Das Liquidrom - Urbane Badekultur vom feinsten Unscheinbar, fast versteckt in der Möckernstrasse, ist der Eingang zu einem der ungewöhnlichsten
Das Liquidrom in Berlin
Pressefoto © Liquidrom Berlin
Bäder Berlins. Unterhalb des gewaltigen Baus des Tempodroms deutet nur eine edle Glasfassade darauf hin, dass hier mehr zu sein scheint als der Keller des multifunktionalen Veranstaltungsortes. Hat man die Eingangstür gefunden, betritt man das wohl reduzierteste Bad der Stadt. Im Liquidrom steht die Entspannung an erster Stelle und es wurde auf alles, was vom Erreichen dieses Zustandes ablenken könnte, verzichtet. Am Tresen bekommt man Badetücher, Bademäntel und Badeschuhe sowie einen gelben Plastik-Chip. Dieser Chip ist aber der einzige Kunststoff, mit dem man im Liquidrom Kontakt bekommt. Das dominierende Material ist grauer Beton. Dazu gesellen sich Granit, Glas und dunkles Holz. Der erste Eindruck auf dem Weg vom Tresen zu den Umkleiden ist der eines Bunkers. Sobald man jedoch die Umkleiden betritt, bemerkt man, dass hier an nichts gespart wurde, um einen minimalistischen Luxus zu verbreiten. Hat man sich umgezogen und seine Sachen in einem der mit Holzimitat getäfelten Schränke verstaut, benötigt man den Plastik-Chip. Dieser wird dazu benutzt, den Schlüssel für den Schrank frei zu geben. Später braucht man ihn nochmals, um an der Bar ohne Geld bezahlen zu können. Zudem ist auf dem Chip die Zeit des Eintritts gespeichert.

Der eigentliche Badebereich ist in drei Teile gegliedert: Sauna, ( mehr Saunen in Berlin ) Ruhezone und Solebad. Nach dem Verlassen der Umkleidekabinen betritt der
Besucher einen langen schmalen Gang, der ihn zunächst zu den Saunen führt. Hier gibt es zwei Trockensaunen, ein Dampfbad, diverse Fußbecken und ein Tauchbecken. Auch hier dominieren die oben erwähnten Materialien. Hinter den Saunen folgt die Ruhezone. Dort stehen ca. zwei Dutzend komfortable Liegestühle mit Blick auf den japanisch angehauchten Außenteil. In diesem stehen ebenfalls Liegestühle zur Verfügung. Hier gibt es die einzigen Pflanzen des Bades, ein wenig Bambus als optischen Aufheller, sowie ein japanisches Onsenbad. Parallel zur Ruhezone verläuft die lange, recht schicke Bar, an der es Getränke und ein Paar Snacks gibt, sowie die Möglichkeit, sich für verschiedene Massagen anzumelden.

Am Ende der Bar teilt sich der Weg. Nach links geht es zu den Solarien ( mehr Solarien in Berlin ) und der Thermalsolegrotte. Diese ist bedauerlicherweise winzig, all zu viele Personen finden hier keinen Platz. Geradeaus hinter der Bar folgt dann das eigentliche Highlight, das Liquid-Sound Becken. Und schon alleine dafür lohnt sich der Eintrittspreis. Hinter der Tür mit dem unübersehbaren Schild "Bitte Schweigen" befindet sich ein eigentlich schmuckloses Betongewölbe. Es gibt nur wenig helles Licht und ein großes kreisförmiges Becken, gefüllt mit warmem, sehr salzigem Wasser. In der Kuppel über dem Becken ist ein Fenster eingelassen, so dass man beim schweben im Wasser den Himmel sehen kann.
Das Besondere sind hier die farbigen, ständig wechselnden Lichtinstallationen und natürlich die Musik. Diese ist sowohl über als auch unter Wasser hörbar. Am Beckenrand liegen viele der sogenannten Schwimmnudeln. Diese unterstützen eine Liegeposition im Wasser so dass man entspannt "floaten" kann. In der Tat kommt diese Erfahrung den genialen Samaditanks am nächsten. Bei recht unterschiedlichen Musikstilen kommt eigentlich jeder Gast auf seine Kosten, von Klassik über Jazz zu elektronischer Musik wird alles gespielt, was der Entspannung förderlich ist. Tagsüber ist die Musik gemischt, am Abend eher themenbezogen. Näheres dazu erfährt man auf der Website oder dem Flyer des Liquidroms.

Das Publikum im Liquidrom ist im mittleren Altersbereich angesiedelt, es überwiegen die 20-40 Jährigen. Für Familien mit Kindern ist das Bad völlig ungeeignet, da die Entspannung an erster Stelle steht und Kinder selten dazu fähig sind, zwei Stunden lang Ruhe zu geben. Einen ersten Hinweis darauf gibt es an der Kasse. Hier gibt es nämlich nicht die sonst üblichen reduzierten Tickets für Kinder. Der Preis für zwei Stunden liegt (Stand 2012) bei 19,50€. Die Tageskarte kostet 29,50€.

Liquidrom in Berlin
Möckernstraße 10
10963 Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030/ 25 80 07 82-0
Text: P.H. / 2009

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