Die Bronzeplastik "Amazone zu Pferde" im großen Tiergarten
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Seit vielen Sommern nächtigt der wohnungslose Mittvierziger ab und zu unter den tief hängenden Ästen einer Magnolie in den Grünanlagen des Airports nahe dem Columbiadamm. Ist ein Popkonzert in der Columbiahalle gegenüber oder das türkische Beschneidungsfest mal wieder unerträglich laut, weicht Z. in den fünf Kilometer entfernten Großen Tiergarten aus. Auf dem Weg zu seinem Busch muss er an der naturpatinierten Bronzeplastik "Amazone zu Pferde" (Foto) des Bildhauers Louis Tuaillon vorbei. Von ihr wähnt er sich ein wenig bewacht. Die sparsam bekleidete Dame, die in gelassener Haltung auf einer ungesattelten Stute mit nervös nach vorn gerichteten Ohrmuscheln sitzt, sieht allerdings über den Sommergast hinweg, wenn er abends mit seinem Krämchen an ihr vorbeitappt. Zum Spitznamen kam er, weil er in seinen Schlupfwinkeln Selbstgespräche führt. Er stellt Fragen und beantwortet sie. Man meint, im Buschwerk säßen zwei. Einmal geht es um erlebte unschöne Szenen im Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel, dann ruft er den Dalai Lama auf, seinen geistigen Vater; später hat er den Berliner Senat am Wickel, dessen Sozialisierungsversuchen er sich entzieht, weil er zumindest in der warmen Jahreszeit nicht ins Heim für Obdachlose will.