Pilotprojekt "Kulturmonitoring", das seit Ende 2008 die Besucher von zwölf Berliner Museen und Bühnen nach ihren Interessen und Gewohnheiten befragt. Platz 1 unter den Publikumsmagneten belegt einem ersten Zwischenbericht zufolge das Jüdische Museum mit einem Touristenanteil von rund 90 Prozent, dicht gefolgt von Schloss Charlottenburg mit einem Touristenanteil von 86 Prozent.
Befragt wurden und werden für "Kulmon" die Besucher von sieben großen Berliner
Kultureinrichtungen. Mit von der Partie sind die Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Alten Museum, dem Pergamonmuseum ( Foto vom Pergamonmuseum ) und der Gemäldegalerie, außerdem das Deutsche Historische Museum, das Jüdische und das Naturkundemuseum, das Schloss Charlottenburg, die Stiftung Oper Berlin mit der Deutschen und der Komischen Oper, der Staatsoper und dem Staatsballett - und der Friedrichstadtpalast.
Seit dem 1.April 2010 ist das Monitoring um neun weitere kulturelle Einrichtungen
erweitert worden, darunter das Konzerthaus Berlin, die Philharmonie, die Rundfunk Orchester und Chöre GmbH, Komödie und Theater am Kurfürstendamm, das Maxim Gorki Theater, das Deutsche Technikmuseum Berlin, das DDR-Museum, das Museen Dahlem sowie die Nikolaikirche. Die Studie, welche weiterhin wichtige Erkenntnisse rund um das Berliner Kulturleben liefern soll, wird voraussichtlich bis Ende 2011 fortgeführt.
Die beliebtesten kulturelle Einrichtungen in Berlin
Für alle überraschend dürfte jedoch nicht allein das Ranking der Museen sein, sondern auch die Tatsache,
dass Berlins größte museale Highlights fast ausschließlich von Touristen und nicht etwa von kulturinteressierten Berlinern selbst frequentiert werden. Mehr als zwei Drittel der Besucher der Berliner Museen sind Touristen. Für Burghard Kieker, den Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), der die Kulmon-Ergebnisse vorlegte, resümiert: "Fünf von sieben Gründen, nach Berlin zu fahren, haben einen kulturellen Hintergrund". Auf die Frage, ob der Besuch des Museums bzw. der Bühnenvorstellung der hauptsächliche oder auch ein Grund für die Berlin-Reise war, antworten 61,30% der auswärtigen Bühnenbesucher und 47,48% der auswärtigen Museumsbesucher mit ja. Was die Studie ebenfalls dokumentiert: Touristen sind mit dem Service-Angebot der Berliner Museen und Theater zufriedener als die Einheimischen selbst.
Interessant auch das nationalitätenspezifische Verhalten der Berlin-Touristen: Während Dänen, Schweizer und Österreicher diejenigen sind, die am meisten Tickets für Berliner Bühnen kaufen, sind Italiener, Franzosen und Holländer hier eher zurückhaltend. Bei den Museumsbesuchern führen hingegen die Niederländer mit einem Anteil von 11,2 Prozent vor den US-Amerikaner (10,5 Prozent) an. Auffallend ist jedoch, dass so wenig ausländische Kulturgäste über die nahe polnische Grenze kommen.
Die BTM übernahm die Trägerschaft des auf drei Jahre angelegten Pilotprojekts, das insgesamt bis 900 000 Euro kostet. 450 000 Euro kommen von der Kulturverwaltung, 315 000 Euro von der BTM, den Rest steuern die beteiligten Institutionen bei.
A.K.