Das Berliner Aquarium : - Artenvielfalt live
Ein bisschen eng und anachronistisch wirkt es schon, das bedeutendste Schauaquarium Deutschlands. Während anderswo großzügige Unterwasserwelten
die Besucher ins Leben unter dem Meeresspiegel eintauchen lassen, ist das Berliner Aquarium eher kompakt angelegt.
Diesen Umstand verdankt es einer fast hundertjährigen Geschichte, in der das Aquarium seinen Standort in der Budapester Straße konsequent behalten hat. Was zur Eröffnung 1913 noch an modernsten Erkenntnissen ausgerichtet war, ist heute natürlich lange überholt.
Die Zerbombung im 2. Weltkrieg wäre ein Anlass gewesen, an anderer Stelle ein neues, größeres Gebäude zu bauen. Doch aus Kostengründen entschied man sich
damals für eine Wiedererrichtung auf den alten Fundamenten. Als Ende der 70er Jahre eine umfassende Sanierung nötig wurde, wäre ein Neubau an neuem Ort sogar kostengünstiger gewesen. Doch da sich kein passender Platz fand, blieb das Aquarium am Ende, wo es war.
Immerhin wurde angebaut. Die neuen Landschaftsbecken entsprachen den aquaristischen Vorstellungen der 70er Jahre. Heute sind auch sie längst wieder veraltet: Zurzeit werden die Becken umgebaut, um den Fischen mehr Platz und den Besuchern ein noch authentischeres Erlebnis der verschiedenen Lebensräume zu bieten.
Was gibt es im Aquarium alles zu sehen?
Im Berliner Aquarium sind aber nicht nur Fische und andere Wasserwesen zu finden. Auch Amphibien-, Reptilien- und Insekten-Freunde kommen hier auf ihre Kosten. Schon seit der Eröffnung 1913 stehen Krokodile im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Ihre Halle, die damals eine Grundfläche von 170 qm und immerhin eineinhalb
Stockwerke einnahm, stellte das erste begehbare Freigehege der Welt dar.
Wen die zahnbewehrten Reptilien nicht genug gruseln, der kriegt vielleicht bei den Riesenschlangen oder Spinnen weiche Knie. Und natürlich bei den Haien: Schwarzspitzen-Riffhaie werden zwar höchstens 2 Metern lang, gelten aber trotzdem als Menschenhaie und sind imposant genug, wenn man ihnen Auge in Auge gegenüber steht.
Eher unspektakulär wirkt dagegen zunächst ein weiteres Highlight: die Quallen. Haltung und Zucht der fragilen Tiere erfordern besonders viel Fachwissen und Fingerspitzengefühl. Doch nicht nur, weil das Berliner Aquarium auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle hat, lohnt sich ein Besuch bei den Medusen. Sie sind auch einfach wunderschön anzuschauen.
Insgesamt beherbergt das Zoo-Aquarium über 800 Arten. Trotz engem Raum gibt es also viel zu sehen - dementsprechend sollte man sich bei einem Besuch Zeit nehmen.