Bronzedenkmal: Turnvater Jahn
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zielenden Satz geschrieben: "Ein guter Gänger sein - ist eine große Kunst. … denn ein Jeder weiß, wie schwer es fällt, frühere schlechte Angewohnheiten im Gange wieder abzulegen." Autor: "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), ein leidenschaftlicher Verfechter der Leibesertüchtigung bei gleichzeitigem Kräftigen von Seele und Geist. Mit dem Spruch "Frisch, fromm, fröhlich, frei" ging er in die Geschichte ein. Sein bronzenes Denkmal aus dem Atelier des Bildhauers Erdmann Encke, eines illegitimen Sohnes von Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. ("Lüderjan"), steht nahe dem nordöstlichen Eingang der Neuköllner 50 Hektar großen Hasenheide. Die patinierte Figur ist gerade dabei von aufwachsenden Sträuchern und Bäumen nach und nach verdeckt zu werden (Foto). Der für seinen Wallebart und dunklen altdeutschen Gehrock bekannte Mann aus der Prignitz eröffnete am 19. Juni 1811 hier im Berliner Südwesten, wo die Teltower Jungmoränenplatte parallel zum Columbiadamm ausläuft, den ersten Turnplatz in Preußen - ein exorbitantes Ereignis, einige Jahre vor dem Ende der Napoleonischen Herrschaft in Deutschland. Friedrich Ludwig Jahn hatte deshalb nicht nur Muskelkraft und Waschbrettbauch im Sinn, sondern sah den Geräte- und Lauf-Sport als ganzheitlichen Vorgang - mithin auch geeignet, patriotische Einstellungen herauszubilden - so wie es die Stimmung des noch heute gesungenen Liedes von 1841 andeutet: "Turner, auf zum Streite! / Tretet in die Bahn! / Kraft und Mut geleite / uns zum Sieg hinan!" Der Historiker Heinrich August Winkler sieht Jahn sogar als "geistigen Wegbereiter des Waffengangs" der Freiheitskriege von 1813 bis 1815. Freilich hatte der Nestor des deutschen Turnens auch ernstzunehmende Kritiker. Manche nannten "Turnjahn" (Fritz Reuter) nicht ohne Grund einen franzosenfeindlichen Germanomanen oder auch einfach abwertend "einen gewissen Herrn Jahn". Das auf ihn gemünzte satirische Gedicht "Klimmzug" von Joachim Ringelnatz endet mit den Worten: "Das Unbeschreibliche zieht uns hinan, / Der ewigweibliche Turnvater Jahn". Und Heinrich Heine nennt die gelegentlich ausfallende Art des Sportenthusiasten - übrigens auch gegen Juden - "idealisches Flegeltum".