Künstliches Idyll: Das historische Olympische Dorf in Elstal Das Olympische Dorf in Elstal bei Spandau mutet auch heute noch,
Fahrradfahrer in Berlin © D. Beselt
Das Olympische Dorf bei Berlin
Speisehaus der Nationen
Pressefoto © Neddermeyer Verlag
über 70 Jahre nach der Olympiade von 1936, trotz seines ruinösen Zustandes imposant an. Innerhalb von nur zwei Jahren stampfte die Wehrmacht unter der Bauleitung von Prof. Werner March für rund 4.000 männliche Olympiateilnehmer auf einem rund 550 000 Quadratmeter großen Areal eine Anlage mit 150 Gebäuden aus dem Boden: Unterkünften, Trainingsstätten und Freizeiteinrichtungen.

Als 1931 feststand, dass Berlin 1936 die Spiele ausrichten darf, wurde beschlossen, dem Beispiel Los Angeles zu folgen, wo in Ermangelung ausreichender Hotelkapazitäten erstmals der Bau eines Olympischen Dorfes für die gemeinschaftliche Unterbringung aller Sportteilnehmer realisiert worden war. Der Standort in Elstal bei Spandau, 14 Kilometer entfernt vom Reichssportfeld und die günstige Verkehrsanbindung über die mehrspurige Heerstraße machten den Döberitzer Übungsplatz attraktiv.

Was an dieser Stelle entstand, war eine kleine Stadt für sich.
Genau genommen bestand das Olympische Dorf aus einem riesigen Empfangsgebäude, etwa 140 einstöckigen und fünf zweistöckigen Wohngebäuden, einem Küchenhaus, dem Kommandantenhaus, einem riesigen Speisehaus, einer Schwimmhalle und dem so genannten "Hindenburghaus", wo sich die Olympioniken bei Tanz, Kino oder Theater vom Training entspannen konnten. Höhepunkt einer jeden Führung über das heute denkmalgeschützte Gelände ist sicherlich das riesige, ellipsenförmig errichtete "Speisehaus der Nationen". Ganze 40 Speisesäle gab es darin. Fast jede Nation hatte somit ihren eigenen Raum. Manche brachten sogar ihre eigenen Köche mit. Für den künstlich angelegten Teich wurden angeblich eigens Wasservögel aus dem Berliner Zoo herangekarrt. Eine finnische Sauna, damals in Deutschland noch ein absolutes Exotikum, war der Publikumsmagnet für die Öffentlichkeit, die kurz vor der Olympiade bei einer Art Tag der offenen Tür einen Blick in das Olympische Dorf werfen durfte.

Für die meisten Sportler war der Aufenthalt in diesem künstlichen Idyll purer Luxus. Weit weg von den Zuhause meist deutlich spartanischeren Verhältnissen bekamen die Olympioniken auch von der Realität des nationalsozialitischen Regimes in Deutschland nach Möglichkeit so gut wie nichts mit. So gab es z.B. innerhalb des Dorfes für die Sportler keine Möglichkeit, die "normale" Presse zu lesen. Stattdessen wurde auf dem Gelände tagtäglich eine Zeitung nur für das Olympische Dorf produziert. Außerdem gab es in jedem Wohnblock einen "Steward", der in der jeweiligen Landessprache der Bewohner geschult war. Er sollte nicht nur die Sportler verpflegen und ihnen bei der Orientierung helfen, sondern auch heimlich deren Telefongespräche abhören. Die Militärs, die ansonsten in der Umgebung trainierten und untergebracht waren, mussten sich als Zivilbevölkerung tarnen.

1949 übernahm die Rote Armee das Areal, welches die Wehrmacht seit Beendigung der Spiele als
Infanterieschule und Lazarett genutzt hatte. Viele Bauten dienten als Unterkünfte für die Offiziere und deren Familien. Während dieser Zeit verfielen viele der kleineren Wohnhäuser und einige wurden auch abgerissen. Für eine kurze Zeit kehrte auch der Sport in das Olympische Dorf zurück: in den 70er Jahren trainierte die Rote Armee ihre Sportler auf dem Gelände. Als die Sowjets 1992 hier ihr Licht ausschalteten, fiel das Gelände in einen tiefen Dornrösenschlaf. Währenddessen bröckelte das marode hinterlassene Areal jahrelang weiter vor sich hin. Durch Vandalismus und vor allem den schlecht koordinierten Einsatz von ABM-Kräften, die die Gebäude bei ihren Aufräumarbeiten nach der Wende kahl plünderten, kann man inzwischen tatsächlich nur noch von Ruinen sprechen. 2005 schließlich erwarb die DKB-Stiftung das Areal und kümmert sich um die behutsame Restaurierung der noch vorhandenen Gebäude und Anlagen. So wurde beispielsweise bereits eines der Sportunterkünfte für amerikanische Sportler rekonstruiert und Jesse Owens-Haus getauft. Heute ist darin ein originalgetrau nachgestaltetes Zummer zu sehen. Ob Owens tatsächlich hier oder in einem der benachbarten Häuser genächtigt hatte, kann allerdings nicht nachgewiesen werden. Mit einiger Kraftanstrengung wurden auch der Sportplatz und die Turnhalle wiederhergestellt. Darin kann man heute u.a. auch ein kleines Museum über die Architektur des Olympischen Dorfes besichtigen. Ziel der Stiftung ist es, über die kommenden Jahre einen Großteil des Dorfes wiederherzustellen und so ein möglichst authentisches Freilichtmuseum zu schaffen.
Das Olympische Dorf kann von April bis Oktober täglich besichtigt werden. ( Text: A.K. )

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