Ein Muss nicht nur für Eisbär-Fans: der Zoologische Garten Berlin Die Show ist vorbei: Knut, der kleine Eisbär, der eine Million Zuschauer in den Zoo lockte,
Zoologische Garten Berlin
© Pressefoto Zoologische Garten Berlin
hat mit Einsetzen der Pubertät seinen Knuddelfaktor langsam abgelegt. Noch stehen die Besucher weiterhin Schlange, um Ihren Star zu sehen - doch schon bald wird das langsam träge werdende Raubtier seinen Reiz verloren haben. Ein Glück, dass hat der Zoologische Garten einiges mehr zu bieten hat als Eisbären.

Schließlich haben auch andere Tiermütter knuddelige Babys. So gab es im Mai unter anderem Nachwuchs bei den Kängurus, den Antilopen, Bisons, Steinböcken, Rentieren und Zwergflusspferden. Auf einem Rundgang oder einer der verschiedenen Themenführungen können große und kleine Tiere ausgiebig bewundert werden - und das normalerweise ganz ohne Schlangestehen!

Als einer der größten und artenreichsten Zoos der Welt beherrbergt der Zoologische Garten Berlin mit seinem angeschlossenen Aquarium insgesamt über 14.000 Tiere aus rund 1.500 Arten. Diese werdenden in zahlreichen Freigehegen sowie speziellen Tierhäusern präsentiert. So gibt es unter anderem ein Elefantenhaus, Raubtierhaus, Vogelhaus, das Insektarium mit 35 Terrarien sowie das Flusspferdhaus, eines der modernsten Tierhäuser überhaupt.

Auch sonst beeindruckt der Berliner Zoo durch Superlative: Bereits 1844 als erster Tierpark Deutschlands unter Friedrich Wilhelm IV. gegründet und ein Jahr später in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, mutierte er mit seiner exotischen Architektur schnell zu einer der Hauptattraktionen Berlins. Im 1871 erbauten, orientalisch anmutenden Antilopenhaus wurde sogar ein hochkarätiges Treffen abgehalten, an dem u.a. der russische Zar Alexander II. teilnahm.

Wie die architektonische, so hat auch die artenspezifische Vielfalt Tradition: Der zweite Direktor, Dr. Ludwig Heck, stockte die Tierbestände auf, um einen umfassenden und systematischen Überblick der verschiedenen Arten zu geben. Sein Sohn Prof. Dr. Lutz Heck errichtete schließlich die der Natur nachempfundenen Freianlagen nach dem Vorbild von Hagenbecks Tierpark.

Eine Katastrophe für den Zoo stellte der 2. Weltkrieg dar. Viele der Gebäude wurden zerbombt; insgesamt überlebten von 1.196 Tieren nur 91. Darunter der junge Flusspferdbulle "Knautschke", als erster Star des Berliner Zoos ein Vorgänger Knuts - und außerdem Begründer einer ganzen Flusspferd-Dynastie.

Heute hat der Zoo längst seinen alten Glanz zurückgewonnen. Altes wurde rekonstruiert, neues kam hinzu. Exotische und rare Tiere wurden aufgenommen, wie z.B. Przewalskipferde, Spitzmaulnashörner oder der beliebte Große Panda Bao Bao, ein weiterer Knut-Konkurrent.

Ein Schwerpunkt der Arbeit ist inzwischen die artgerechte Haltung. Dabei geraten die Betreiber immer wieder in die Kritik - so z.B. wegen der Handaufzucht des kleinen Knut. Die enge Beziehung des Eisbären zu seinem Pfleger ist sicherlich nicht natürlich - andererseits wird inzwischen wohl niemand mehr ernsthaft fordern, man hätte das Tier sterben lassen sollen. Zootiere werden niemals unter den gleichen Bedingungen leben können wie ihre wilden Artgenossen und bei der Haltung in Gefangenschaft sind Kompromisse leider unumgänglich. Ohne den Zoo jedoch wäre Berlin um eine große Attraktion ärmer - und das nicht nur wegen Knut! ( Text: JJ)

Mehr Infos über den Berliner Zoo, den Berliner Tierpark und das Aquarium Berlin.
Der Zoo in Eberswalde

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