkünstler und Landschaftsbauer schufen hier Großartiges. Den Anfang markierte der Chinesische Garten, der mit 27.000
Quadratmetern Fläche (davon 5.000 Quadtratmeter Teichfläche) der größte seiner Art in ganz Europa ist. Für den nach Feng Shui-Kriterien angelegten Garten wurde sogar etliches Material, insbesondere Architekturteile, Marmor, Felsen und Mobiliar in Seecontainern aus China importiert.

2003 gesellten sich zum Chinesischen Garten der Japanische und der Balinesische Garten hinzu. Beide sind deutlich kleiner als ihr chinesisches Pendant, bieten mit Zengärten und nachgebauten Tempelanlagen jedoch nicht minder an atemberaubender Exotik. Seit 2005 verströmt auch der Orientalische Garten einen Hauch von Alhambra. Seine Gestaltung als durch vier Ströme gegliederter Gartenraum entspricht symbolisch der Idee des Paradieses, wie sie sich im Alten Testament oder im Koran wiederfindet. Als Geschenk der Stadt Seoul an Berlin wurde im Jahr 2006 der Koreanische "Seouler Garten" eröffnet.

Im Jahr 2007 kamen ein Irrgarten und ein Bodenlabyrinth hinzu. Die beiden jüngsten unter den "Gärten der Welt" sind ein italienischer Renaissancegartender und der 2011 neu eröffnete Christliche Garten. Er übersetzt die Urform des Klostergartens in eine moderne Symbol-, Zeichen- und Formsprache. Konkret ist ein quadratischer, von einer Buchenhecke begrenzter Garten entstanden, in dessen Zentrum man durch einen goldfarben lackierten, aus einzelnen horizontal angeordneten Metallzeilen bestehenden Wandelgang spazieren kann.

Wer sich das alles gerne en detail erklären lassen möchte, kann von April bis Oktober an einer rund eineinhalbstündigen Führung durch die Gärten der Welt teilnehmen. Der Eintritt, zumindest in das umzäunte Areal der "Gärten der Welt", kostet für Erwachsene 3 Euro und für Kinder 1,50 Euro. Der Preis ist aber absolut fair, wenn man bedenkt, was man dafür alles geboten bekommt.

Adresse:
Erholungspark Marzahn
Eisenacher Str. 99
12685 Berlin
Tel.: 030/700906-699

Anfahrt:
Bushaltestelle Eisenacher Str.:
S7 Marzahn/Bus 195
U5 Hellersdorf/Bus 195


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