Deutsche Guggenheim in Berlin: Kunst-Showroom Unter den Linden Wer schon einmal im Guggenheim in Bilbao war, einem imposanten futuristischen Palast aus Glas, Stahl und Titan, wird in der Berliner Repräsentanz des Guggenheim-Stiftung kein Déjà-Vu erleben:
Deutsche Guggenheim in Berlin Unter den Linden
Foto © Andre Illing
In der altehrwürdigen Deutschen Bank-Filiale entlang des Nobel-Boulevards Unter den Linden lebt man eher getreu dem Motto: Klein aber oho. Auf rund 500 Quadratmetern, die sich eher showroomartig denn museal ausnehmen, kann man moderne und zeitgenössische Kunst bzw. Skulpturen bestaunen. Gezeigt werden jährlich drei bis vier hochkarätige Ausstellungen, von denen je eine als Auftragsarbeit an einen Künstler vergeben wird.

Einen "winzigen, aber großartigen" Stützpunkt im internationalen Filialnetz des Guggenheim-Imperiums nannte Thomas Krens, Guggenheim-Direktor, die 1997 eröffnete "Deutsche Guggenheim", einem einzigartigen Joint-Venture zwischen einer Bank und einem Museum. Seit der Eröffnungsausstellung "Pariser Visionen: Robert Delaunays Serien" waren in der von dem amerikanischen
Architekten Richard Gluckman entworfenen Halle viel beachtete Ausstellungen überwiegend moderner Kunst zu sehen gewesen. Dazu gehören Künstler wie Katharina Sieverding, Jeff Wall, James Rosenquist, Georg Baselitz, Jeff Koons, Bruce Nauman und William Kentridge.

Auch wenn sich das Berliner Schaufenster des internationalen Stiftungsnetzwerks, welches u.a. Stadorte in New York, Venedig, Las Vegas und Bilbao unterhält, in der Dimension eher bescheiden gibt, so schlägt es doch in besonderer Weise eine Brücke zu den historischen Wurzeln der Guggenheim Foundation. So stammte die Familie Guggenheim ursprünglich aus Deutschland. Die deutsche Malerin Baroness Hilla Rebay von Ehrenwiesen, die erste Direktorin des Guggenheim Museums, emigrierte jedoch aus dem damaligen Preußen nach New York. Dort machte sie Bekanntschaft mit dem Kunst-Sammler und Mäzen Solomon R. Guggenheim, der mit seinen Ankäufen zahlreiche junge Maler und Künstler unterstützte und 1937 die Guggenheim Stiftung initiierte.

Das Besondere am Standort Berlin ist, dass die Deutsche Guggenheim - ganz in der Mäzenaten-Tradition des Stiftungsgründers - immer wieder bedeutende Auftragsarbeiten an zeitgenössische Künstler vergibt. So wurde beispielsweise 1998 die erste Auftragsarbeit an den amerikanischen Pop-Art-Künstler James Rosenquist vergeben und anschließend Unter den Linden gezeigt. Rosenquist schuf das monumentale Tryptichon "The Swimmer in the Econo-mist", ganz zugeschnitten auf den klaren Ausstellungsraum des Museums und als Panoramabild den Betrachter quasi umschloss. Speziell für das Deutsche Guggenheim stellte auch der Künstler Jeff Wall eine Ausstellung zusammen, die neben eingen anderen Werken erstmals vier neue großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien des kanadischen Künstlers zeigte.

Deutsche Guggenheim
Unter den Linden 13
10117 Berlin
Tel.: 030 202093-0
www.deutsche-guggenheim.de
Anfahrt: U-Bahnhof Französische Straße
Text: ak

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